RWE bleibt in der Krise

Essen (dpa) - Der zweitgrößte deutsche Energieversorger RWE bleibt
auch nach dem beschlossenen Konzernumbau in der Krise. Im ersten
Halbjahr sackte der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn um 28
Prozent auf 543 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Donnerstag
in Essen mitteilte. Der Rückgang war noch stärker als von Analysten
erwartet. Im zweiten Quartal kam sogar ein Verlust zustande. Dabei
drückte neben einer höheren Steuerlast der anhaltende Verfall der
Strompreise im Großhandel, der sich immer stärker in die Bilanzen im
klassischen Erzeugungsgeschäft von RWE frisst. Zudem entwickelte sich
das für den Konzern wichtige Geschäft in Großbritannien zu einem
Sorgenfall.

Trotzdem hielt der Vorstand an seinen Prognosen für das Gesamtjahr
fest. Demnach soll das bereinigte Nettoergebnis weiter bei 1,1 bis
1,3 Milliarden Euro landen, 2014 waren es noch 2,3 Milliarden. Am
Montag hatte der Aufsichtsrat Pläne für einen tiefgreifenden Umbau
der Konzernstruktur gebilligt, mit denen Vorstandschef Peter Terium
das Ruder herumreißen will. So soll die Zahl von rund 100
Teilgesellschaften in Deutschland bis Anfang 2017 um rund ein Drittel
reduziert werden. Damit will RWE Bürokratie abbauen und
Entscheidungen im Konzern beschleunigen. Die Zentrale in Essen
bekommt mehr operative Durchschlagskraft.