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Teil II. Erdogan

Niklas Kharidis, Politikwissenschaftler, Athen - Berlin

Erbakan hatte den Islam als die Rettung der Menschheit verstanden und sah im Zionismus eine "Weltverschwörung". Seinerzeit hatte die Türkei den Staat Israel zwar als erstes muslimisches Land anerkannt, doch seit 2011 bezeichnet Erdogan die Politik Israels als "Staatsterrorismus". 2014 setzte er mit der Aufnahme des Hauptquartiers der palästinensischen Terrororganisation Hamas in der Türkei, in Istanbul, ein weiteres Zeichen. Die Führung der AKP ließ sich dann auf ihren Parteiversammlungen gemeinsam mit dem Führer der Hamas unter den Rufen "Nieder mit Israel" feiern.

Der Krieg gegen die Kurden

Die Kurden in der Türkei bilden die größte ethnische Minderheit und sind gemeinsam mit den Kurden in Syrien, Irak und Iran das größte Volk ohne Staat in der heutigen Zeit, mit über 30 Millionen Menschen. Erdogan hatte zu Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident einige Reformen zugunsten der Anerkennung der Kurden durchgeführt und hatte mit den kurdischen Rebellen der PKK verhandelt - einer links gerichteten Organisation mit der Forderung nach einem unabhängigen kurdischen Staat. Wie so oft, erreichte er dabei keine friedliche Lösung. 

Die Türkei und die Flüchtlingskrise

Die Türkei wurde im Rahmen der so genannten "Flüchtlingskrise" zu einem Schlüsselstaat für die europäische Politik erklärt. 

Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien, aber auch aus anderen Krisenländern, wie dem Irak, Afghanistan und Staaten Nordafrikas hatten sich in die Türkei begeben, um von dort aus mit Booten zu den nah gelegenen griechischen Inseln überzusetzen und dann als Kriegsflüchtlinge oder Asylbewerber - vor allem nach Deutschland - gelangen zu wollen. Diese Krise führte zu einem kritisch gesehenen Abkommen über die Rücknahme von nicht anerkannten Flüchtlingen zwischen der EU und der Türkei, aber auch zu einem weitgehenden Schweigen der EU zu der Situation der Menschenrechte in der Türkei selbst.

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