Diejenigen, die Trumps Sieg sehnsüchtig erwartet haben, haben nun genug gefeiert und triumphiert. 
Die anderen, die an einer schweren Rothaarigen-Phobie litten, haben ihre Tränen getrocknet und sich einigermaßen beruhigt. Trump kam über Amerika, wie der Alptraum über die Elm-Street. Er ist nun nicht mehr nur ein Faktor der politischen Intrige. Er ist zum Faktor einer psychologischen Intrige geworden.
Dmytry Vydrin. Philosoph, Autor
Neben anderen Dingen, wird er es der amerikanischen Elite schwer machen, ihr Land weiter über alles zu lieben. So konnte Bush Jr., zum Beispiel, die Araber nicht leiden, weil sie die Geometrie geschaffen haben. Die Clinton-Seniorin mochte Bush Jr. nicht, weil er die Araber geschaffen hat. Und jetzt werden sie alle zusammen gezwungen sein, Amerika zu hassen, weil es Trump geschaffen hat. Wobei sie sich nicht an den Hass selbst gewöhnen müssen, der gehört nämlich zu ihrem subjektiven Selbstempfinden.
Mich aber interessiert eher die wissenschaftlich-objektive Seite. Die Wissenschaft beginnt dort, wo es ein Experiment und Reproduktivität gibt. Bei Trump habe ich wieder einmal ein Experiment durchgeführt, um festzustellen, ob sich der Erfolg meiner Methodologie zur Vorhersage des Ausgangs einer jeglichen Wahl, die mehr oder weniger frei abläuft, reproduzieren lässt. Ich habe schon bei mehreren Publikationen auf World Economy erwähnt, dass die Wahl des US-Präsidenten für mich eine persönliche politische Leidenschaft gewesen ist, bei der ich für „meinen“ Kandidaten mitgefiebert habe. Darüber hinaus, war diese Wahl aber auch das größte Versuchslabor zur Überprüfung der Methodologie der Vorhersage. 
Aus diesem Grund, habe ich sorgfältig alle möglichen Kontrahenten und Opponenten beobachtet. Aus heutiger Sicht, kann ich mit Sicherheit sagen, dass, wenn auch mit unterschiedlichen Methoden, aber doch zur etwa gleichen Zeit, eine korrekte und begründete Prognose von Herrn Prof. Schalak von dem Russischen Institut für Philosophie (an dieser Stelle herzliche Grüße an das Institut, an dem ich meine Doktorarbeit geschrieben habe) abgegeben wurde.
Gleichzeitig, veröffentlichte der amerikanische Professor Lichtman seine exakten Vorhersagen. Und schließlich auch ihr ergebener Diener. Ich habe zum späteren Zeitpunkt versucht, die Methodologie und Gedankengänge der oben genannten Professoren nach zu vollziehen. Mir wurde eindeutig klar, dass deren Prognosen keine Wahrsagerei, sondern exakte Berechnungen darstellten. Ich finde daher, es wäre höhst interessant, wenn die Herausgeber dieser Seite sie bitten würden, den Lesern wenigstens drei Basiswerte zu benennen, von denen sie bei ihren Überlegungen und Berechnungen ausgegangen sind.
Auf uns kommt ein Zeitalter von schicksalsträchtigen Wahlen zu, bei denen sich die Zukunft Europas, der ganzen Welt entscheiden wird. Es wäre nicht schlecht, wenn die Leser (sprich Wähler), wenigstens die Grundlagen der „Wahlausgangs-Prognosen für Dummies“ beherrschen würden. Ich fange bei mir an.
Die Chancen eines jeweiligen Kandidaten können leicht berechnet werden, wenn
- ein exaktes Strukturmodell erstellt wird, welches sein Potenzial, seinen Persönlichkeitsmaßstab aufdeckt
- dieses Modell an die aktuellen und kommenden Herausforderungen angelegt wird, um seine Möglichkeiten und die Effektivität der Antwort darauf einzuschätzen.
Am leichtesten lässt sich das Modell von einem Komputer kopieren.
Nach diesem Schema zerfällt die Persönlichkeit des Kandidaten in
- Hardware - angeborene psychosomatische Merkmale bedingt durch den Genpool und den Lebensstil der Eltern.
- Die Festplatte - eine Ansammlung von Regeln, Verhaltensmustern und Wertvorstellungen.
- Software - Bildung, Erfahrung, verschiedene Praxiserfahrungen, Umgangsformen und weitere Instrumente für die Arbeit mit der Realität.
Zu den vor seinem Land stehenden Herausforderungen zählen wir geopolitische Dominanz, Militärische Konflikte, inneren Zerfall, Migration, fehlenden Glauben, nichtsnutzige „Partnerländer“ und heimliche Sympathien gegenüber Staatsfeinden… Nur Donald, mit der Saloon-Rowdy-Hardware, der Rothaariger-Agnostiker-Festplatte und der Antikrisenguru-Software, konnte diesen Staat für sich gewinnen. Obwohl, natürlich, einige begleitende Faktoren durchaus auch Einfluß nahmen. So musste Trump nicht nur beweisen, dass der Maßstab seiner Persönlichkeit der bessere war, sondern er musste diese Persönlichkeit auch vor Angriffen von außerhalb schützen. Diesen Part übernehmen für gewöhnlich die nächsten Verwandten. So versuchte Bill seine Hillary zu schützen, indem er sie immer tiefer in Hass eintauchte, während Melania Trump versuchte ihren Donald zu retten, indem sie ihn mit Liebe umgab. Kurz gesagt: Malania killte Bill und zerstörte damit die „gußeiserne Hülle“ der Eisernen Lady. Alles weitere war elementare Anwendung der politischen Kunst. Mir war das schon vor anderthalb Jahren klar, aber warum es auch für meine beiden Kollegen so offensichtlich war, wäre ein tolles Thema für unsere Leser. Da ich diese Seite ebenfalls lese, erwarte ich ungeduldig eine Antwort.
Aber wollen wir nicht mehr über die Vergangenheit und Gegenwart sprechen, reden wir über die Zukunft. Was bedeuten unsere methodologischen Berechnungen. Ich fasse mich kurz.
Die Frau in Deutschland wird gehen. Ihr eingerosteter Kruppstahl, sprich Hardware, die dauernd hängen bleibende Festplatte und die veraltete Software sind nicht in der Lage, auch nur auf eine einzige, sei es von innen oder außen kommende, Herausforderung zu reagieren. Der nächstbeste Provinz-Rowdy Typs Erdogan kann mit Leichtigkeit einen Trojaner (der ja fast aus Trojans Heimat kommt - ha-ha) in ihr System einschleusen, was ihre „Architektur“ tatsächlich in Stücke reissen könnte. Aber so richtig, nicht so, wie Obama die russische Wirtschaft „in Stücke riss“.
Also, die Frau in Deutschland wird schon im nächsten Jahr gehen. Aber - Achtung! - in Frankreich wird eine Frau kommen. Ja, die Politik wird zunehmend maskuliner, die Herausforderungen werden härter, die Frauen kehren, wie schon mal erwähnt, in die Familie zurück, nicht nur in den USA, aber auch in Bulgarien, Moldawien. Aber Ausnahmen gibt es bekanntlich immer. Hier - das einzigartige Frankreich. Nur hier ist das Phänomen der Kämpfer-Frau möglich. Nur in Frankreich können sich Weiblichkeit und Erotik mit dem unbeugsamen Siegeswillen eines Kämpfers vermischen. Das Jeanne D’Arc Phänomen - Marine Le Pen. Sarkozy hat bereits verstanden, was ihn erwartet. Er kann einem fast leid tun, zu anderen Zeiten wären seine Weiblichkeit und Affektiertheit eine Zierde für die Champs-Élysées. Aber nicht für die Kriegsschauplätze zu denen die heutige Welt plötzlich verkommen ist.
Und noch ein Paar Kleinigkeiten. In den kommenden Monaten wird die Regierungselite in Italien zerbröseln. Sie wird zwischen den Harten Jungs in Österreich und den ihre Ufer verlassenden Flüchtlingen aus dem Süden zerrieben. Eine neue Demokratie, das ist ja nicht wie einen Limoncello essen, würde eine berühmte Figur sagen.
Wer wird im sonnigen Italien kommen? Da bin ich mir nicht so sicher. Eine passende Kandidatur ist bereits zu alt. Andere sind noch nicht aus ihren Regionen raus gewachsen. Wobei, Venetien…
Warten wir es ab. Ach ja und die „Causa Ukraine“ wird nächstes Jahr noch statt finden. Wie in Frankreich, wird dort eine Frau kommen, aber, wie in Deutschland, wieder gehen. Das hängt damit zusammen, dass die Volksliebe auf französische Art nicht immer mit der deutschen Ordnung endet. Über dies alles würde ich so gerne Prognosen und Meinungen austauschen. Aber das hängt alles von ihrer Redaktion ab.
Bilder: @depositphotos @WE
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