Moskau am 07.08.2015 Foto: WE/AS

Sicherheitskonferenz-Chef Ischinger: Tür für Russland offen halten

Gegen die aggressive Moskauer Ukraine-Politik «brauchen wir nicht nur eine militärische
Eindämmungs- und Rückversicherungsstrategie, sondern müssen diese
ergänzen durch eine Strategie, die die Tür gegenüber Moskau offen
hält», sagte Ischinger in einem Interview der Berliner Wochenzeitung
«Das Parlament».

Es müsse aber auch anerkannt werden, dass die östlichen Nato-Partner
das Bedürfnis hätten, abgesichert zu sein. «Sie haben nach den
Ereignissen in der Ukraine Angst vor möglichen russischen
Übergriffen. Insoweit haben sie denselben Anspruch auf Solidarität
der Nato, den wir Deutschen für selbstverständlich gehalten haben
über Jahrzehnte des Kalten Krieges.»

Ausdrücklich wandte sich Ischinger gegen eine westliche Anerkennung
eines Moskauer Sicherheitsinteresses, «das sich nur befriedigen
lässt, wenn Länder wie die Ukraine oder Georgien einen Status
minderer Souveränität hätten, wenn sie akzeptierten, zur russischen
Einflusssphäre zu zählen». Ischinger: «Hier können wir Russland nicht
entgegenkommen.»

DPA