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Wahlen in Österreich - Champagner im Schnee

Tritt ein solcher Fall ein, dann versuche ich mich damit zu trösten, dass Nationalisten ja noch lange keine Nazis sind. Ich hege übrigens schon seit Langem den Verdacht, dass viele Nationalisten im Grunde nur verkappte Realisten sind. Ich glaube, Norbert Hofer ist genau so ein Fall. Ich schreibe diesen Artikel kurz vor der österreichischen Präsidentenwahl. Ohne deren Ausgang zu kennen, fällt es mir leichter Sympathien, Prognosen und Hoffnungen zu äußern.

Dmytry Vydrin, Schriftsteller, Philosoph

Noch vor einem halben Jahr, während des ersten (und im Nachhinein annullierten) Wahldurchgangs war ich mir sicher, dass Hofer gewinnen würde. Daher war ich extremst erstaunt, als er plötzlich verloren hatte. Zum einen, war er mir sympathisch. Und zum anderen, weil ich mich vorher nie geirrt hatte. Meine gute Quote ist vermutlich dadurch zu erklären, dass ich mich nie von den politischen Überzeugungen der Kandidaten leiten lasse, sondern von ihren persönlichen Qualitäten. Daher begann ich schon lange vor der Wahl Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen „als Menschen“ zu analysieren. Ich sage es direkt heraus: Van der Bellen rief in mir keine Sympathien hervor. Ja, er hatte einen interessanten Großvater. Der hatte tatsächlich als Kommissar bei Kerenski gearbeitet. Ich würde einen Roman über ihn schreiben. Und ja, er hatte einen mobilen Vater. Dieser hat es in seinen jungen Jahren geschafft das gesamte Baltikum und das restliche im Krieg versunkene Europa zu bereisen. Ich würde eine Erzählung über ihn schreiben. Aber van der Bellen selbst… Wenn man als junger Mensch „grün“ ist, dann ist man einfach noch „grün hinter den Ohren“. Aber bist du ein grüner Großvater, dann bist du entweder kein echter Großvater oder du bist kein echter Grüner. Sie müssen zugeben, in der Bezeichnung „Großvater, der Kommissar“ steckt weniger Pathologie drin, als in der Bezeichnung „Grüner Opa“. 


Die „Neuen Europäischen Werte“ klingen für mich noch schlimmer, als die „Neuen Russen“.

Ehrlich gesagt, diese ganzen irre-infantilen Gegner der friedlichen Nutzung der Atomenergie und Befürworter eines Krieges für die Rechte von Katzen, Kanarienvögeln und Transsexuellen gehen mir schon länger auf die Nerven. Die „Neuen Europäischen Werte“ klingen für mich noch schlimmer, als die „Neuen Russen“. Das unterliegt jedoch nicht meinem Urteil. Aber ich werde dieses Gefühl von Aufgesetztheit und Künstlichkeit von alldem, was die Globalsten, Liberalen und Multikulturellen mit Schaum vor dem Mund verteidigen, einfach nicht los. …Da fällt mir ein, Conchita Wurst hat ebenfalls Van der Bellen unterstützt. Für mich ist das Argument genug. 

Und von der anderen Seite - der Sympath Hofer. Man munkelt, er würde nach seiner Wahl Russland unterstützen. Ich weiß ja auch nicht. Aber für mich reicht schon aus, dass er jetzt, kurz vor Weihnachten, Väterchen Frost (oder den Weihnachtsmann, wie man ihn im Westen nennt) unterstützt. Und für mich bleibt er (also der Weihnachtsmann) eine wertvolle Kindheitserinnerung, wie die seinerzeit sicher geglaubte Realität. Politiker, die an den Weihnachtsmann glauben, sind für mich noch nicht völlig verloren. Allein schon, weil sie die richtigen Entwicklungsschritte - von den kindlichen Illusionen hin zum nüchternen Blick auf die Realität - durch gemacht haben. Das ist etwas völlig anderes als dieser Menschentypus, bei dem die Entwicklung rückwärts zu verlaufen scheint: in der Kindheit glaubten sie nicht an den Bärtigen Großvater, dafür glauben sie als Erwachsene an Mädchen mit Schnurrbart. 

Norbert ist da ganz anders. Er gehört zu den trendenden Realisten, über die ich bereits mehrmals geschrieben habe. Er steht für die echte Familie, für ein echtes Land, für echte Wirtschaft, echte Souveränität… Der Beweis dafür ist kurioserweise sein Glaube an den Weihnachtsmann. Und ich glaube, dass er für ihn einstehen wird. Warum wollen irgendwelche Grüne, Regenbogenfarbene und andere Globalisten, den Weihnachtsmann gegen „Elternteil 1“, Schneewittchen, seine hübsche Enkelin, gegen ein Fräulein mit Bart und die weihnachtlichen Rentiere gegen zoophile Rentiere austauschen? Weil, wenn man erstmal das Kindermärchen zerstört hat, es viel einfacher sein wird die Erwachsenenrealität zu brechen. Norbert ist da nicht so. Ich hoffe, bald ein Glas weihnachtlichen Champagners auf seinen Sieg trinken zu können!

Champagner im Schnee

Übrigens, wo wir gerade beim Trinken sind. Ich hatte einmal das Glück Weihnachten in den Österreichischen Alpen verbringen zu dürfen. Wir waren in der nicht gerade bescheidenen Villa eines Freundes. Als es Zeit für den Champagner wurde, öffnete er die Terrassentür und zog aus einer großen Schneeverwehung eine Flasche hervor. „Hast du in dem riesigen Haus keinen Kühlschrank?“ - wunderte ich mich. „Doch, natürlich“ - antwortete der Villenbesitzer - „Aber der Champagner aus einer Schneewehe ist echt. Der aus dem Kühlschrank - nicht.“ Ich habe das Gefühl, Hofer ist ein Mensch, der zu Weihnachten seine Champagnerflasche lieber aus einer österreichischen Schneewehe holen würde und nicht aus einem koreanischen Kühlschrank. Darum weiß ich schon lange, wer und was hier gewinnen wird.  

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