Cottbus (dpa) - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall setzt sich
gegen eine gefälschte Pressemitteilung zu seiner Braunkohle-Sparte in
der Lausitz zur Wehr. «Wir prüfen rechtliche Schritte gegen die
Akteure», sagte ein Vattenfall-Sprecher am Freitag in Cottbus. Zuvor
hatten Unbekannte eine angebliche Pressemitteilung mit dem Inhalt
verschickt, dass Vattenfall von seinen Plänen des Verkaufs seiner
Gruben und Braunkohle-Kraftwerke in der Lausitz abgerückt sei.
Die Mitteilung war mit einem Logo des Konzerns, einem vermeintlichen
Zitat der Geschäftsspitze der Vattenfall GmbH sowie den Kontakten von
Pressesprechern des Unternehmens versehen. Zudem wurde auf eine
Internetseite verwiesen, die sich an das Erscheinungsbild der
Vattenfall-Webseite anlehnt. Der Konzern reagierte unmittelbar danach
und teilte mit, dass es sich um eine Falschmeldung handele.
Seit Herbst ist bekannt, dass Vattenfall seine Tagebaue und
Braunkohle-Kraftwerke in Ostdeutschland verkaufen will. Ein Käufer
steht noch nicht fest. Der Energieträger ist umstritten, weil er
besonders umweltschädlich ist und ganze Orte für die Förderung
abgebaggert werden müssen. Für Befürworter ist die Braunkohle ein
wichtiger Arbeitgeber in der Lausitz mit rund 8000 Arbeitsplätzen.
Derzeit gibt es im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands großen
Widerstand gegen die vom Bund geplante Abgabe für ältere
Kohle-Kraftwerke. An diesem Samstag wollen Tausende Kohlekumpel in
Berlin dagegen demonstrieren.