Wiederbetätigungsverbot vor einer Revision?

Von Willy Wimmer

In den zurückliegenden Jahren war es auffallend, wie ignorant die westlichen Regierungen darauf reagierten, wenn es um die Formationen des „rechten Sektors“ in der Ukraine ging. Es spielte keine Rolle, in welchem Umfang heutige Kräfte sich auf jene zurückführten, die in der Vergangenheit für die schlimmsten Verbrechen überhaupt die Verantwortung getragen haben. Auf welchen Maßstab der politischen Ignoranz wir uns alle einstellen müssen, wurde deutlich, als ein geradezu randalierender Botschafter der Ukraine in Deutschland sich offen zu einer Symbolfigur jener Zeit bekannt. Noch verwerflicher ist allerdings das Schweigen im Westen von denjenigen Kräften, die gerne in diesem Zusammenhang „rote Linien“ aufzeigen, wenn es darum geht, eigene Machtpositionen dadurch zu sichern, dass politische Gegner in eine diffamierende Ecke gestellt werden. Faschistische oder nationalsozialistische Bezüge werden NATO und EU-geadelt, wenn es anders nicht mehr geht und solange das NATO-und EU Mantra garantiert bleibt. Nach der Ukraine ist jetzt Italien das nächste Beispiel, zu was Unterstützung geleistet werden kann, wenn gültige Anleihen durch politische Bruder-Bünde bei der „Schwarzhemden-Vergangenheit“ gemacht werden. Die Verzweiflung in Washington und Brüssel muss riesengroß sein, wenn schleichend in Europa die Geister der Vergangenheit regierungsamtlich wieder hoffähig gemacht werden. Es erinnert fatal an jene Zeit, als transatlantische Repräsentanten in München einem im Absturz begriffenen Herrn Hitler tatkräftig unter die Arme griffen. Die Zielrichtung war damals wie heute eindeutig. Man musste sich nur gegen die Russen instrumentalisieren lassen, dann war man bei der großen Sause dabei.

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