Istanbul (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat
die tödlichen Explosionen in der Kurden-Metropole Diyarbakir kurz vor
der Parlamentswahl als «Angriff auf die Demokratie» verurteilt. Die
Ermittlungen gingen weiter, es handele sich um «Sabotage», sagte
Davutoglu in der Nacht zum Samstag im Sender Star TV. «Das war nicht
gegen eine Partei gerichtet, das war ein Angriff auf die Demokratie.»
Am Freitag waren bei einer Massenveranstaltung der pro-kurdischen
Oppositionspartei HDP durch zwei Explosionen zwei Menschen getötet
worden. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete am Samstag, nach
neuesten Angaben seien mindestens 150 Menschen verletzt worden, 20
davon seien in einem kritischen Zustand.
Teilnehmer an der Veranstaltung in Diyarbakir gehen von einem
Bombenanschlag aus. Ein Augenzeuge, der selbst schwer verletzt wurde,
sprach von einer Bombe. Er habe auch Metallsplitter gesehen. Auch
Krankenschwestern bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass sie
Splitterwunden behandeln mussten.
Die Nachrichtenagentur Anadolu hatte zunächst gemeldet, ein Trafo sei
explodiert. Energieminister Taner Yildiz schloss einen
Transformator-Defekt nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA aber
aus. An diesem Sonntag wählen die Türken ein neues Parlament.