Wirtschaft: Ausbildung statt Uni oft der bessere Weg

Berlin (dpa) - Die Wirtschaft appelliert an Schulen, Hochschulen und
Eltern, mehr Abiturienten den direkten Weg in die Arbeitswelt ohne
vorheriges Studium zu empfehlen. «Leider betrachten viele Jugendliche
und deren Eltern nach wie vor eine akademische Qualifizierung als den
einzig Erfolg versprechenden Werdegang», sagte DIHK-Präsident Eric
Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Dabei zeigten die hohen Abbruchquoten, dass viele mit einer dualen
Ausbildung ohne den «Umweg» eines Studienabbruchs wohl besser beraten
gewesen wären.

Rund 100 000 junge Leute brechen jedes Jahr ihr Studium ab. Nach
einer Erhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und
Wissenschaftsforschung für den Absolventenjahrgang 2012 sind es jeder
Dritte an Unis und jeder Vierte an Fachhochschulen. Im April hatte
sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für stärkere Bemühungen
ausgesprochen, Studienabbrecher in die Berufsausbildung zu bringen.
Umfassende Daten, was aus den Abbrechern wird, gibt es nicht.

Schweitzer forderte, «mit Vorurteilen aufzuräumen und
Informationslücken zu schließen». Oben auf die Agenda müsse der
Ausbau der Berufsorientierung an Schulen, vor allem an Gymnasien.
Hochschulen sollten bei ihrer Studienberatung möglichst früh und
durchgängig auf die Möglichkeit der dualen Berufsausbildung mit
anschließender Weiterbildung hinweisen.

Schweitzer wies darauf hin, dass Firmen Studienabbrecher oft als
hochmotiviert und loyal einschätzten. Das habe eine DIHK-Umfrage bei
Ausbildungsexperten der regionalen IHKs ergeben. «Erfreulich ist
zudem, dass diese jungen Leute trotz verkürzter Ausbildung häufig
überdurchschnittliche Prüfungsleistungen vorweisen.»