«Timochenko» gesucht - der Doktor an der Spitze der Rebellen

Bogotá (dpa) - Rodrigo Londoño alias «Timochenko» rückte Ende 2011 an die Spitze der linken Guerillaorganisation Farc, nachdem sein Vorgänger Guillermo Sáenz alias «Alfonso Cano» bei einem Luftangriff im Südwesten Kolumbiens ums Leben kam. Unter der Führung des heute 56-Jährigen nahmen die Rebellen im November 2012 offizielle Friedensverhandlungen mit der Regierung auf.

Londoño studierte in Kolumbien Medizin und bildete sich in Moskau zum Kardiologen weiter. Als Jugendlicher schloss er sich einer kommunistischen Bewegung an, und 1982 trat er in die Farc ein. Zunächst kommandierte er die 9. Front der Rebellen und stieg dann in die oberste Führungsriege der Guerilla auf.

«Timochenko» wurde wegen Mordes, Entführung und Rebellion in Abwesenheit zu fast 200 Jahren Haft verurteilt. Die Höchststrafe liegt in Kolumbien allerdings bei 40 Jahren. Erst in der vergangenen Woche verurteilte ihn
ein Gericht in der Stadt Bucaramanga wegen der Zwangsrekrutierung von Minderjährigen zu einer 13-jährigen Haftstrafe.