Berlin (dpa) - Wer ein Girokonto eröffnen will, soll künftig leichter
herausfinden können, welche Bank für ihn das günstigste Angebot hat.
Das ist das Ziel eines Gesetzesvorhabens, zu dem die Bundesregierung
jetzt einen Referentenentwurf vorgelegt hat. Darin ist festgelegt,
dass die Kreditinstitute für die einzelnen Gebühren keine
verschwurbelten Begriffe benutzen dürfen, die für Laien nur schwer
verständlich sind. Stattdessen soll eine «standardisierte
Zahlungskontenterminologie» verwendet werden.
Außerdem sollen Webseiten, auf denen Verbraucher die Konditionen
verschiedener Anbieter vergleichen können, von staatlicher Seite ein
Zertifikat erhalten, wenn sie bestimmte Standards erfüllen. Dazu
gehört beispielsweise, dass sie nicht nur die Gebühren auflisten,
sondern auch erwähnen, über wie viele Filialen und Geldautomaten die
jeweilige Bank verfügt. Das freut vor allem Institute, die einen
umfassenden persönlichen Service anbieten und nicht nur eine Hotline.
«Es gibt einige gute Ansätze», sagte Frank-Christian Pauli,
Finanz-Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Eine
Vereinheitlichung bestimmter Begriffe und ein Übersichtsblatt mit den
wichtigsten Kosten zum Konto seien aber noch in der europäischen
Abstimmung. «Von ihnen wird es mit abhängen, wie gut der Vergleich
gelingt», fügte Pauli hinzu.
Der Entwurf schreibt den Banken auch vor, was sie tun müssen, damit
die Kunden den «Umzug» ihres Girokontos zu einem anderen
Kreditinstitut möglichst einfach bewerkstelligen können.
Mit dem geplanten Gesetz werden zum Teil auch EU-Vorgaben umgesetzt.
Die abschließenden Beratungen in Bundestag und Bundesrat werden für
Anfang 2016 erwartet.
Aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes gibt es in
Sachen Vergleichbarkeit und Wechselservice allerdings keinen
Handlungsbedarf. Ein Verbandssprecher sagte: «Aus unserer Sicht
stellen die neuen Regelungen keine Verbesserung für die Verbraucher
dar, denn bei den Gebühren besteht bereits heute vollständige
Transparenz und auch der Wechsel zu einer anderen Bank ist völlig
unproblematisch.»
