NATO Turkey meeting/dpa

Türkei: Russland sollte Sanktionen wegen Kampfjetabschuss überdenken

Brüssel (dpa) - Die Türkei hat Russland aufgefordert, die wegen des Kampfjetabschusses erlassenen Sanktionen zu überdenken. «Diese Maßnahmen werden den Interessen beider Seiten schaden», sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Montag am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Er verwies dabei darauf, dass der Badeort Antalya für viele Russen so etwas wie eine «zweite Heimat» sei.

Zudem warf Davutoglu dem Kreml vor, nun Maßnahmen zu ergreifen, die dieser selbst in der Ukraine-Krise kritisiert habe. «In der Vergangenheit waren wir alle beide gegen Wirtschaftssanktionen», sagte er unter Verweis darauf, dass sich die Türkei nicht an den westlichen Strafmaßnahmen gegen Russland beteiligt hatte. Das jetzige Vorgehen Russlands sei deswegen widersprüchlich.

Davutoglu bekräftigte zudem die Weigerung seiner Regierung, für den Abschuss des russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet um Verzeihung zu bitten. «Unser Militär hat seinen Job gemacht und unseren Luftraum geschützt», sagte er. «Wenn es keine Luftraumverletzung gegeben hätte, würde es jetzt nicht so eine Krise geben.»