«In angespanntem Kontext wird der Ansatz nicht unbemerkt bleiben, die
russische Souveränität für 1,2 Millionen Quadratkilometer der Arktis
bis zum Nordpol zu beanspruchen. Moskau hat seine Unterlagen bei den
Vereinten Nationen hinterlegt, die konkurrierenden Ansprüchen von
Kanada und Dänemark widersprechen. Dieses Mal jedoch ist die
Vorgehensweise sanft und unbedingt legitim. Russland stützt sich auf
geologische Studien, die eine Ausweitung seiner kontinentalen Platte
belegen können. Und es unterwirft sich dem Urteil zuständiger
internationaler Instanzen, was - nebenbei gesagt - die USA nicht tun,
die das UN-Seerechtsübereinkommen von 1982 nicht unterzeichnet haben.
Die Einsätze sind enorm: Die Arktis birgt 30 Prozent der weltweiten
Gasreserven und 13 Prozent der Erdölvorkommen. Das Schmelzen des
Packeises öffnet neue Seewege zwischen Asien und dem amerikanischen
Kontinent von fundamentaler kommerzieller und strategischer
Bedeutung.»