Zum Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Türkei schreibt die Turiner Tageszeitung «La Stampa»:
«Für Angela Merkel war das gestrige Treffen mit den türkischen Regierenden in Istanbul eine ihrer schwersten Prüfungen. Mit noch unabsehbarem Ergebnis. Wahrscheinlich wird die deutsche Kanzlerin, zumindest für den Augenblick, viele (sicher nicht alle) ihrer Landsleute beruhigen, die Angst haben vor den materiellen und kulturellen Auswirkungen der Masse der Flüchtlinge, denen sie so großzügig Asyl versprochen hat. Der Zustrom wird wahrscheinlich blockiert. Aber die Kosten sind ungewiss. (...) Es handelt sich um einen in seinen Konsequenzen unabsehbaren politischen Preis. Dieser ist implizit in der Erklärung des türkischen Premierministers Ahmet Davutoglu enthalten, und zwar in zwei Sätzen: "Die Türkei erwartet eine Beschleunigung des Aufnahmeprozesses in die Europäische Union" und "die Krise kann nicht gelöst werden, ohne zuerst den Syrienkonflikt zu lösen".»
