Berlin. Gendarmenmarkt. Foto: WE / AS

Urheberrecht: EU-Parlament tritt Diskussion um Fotos von Gebäuden los

Brüssel (dpa) - Abgeordnete aus Brüssel haben mit einem Vorschlag zur
Reform des Urheberrechts für Wirbel gesorgt. Sie fordern, dass Fotos
von Gebäuden und öffentlich sichtbarer Kunst nicht gewerblich
verwendet werden dürfen, wenn man keine Erlaubnis der Urheber dafür
hat. In Deutschland ist das bisher anders. Jeder darf Bilder von
Gebäuden und öffentlichen Kunstwerken machen und sie frei nutzen,
auch für kommerzielle Produkte wie Kalender oder Postkarten. Das
nennt sich Panoramafreiheit.

Die Piraten-Politikerin Julia Reda wollte diese Panoramafreiheit auf
alle EU-Staaten ausweiten. Sie wurde aber im Rechtsausschuss des
EU-Parlaments überstimmt, wo nun eine Einschränkung gefordert wird.

Fotografen und Netzaktivisten protestieren gegen diesen Vorschlag.
Für jedes Bild eine Genehmigung einzuholen sei «ein unmögliches
Unterfangen», schreibt der Fotografenverband Freelens. Auch das
Online-Lexikon Wikipedia befürchtet Behinderungen. Was als gewerblich
gelte, sei in der Praxis oft nicht so einfach zu erkennen, sagte
Dimitar Dimitrov der dpa. «Das sind nicht nur die großen Plattformen,
sondern auch ein Blog, das nur Werbung schaltet, um seine
Betriebskosten zu decken.»

Mit einer Kampagne im Internet und Briefen wollen die Gegner die
EU-Abgeordneten zum Umdenken bringen. Das gesamte Parlament will am
9. Juli über die Vorschläge zur Urheberrechtsreform entscheiden.
Damit legen die Abgeordneten ihre eigene Position fest, bevor die
EU-Kommission ihren Vorschlag macht. Über diesen verhandeln dann das
Parlament und die EU-Staaten, am Ende müssen sich beide einigen.