COP21 Climate Change Conference - Arrivals / dpa

türk (de) marşı

von Alexander Sosnowski, Schriftsteller, Publizist

Der Raketenabschuss des russischen Flugzeugs im Himmel über Syrien von Bord eines türkischen F16 Kampffliegers, war gleichzeitig der Startschuss für die endgültige Rückkehr einer neuen alten Supermacht - Russland - auf die Politikarena. Der Beginn der Bombardierungen von IS-Stellungen in Syrien, über die Putin seinen „Freund“ Obama vermutlich während seines Aufenthaltes in New York unterrichtete, wurde von vielen Experten als das Vorspiel für ein größeres Spektakel eingeschätzt. In den Hauptrollen - die USA und Russland. Man kann nur vermuten, dass nicht alle von dieser Rollenverteilung begeistert waren. Man brauchte ein Zeichen, einen Grund Moskau darauf hinzuweisen, dass die Ansprüche zu hoch seien. Dass eine ausgesetzte Gaslieferung oder die Bombardierung von Terroristenstellungen von sicherer Höhe aus das Eine sind. Und, dass es etwas völlig anderes ist, wenn sich jemand ungleich stärkeres einem in den Weg stellt. Hinter dem noch eine ganze Reihe von noch stärkeren und mächtigeren steht. Der Provokateur war schnell gefunden. Oder, er hat sich sogar freiwillig gemeldet - der emotionale, temperamentvolle, und nicht besonders weitsichtige Recep Tayyip Erdogan. 

Motive

Ob der türkische Pilot schon vor seinem Einsatz über das Ziel Bescheid wusste, ist bislang unbekannt, aber er führte ihn nach allen Regeln der Kunst eines verdeckten Kampfes aus.

Foto: F-16 Kampfflugzeug der türkischen Luftwaffei /dpa

Er kam von unten an das Heck angeflogen und schoss, von den russischen Piloten immer noch unbemerkt, die Rakete ab. Sie folgte der Wärmespur der SU24 und schlug direkt in die Turbine ein. Die SU24 begann abzustürzen, die Piloten konnten sich mit den Schleudersitzen retten. Vermutlich, hatte Ankara genau dieses Szenario im Sinn - die Piloten retten sich, am Boden geraten sie in Gefangenschaft - entweder zu den syrischen Rebellen oder dem IS. Dann werden sie der Türkei überstellt, die sie nach einigen Stunden, als lebenden Beweis für die russische Verletzung des türkischen Luftraums präsentiert hätte. Allerdings erwiesen sich die Männer, die da unten in den terroristischen Gruppierungen und auch dem IS kämpfen, als noch temperamentvoller als Erdogan. Sie haben auf die wehrlos in ihren Fallschirmen hängenden Piloten geschossen. Einer war wortwörtlich von Kugeln durchsiebt worden und war bei seiner Landung bereits tot. Der zweite, der Navigationsoffizier, konnte sich retten und wurde nach einiger Zeit von einer russischen Marineeinheit an einen sicheren Ort gebracht. 

Düster schweigend erwartete Moskau Erklärungen und auch eine Entschuldigung. Stunden vergingen, aber der Anruf aus Ankara kam nicht. Wie man hinterher erfahren hat, versuchte sich der türkische Präsident in diesen Stunden die Unterstützung der NATO und der USA zu sichern. Und, wie man jetzt weiß, wurde ihm jede militärische Hilfe versagt. Geholfen wird schließlich nur den Siegern. Die Verlierer werden nur getreten. Erdogans Plan war gescheitert.

Die Türkei – Zwischen allen Stühlen

Konnte die Türkei noch vor wenigen Jahren behaupten nur von Verbündeten umgeben und in tiefstem Frieden zu leben, hat sich die Lage in den letzten Jahren grundlegend geändert. Im sich entwickelnden syrischen Bürgerkrieg schlug man sich auf die Seite der Rebellen und blieb damit noch im eigenen Bündnissystem gefestigt. Gegen Assad zu sein, hieß mit dem Westen zu marschieren. Dennoch war diese Entscheidung ein Vabanquespiel. Die Türkei hatte zwar Gründe gegen einen Machthaber zu sein, den sie als verlängerten Arm des Iran empfand, aber eine Zersplitterung Syriens barg natürlich auch das Risiko eines erneuten Aufkommens der Kurdenfrage. Man kann nur mutmaßen, dass sich die Türkei in Ihrer Richtungsentscheidung, genau wie der Westen, der trügerischen Hoffnung hingegeben hatte, dass die Revolution schnell und erfolgreich zugunsten der Rebellen enden und in einem territorial unversehrten Syrien unter neuen – hoffentlich sunnitischen - Machthabern wieder Ordnung hergestellt werden könnte. Nicht bedacht hatten alle, die auf dieses Szenario setzten, dass die syrisch-alawitische Machtelite, aus der der große Teile des Militärs besteht, mit dem Rücken zur Wand stand und steht. Sehr schnell wurden ethnisch-religiöse Konfliktlinien bestimmend und auf den Webseiten diverser Rebellengruppen war die neue Marschrichtung des Aufstandes zu lesen - „Christen in den Libanon, Alawiten ins Grab!“ Wenn die Alternative zum Sieg ein Genozid sein sollte, war zu erwarten, dass die syrische Armee, zumindest die alawitischen Truppenteile, bis zuletzt kämpfen würden.

Foto: Muezzin in der Blauen Moschee von Istanbul /dpa

Weiter untergraben wurde die Hoffnung auf einen schnellen Erfolg der Rebellion durch das immer stärkere Auftauchen islamistischer Kräfte, die eine breite Unterstützung des Westens verhinderten – während man durch Boykotte gleichzeitig die syrische Regierung schwächte und so das Erstarken der Islamisten begünstigte.

Mit dem Auftauchen von ISIS und dessen schnellen Erfolgen war die Fragmentierung Syriens nicht mehr aufzuhalten. Während die kurdischen Kräfte in Syrien immer mehr erstarkten und, zusammen mit dem bereits existierenden autonomen Kurdengebiet im Nordirak, auch in der Türkei Hoffnungen und Sehnsüchte weckten, erschien ISIS aus türkischer Sicht nicht als das schlimmste Übel in diesem Konflikt. Immerhin kämpfte die Terrorgruppe gegen zwei der Feinde der Türkei: Assad und die Kurden.

Wie unlängst auch vom türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu bestätigt, gibt es aus der Sicht der Türkei kaum etwas Schlimmeres als das Entstehen autonomer Kurdengebiete an ihren Grenzen. Warum eigentlich? Während die türkische Levanteküste in erster Linie vom Tourismus lebt (der nach dem nun einsetzenden Ausbleiben russischer Touristen stark leiden dürfte) und Anatolien in erster Linie agrarisch geprägt ist, befinden sich die türkischen Rohstofflagerstätten mit Masse in dem von Kurden besiedelten Gebiet im Südosten des Landes. Aus Sicht der Türkei ist es also sinnvoll alles zu tun, um kurdische Unabhängigkeitsbestrebungen zu verhindern.

Darüber hinaus steht die Türkei außenpolitisch seit ihrer Gründung zwischen allen Stühlen. Der Staatsgründer Atatürk hatte im Islam den Hemmschuh der Entwicklung gesehen und die neue Türkei säkular und nach Europa ausgerichtet. Diesem Traum ist die Türkei lange gefolgt und hat alles getan, um in Europa anerkannt zu werden – auch eine Änderung der Verfassung, die dem Militär seine Macht entzog und die Türkei demokratischer werden ließ. Nun war das Militär aber der Wächter einer säkularen Verfassung, die an der Lebenswirklichkeit von Millionen konservativen Türken vorbeiging. Die Demokratie änderte das und brachte das Land auf einen islamischen Kurs.

Nun passt die Türkei nicht mehr wirklich nach Europa, zu den islamischen Ländern passt sie indes auch nicht. Zum Einen sind diese von Arabern dominiert und zum Anderen hassen die meisten islamischen Länder die Türken noch als ihre ehemaligen Kolonialherren. Bleiben also nur die anderen Turkvölker, welchen sich die Türkei gerne als großer Bruder und Schutzmacht zeigt. Auch hier liegt ein Hintergrund des Abschusses des russischen Kampfjets – der russische Angriff auf turkmenische Siedlungsgebiete hatte bereits vorher zu Spannungen zwischen der Türkei und Russland geführt. Das die Turkmenen in weiten Teilen ISIS oder Al-Qaida unterstützten tat dabei für die türkische Regierung wenig zur Sache. 

Eine weitere zentrale Rolle kommt der Person des türkischen Präsidenten zu.

Recep Tayyip Erdogan - fremd unter den Seinen

Menschen, die den türkischen Präsidenten näher kennen, berichten, dass er ungern über seine Kindheit spricht. Vielleicht, weil er in der Familie eines Wachmanns zur Welt kam, in einfachen Verhältnissen unweit der Küste. In einer Familie, die es sich nicht leisten konnte ihren Kindern eine teuere und prestigebringende Bildung zukommen zu lassen. Es ist bekannt, dass sein Vater georgische Wurzeln hatte, Erdogan selbst hat es bei einem Besuch in Georgien 2003 erwähnt. Obwohl er es hinterher empört zurückwies und meinte, es würde kein anderes Blut in seinen Adern fließen, als das türkische. Er wird oft zu diesem Begriff zurück kehren - türkisches Blut. Einmal wird er, um sein türkisch sein zu beweisen, sogar ablehnen den Schnurrbart abzurasieren und nimmt in Kauf dafür gefeuert zu werden. Nach und nach, gesellen sich zum Gedanken über das besondere türkische Blut auch der Islam und die Idee der Wiederherstellung des Osmanischen Reiches dazu. Der Wunsch zu beweisen, wie herausragend die türkische Nation ist, nahm mitunter seltsame Formen an. So meldete unter anderem NEWSru Israel, dass Erdogan verkündete, Amerika sei nicht von Columbus entdeckt worden, sondern durch muslimische Seefahrer: „Er behauptet, dass Moslems die Neue Welt im Jahre 1178 entdeckt haben und, dass, angeblich, Columbus in seinen Tagebüchern erwähnt, er hätte eine Moschee auf einem Hügel auf Kuba gesehen. Der türkische Machthaber versprach an der gleichen Stelle wieder eine Moschee aufzubauen, wenn die Kubanische Regierung sich einverstanden erklärt.“ 

Foto: Turkish President Erdogan meets with local administrators /dpa

Während seiner langen Politikkarriere durchlebte er eine Transformation von der Gründung seiner Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung bis hin zur aktiven Verbreitung des Islams in Gesellschaft und Politik. Erdogan hat immer versucht zwei unvereinbare Dinge gleichzeitig zu erledigen. Er baute eine zeitgemäße Türkei auf, drängte aber dazu in allen Lebensbereichen die Regeln eines „Strengen Islams“ einzuhalten. Er strebte nach Europa, beschwor jedoch bei seiner Ankunft in Deutschland die vier Millionen hier lebenden Türken nur gegenüber der Türkei und dem Islam loyal zu sein. Er kämpfte gegen den IS, bombardierte aber die ihn erfolgreich zurück drängenden Kurden. Als NATO-Mitglied trat er zusammen mit den USA in die internationale Koalition gegen den IS ein, gab aber den Befehl zum Abschuss des russischen Flugzeugs, faktisch eines Koalitionspartners.

Manche Experten mit Kenntnissen des Orients, nennen ein solches Verhalten „Südländische Freundlichkeit“. Das bedeutet, man lächelt dich zwar freundlich an, aber hinter deinem Rücken denkt man nur an die eigenen Interessen. Vermutlich basiert Putins inzwischen viel zitierter Kommentar über einen „Schlag in den Rücken“ genau auf diesem Verständnis der besagten „Freundlichkeit“.

 

Moment der Wahrheit

Diese acht Stunden, die nach dem Abschuss der SU24 vergangen sind, bis zu dem Moment ab dem Erdogan versuchte Putin zu erreichen, gerieten für die Türkei zu einem Moment der Wahrheit. Die USA haben zunächst geschwiegen, äußerten sich dann aber vorsichtig im Sinne einer Enthaltung. Bei dem bilateralen Treffen mit Putin in Paris, zeigte sich Barack Obama offenherziger. Das verlautete hinterher aus den kremlnahen Kreisen. Der amerikanische Präsident äußerte sein Mitgefühl in Worten, die keinen Zweifel daran ließen, dass, selbst wenn man im Weißen Haus vorher von der Aktion Ankaras gewusst haben sollte, man jetzt jedenfalls nichts mehr davon wissen will. Mit anderen Worten - ihr habt ihn abgeschossen, ihr müsst euch auch dafür verantworten. 

Die NATO zeigte mehr Mitgefühl für den türkischen Partner und ließ verlauten, dass jedes Land das Recht hätte, das zu tun, was es für die Wahrung seiner Interessen für nötig hält. Übersetzt in die Sprache eines Otto-Normal-Verbrauchers: Wir sind zwar Bündnispartner, werden aber deswegen jetzt keinen Krieg mit Russland beginnen. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass die Türkei eben auf diese Möglichkeit - den Bündnisfall - gehofft hatte. Das ist die Situation in der, wenn ein Bündnismitglied angegriffen wird, sich die Allianz zu seiner Verteidigung erhebt. Man muss zwischen den Zeilen lesen können. Wenn die NATO sich weigert den besagten fünften Paragraphen „Bündnisfall“ einzusetzen, dann geht die Allianz nicht davon aus, dass das russische Flugzeug den türkischen Luftraum verletzt hatte oder zumindest, dass eine kurzfristige Verletzung keine Gefahr für die Sicherheit der Türkei darstellte. So gab nun auch die NATO der Türkei zu verstehen, dass sie der russischen Version Glauben schenkt, nämlich, dass es das türkische Flugzeug war, welches den Angriff nicht im eigenen Luftraum durchführte, sondern auf dem Territorium eines anderen Landes. Selbst der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Norbert Röttgen, der gegenüber Russland meistens eine verhalten negative Position vertritt, nahm Ankara nicht in Schutz. „Ja, das stimmt. Wenn man sich zu dem Ziel durchringt zu sagen, IS hat Priorität in der Bekämpfung, dann setzt das eine Kooperation mit Russland voraus, die man braucht in dieser Region. Das hat auch der Zusammenprall Türkei-Russland gezeigt“, sagte der CDU-Politiker. <link http: www.deutschlandfunk.de>(http://www.deutschlandfunk.de/cdu-politiker-norbert-roettgen-ich-kann-mir-nicht.694.de.html?dram:article_id=338309)

Foto: Sigmar Gabriel / dpa

Noch konkreter äußerte sich der Vize-Kanzler Sigmar Gabriel: „Erst mal zeigt der Zwischenfall, dass wir einen Spieler dabeihaben, der nach Aussage von verschiedenen Teilen der Region unkalkulierbar ist: Das ist die Türkei und damit nicht die Russen.“ (dpa)

Und die Kurden gingen sogar noch weiter. Dr. Sherkoh Abbas, Präsident der Kurdischen Nationalversammlung Syriens sagt, dass die Türkei in letzter Zeit immer mehr die Ansprüche eines Neo-Osmanischen Imperiums erheben würde. Das sei gefährlich.

Türkische Joker

Kein orientalischer Anführer würde sich jemals an eine Partie Backgammon setzen, ohne einige Joker parat zu haben. Im Orient, ebenso, wie im Okzident, gibt es meistens drei davon - Halva, Peitsche und „das Spielfeld noch vor der Niederlage zu räumen und einen Stellvertreter die Partie zu Ende spielen lassen“. Auch der türkische Präsident ist da keine Ausnahme. Er wollte dem Westen einen Gefallen tun und die Russen an ihren Platz verweisen, während er selbst als der starke und mutige Herrscher da steht.

Dieser Joker war eine Niete. Obwohl Berlin mit seinen Bemühungen die bittere Pille für Ankara etwas schmackhafter gestalten konnte.

Einen Tag vor dem Treffen in Paris, konnte Angela Merkel ganz Europa dazu überreden drei „läppische“ Milliarden für die Türkei locker zu machen, um dieser bei der Flüchtlingsfrage behilflich zu sein. Natürlich kann man auch hier sagen - Europa und vor allem die deutsche Kanzlerin würden damit vorrangig die eigenen Probleme bekämpfen. Daran kann man zweifeln. Zunächst einmal, niemand, auch nicht die Deutschen, weiß woher sie das Geld in so kurzer Zeit auftreiben sollen. Und zweitens, allen Behauptungen aus dem Kanzleramt zum Trotz, hat die Öffentlichkeit noch keine Ansätze für einen Finanzierungsplan präsentiert bekommen. Die Paar Stichpunkte, die man in der Pressemeldung auf der Regierungsseite geboten bekommt, sind wenig überzeugend.<link http: www.bundesregierung.de content de reiseberichte> (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Reiseberichte/2015-11-29-eu-tuerkei-gipfel.html)

Peitsche - dieser Joker erscheint in der momentanen Situation besonders gefährlich. Es geht noch nicht einmal darum, ob die Türkei über die Wiedergeburt des Osmanischen Reiches nachdenkt, sondern darüber, was die meisten deutschen Politiker bevorzugt verschweigen: Atomwaffen auf türkischem Staatsgebiet. Wenn die Orientexperten genüßlich wiederholen, dass der Nahe Osten ein Pulverfass sei, dann muss man hinzufügen - ein radioaktives Pulverfass. Heißblütige südländische Köpfe wären durchaus in der Lage einfach auf gut Glück die Lunte anzuzünden.

Schon 2012 gab es einen Artikel darüber, dass türkische Physiker womöglich an einer Art Atom-Geschoss arbeiten. In einem Bericht aus dem Jahre 2012 berichtet der BND aus Ankara, dass türkische Physiker an einer Nuklearwaffe des »gun-type« arbeiten würden. Das Gun-Design verwendet als Zündung konventionelle Sprengladungen. Damit werden zwei unterkritische spaltbare Massen aufeinander geschossen. In der Regel werden dazu zwei Halbkugeln verwendet, in denen sich das Material getrennt voneinander befindet. <link http: info.kopp-verlag.de hintergruende enthuellungen udo-ulfkotte bundesnachrichtendienst-tuerkei-arbeitet-heimlich-an-atomwaffen.html>(http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/udo-ulfkotte/bundesnachrichtendienst-tuerkei-arbeitet-heimlich-an-atomwaffen.html)

Durch konkrete Fakten werden diese Behauptungen nicht belegt, trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Im Rahmen der Nuklearen Teilhabe und der Nutzung der Basis durch die US-Streitkräfte auf der Incirlik Air Base bis zu 90 Atomwaffen vom Typ B61 mit einer Sprengkraft von 0,3 bis 170 Kt gelagert sind. (Quelle: Wikipedia)

Foto: Icirlik / Google maps

Nun, der türkische Präsident hat ja noch einen dritten - letzten - Joker: er kann das Spielfeld räumen und die Partie einem anderen überlassen.

So wie sich die Situation im Moment entwickelt, wäre dieser Joker der gewinnbringendere. Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass sich die Türkei aus dem Konflikt heraushalten wird. Mit der Kurdenfrage und der Frage der Rolle der Türkei in einem neuen post-ISIS-Machtverhältnis im Nahen Osten steht für die Türkei einfach zu viel auf dem Spiel. Weiterhin ist also damit zur rechnen, dass viele Parteien neben dem Pulverfass mit dem Feuer ihrer eigenen Interessen spielen werden – der lachende Dritte ist dann der Islamische Staat...