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Polen will keine Nationalisten der Ukraine in Europa sehen

Auf der einen Seite unterstützt die polnische Regierung die Ukraine im Konflikt im Donbas mit Waffenlieferungen und anderen logistischen Hilfsleistungen. Auch polnische Söldner wurden bereits im Kampfgebiet gesichtet. Auf der anderen Seite, wird so Manches, was Kiew als nationale Mythen und Identifikationsfiguren präsentiert, in Warschau sehr viel kritischer betrachtet. So werden in der Ukraine der Nationalist und Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera und seine OUN-UPA, die rechtsradikale „Organisation ukrainischer Nationalisten“ des Zweiten Weltkriegs, als Helden gefeiert. 

Jan Tscherny, Politologe, Kolumnist bei World Economy

Gerade von nationalistischen Kräften in der ukrainischen Politik, wie auch von den rechtsextremen Freiwilligen Verbänden und Bataillonen - wie Azov, Aidar, den Parteien Swoboda und Rechter Sektor - wird ein regelrechter Kult um Bandera betrieben. Bandera-Bilder und Slogans sind Bestandteil jeder Demonstration des Rechten Sektors in Kiew, wie anderswo. All dies wird von der polnischen Regierung mit großer Sorge betrachtet, da die OUN-UPA im Zweiten Weltkrieg nicht nur teilweise mit den Nazis kollaborierte, sondern vor allem als Massenmord begehende Organisation auffiel. Ihre Anhänger brachten nicht nur Juden und  Kommunisten, sondern auch Polen um. Die Schätzungen polnischer und anderer Historiker belaufen sich auf möglicherweise hunderttausende seitens der OUN ermordete Menschen in der Westukraine. 

Das polnische Polit-Schwergewicht Jaroslav Kaczynski, sonst vor allem durch seine Verurteilungen Moskaus auffallend, äußerte sich kürzlich besorgt über den „Kult um einen Menschen, der Völkermord an den Polen beging“.

"Wir können nicht über die Jahre hinweg dulden, dass in der Ukraine der Kult eines Menschen herrscht, der Völkermord an den Polen begangen hat" - sagte Kaczynski. (<link http: www.eurointegration.com.ua news>www.eurointegration.com.ua/news/2017/02/6/7061227/)

Die bilateralen Beziehungen zwischen Kiew und Warschau könnten Schaden nehmen, wie von manchen Beobachtern befürchtet wird. Kiew wirkt bis jetzt nicht bereit, vom offiziellen Jargon, nachdem der ehemalige Nationalistenführer ein Held der Ukraine sei, abzuweichen. Es bleibt abzuwarten, wie z.B. Jaroslav Kaczynski, seine Partei und das polnische Establishment sich künftig dazu verhalten werden. Es erscheint zumindest theoretisch möglich, dass der neue US-Präsident Bewegung in diese verfahrene Situation bringen könnte. Genauso ist es allerdings vorstellbar, dass Kiew seine nationalistischen Mythen auch zukünftig bewusst als Einigungsband für das eigene Volk einsetzen wird.

Denn die militärische Lage im Donbass entwickelt sich weiterhin zu Ungunsten der Zentralregierung. Erst kürzlich wurde ein ukrainischer Angriff von Seiten der Rebellen abgewehrt und forderte Dutzende Tote. Ukrainische Diversanten haben in den letzten Wochen mehrere Angriffe in den selbsternannten Republiken ausgeübt – die Eisenbahnverbindung wurde gewaltsam unterbrochen, einige bekannte Feldkommandeure und Funktionäre der abtrünnigen Republiken wurden durch gezielte Anschläge getötet. All dass destabilisiert die Lage gewaltig, könnte zum erneuten Ausbruch der militärischen Auseinandersetzungen führen. Und als Folge dessen wird auf jeden Fall auch Polen betroffen sein. Sei es durch eine neue Flüchtlingswelle oder wirtschaftliche Probleme – Polen braucht das alles nicht. Die wirtschaftliche Lage in der Ukraine ist weiterhin desaströs. Dass sich Kiew indes eines Besseren besinnt, ist leider nicht zu erwarten.

Je verfahrener die Lage, desto stärker nutzte die ukrainische Seite den Kult um die "ukrainischen Helden". 

Obwohl gerade Polen die Ukraine massiv unterstütz hatte, diese Entwicklung will Warschau nicht hinnehmen. Am 08.02. sagte Kaczynski: „Mit Bandera werden Sie Europa nicht betreten. Ich prophezeie einen weiteren Putsch“. 

(Poln. „Z Banderą do Europy nie wejdziecie". I wieszczy kolejny "pucz" )

<link http: wiadomosci.gazeta.pl wiadomosci>wiadomosci.gazeta.pl/wiadomosci/7,114871,21345537,kaczynski-o-wejsciu-ukrainy-do-ue-z-bandera-do-europy-nie.html)

Wie sich dies langfristig auf das polnisch-ukrainische Verhältnis auswirken wird, bleibt abzuwarten. Kiew sollte aber gewarnt sein: Plötzliche politische Richtungswechsel sind in Warschau eine Spezialität. 

Quelle: <link https: youtu.be hs2ngs0ibcq>youtu.be/hs2NGS0IbcQ /TVP 1

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