Skhirat (dpa) - UN-Vermittler Bernardino León strebt bei den Friedensverhandlungen für Libyen eine Einigung in den kommenden Tagen an. Zu Beginn einer neuen Verhandlungsrunde in dem marokkanischen Badeort Skhirat verwies er am Donnerstagabend auf die neue Frist für eine Lösung der Krise, den 20. September. Er forderte die Repräsentanten der rivalisierenden libyschen Gruppen auf, das Interesse des Landes vor alle anderen Ziele zu stellen. «Dies ist der Moment, um eine Einigung zu erzielen.»
León berichtete über neue dramatische Entwicklungen in Libyen. So habe die Terrormiliz Islamischer Staat
(IS) Büros der libyschen Zentralbank und anderer Geldinstitute in der Stadt Sirte übernommen. Es gebe Entführungsmeldungen und immer mehr Zivilisten würden getötet - auch Kinder. Der UN-Vermittler strebt daher in den kommenden Tagen Beratungen über Personalien einer künftigen Einheitsregierung an.
Vier Jahre nach dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi kämpfen in Libyen schwer bewaffnete Milizen um die Macht. Es gibt in dem ölreichen Land zwei Regierungen und zwei Parlamente in Tobruk und in Tripolis. Terrorgruppen nutzen das Machtvakuum aus. Fristen für Friedenslösungen sind bereits mehrfach verstrichen. Die UN streben neben einer Einheitsregierung auch die Entwaffnung der Milizen an.
