Mücke. Foto: Patrick Pleul/dpa

Welche Tiere im Sommer besonders nerven

Berlin (dpa) - Im Meer baden, draußen frühstücken oder bei offenem
Fenster schlafen: Der Sommer könnte so schön sein. Wären da nicht
tierische Plagegeister, die uns dieser Tage das Leben schwer machen.
Wo sie lauern - und welche in diesem Jahr besonders verbreitet sind:

WESPEN: Wegen des warmen und trockenen Wetters sind besonders viele
Wespen unterwegs. Experten zufolge nehmen sie noch bis zum Herbst
Anflug auf Kuchen oder Eis. «Man kann durchaus sagen, dass wir
überall in Deutschland sehr viele Wespen haben», sagt Julian
Heiermann vom Naturschutzbund Nabu in Berlin. Grund sei neben der
Hitze auch das warme Frühjahr und der kurze Winter. Gemein: Sie
können mehrmals zustechen. Tötet man sie, lockt das neue an.

BIENEN: Die Biene ist sozusagen die harmlosere Version der Wespe. Sie
bevorzugt in der Regel heimische Kräuter und Blüten statt Kuchen und
Eis, erklärt der Nabu-Fachmann. Ihre Stiche tun natürlich auch weh.
Vor ihnen müssen die Deutschen momentan aber weniger Angst haben:
«Über die Hälfte der heimischen Wildbienenarten ist gefährdet.»

QUALLEN: Plagegeister lauern auch im Wasser: An der Eckernförder
Bucht hat das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung eine
regelrechte Quallen-Invasion beobachtet. In den 80er und 90er Jahren
seien in der Kieler Förde noch 50 Quallen pro hundert Kubikmeter
Wasser gefangen worden, sagt eine Sprecherin. Inzwischen seien es bis
zu fünfmal so viele. «Da macht das Baden nicht mehr so viel Spaß.»
Während etwa Qhrenquallen nur «glibberig und eklig» seien, kann
Hautkontakt mit Feuerquallen ziemlich schmerzhaft sein.

ZECKEN: Sie sind kaum größer als ein Stecknadelkopf - einige von
ihnen übertragen aber Infektionskrankheiten wie Lyme-Borreliose oder
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Wer in Süddeutschland
unterwegs ist, muss sich laut Robert Koch-Institut besonders in Acht
nehmen. Als Risikogebiete gelten demnach vor allem Baden-Württemberg
und Bayern. Aber auch in Marburg oder Saarbrücken ist das Risiko, von
einer Zecke gebissen zu werden, vergleichsweise hoch.

FLEDERMÄUSE: Im Sommer schlafen viele gern bei offenem Fenster - doch
das birgt ein Risiko: Fledermäuse verlassen momentan die Aufzuchtorte
ihrer Jungen und verirren sich dabei in so manche Wohnung. «Es ist
immer ein Irrtum», sagt Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin. «Durch ihre hohen Rufe im
Ultraschallbereich holen sie manchmal auch andere nach.» Zum Teil sei
schon ein Dutzend Fledermäuse in einer Wohnung untergekommen.

RATTEN: Hitze hat oft auch Gewitter im Gepäck - dann schlägt auch die
Stunde der Ratten. Wenn Regen in die Kanalisation läuft, wird
gewissermaßen ihr Zuhause geflutet, wie Experte Ehlert erklärt. Die
Folge: Die Nager verziehen sich an die Oberfläche. Egal ob Picknick
oder Grillparty: Dort finden sie dieser Tage besonders viel Nahrung -
und sind daher entsprechend häufiger zu sehen.

SCHNECKEN: Wer einen Garten hat, kann ihn im Sommer schön bepflanzen.
Vereitelt wird das von Ungeziefer - vor allem Nacktschnecken machen
Hobbygärtnern das Leben schwer. Die gute Nachricht: Trockenes Wetter
ist dem Zentralverband Gartenbau zufolge ungünstig für die Schnecken
- Gemüse und Zierpflanzen bleiben weitgehend verschont.

JUNIKÄFER: Wenn er wenigstens nur im Juni käme: Im Sommer verdirbt
der Junikäfer Picknickern und Grillern den Appetit. Weil die
behaarten Tiere unkoordiniert fliegen, landen sie schon mal im Bier
oder auf dem Teller. Von Juni bis August sind die erwachsenen Käfer
zu beobachten. Ein Ende ist aber in Sicht: «Wenn sie Glück haben,
leben sie drei bis vier Wochen», sagt Rainer Michalski vom
Naturschutzbund Nabu Hessen.

MÜCKEN: Süßes Blut hin oder her - für die Lieblingsopfer von
Stechmücken gibt es gute Nachrichten: Hitze und Trockenheit haben
ihnen in weiten Teilen Deutschlands zuletzt schlechte Bedingungen
geboten. Derzeit seien vergleichsweise wenige unterwegs, sagt Doreen
Werner vom Leibniz-Institut für Agrarlandforschung. «In vielen
Regionen gab es wie im Vorjahr bisher ganz wenig Niederschläge. Und
ohne Wasser keine Mücken.» So ruhig muss es nicht bleiben: «Hätten
wir öfter richtig starken Regen oder Gewitter, würde die
Mückenpopulation rund 14 Tage später richtig explodieren.»