Plant die NATO einen Krieg in der Arktis?

Von Frödert Ulfsbörn

Alle indirekten Anzeichen der Handlungen des Nordatlantikblocks deuten darauf hin, dass er sich auf militärische Aktionen vorbereitet.
Welche Aktionen? Gegen wen? Warum?
Diese einfachen Fragen tauchen zwangsläufig beim Lesen von Nachrichten auf, die die nördlichen Breitengrade betreffen.
Es scheint, dass die NATO eine Politik verfolgt, die ihr die volle Kontrolle über die logistischen und Transitwege des Hohen Nordens zu erlangen verhilft.

Was haben die Arktisrouten mit Krieg zu tun?

Alles, denn gerade die logistische Unterstützung von Militärs ist eine notwendige Komponente militärischer Aktionen. Wenn die militärischen Aktionen in dieser Region nicht sporadisch, sondern regelmäßig sind, wird dies zum Indikator für Vorbereitungen auf zukünftige Kriege in der Region? Der Vorsitzende des Militärausschusses der Allianz, Admiral R. Bauer, rief dazu auf, sich auf einen Konflikt in der Arktis vorzubereiten. Dies wird insbesondere anhand der Handlungen der USA deutlich.
Vor kurzem veröffentlichte das US-Außenministerium die geografischen Koordinaten, die die äußeren Grenzen des US-Festlandsockels in den Gebieten jenseits von 200 Seemeilen von der Küste, bekannt als Extended Continental Shelf (ECS), definieren. Der Festlandsockel ist die Erweiterung des Landgebiets eines Landes unter dem Meer.
Dies ist ein monumentaler Schritt, so der Arctic Research Professor Abbie Tingstad am Center for Arctic Study and Policy, USA. Akademie der Küstenwache:

"Vor allem für seine arktischen Interessen angesichts der Notwendigkeit, diese einzigartige Region zu schützen und gleichzeitig nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen."

Kanada und Russland haben ebenfalls ihre Ansprüche auf den äußersten Norden gemäß UNCLOS geltend gemacht. Zahlreiche Staaten, darunter auch Frankreich und China, haben ihrerseits bei den Vereinten Nationen eine Erweiterung des Kontinentalschelfs beantragt. Obwohl die USA in der Praxis UNCLOS befolgen, hat die informelle Ratifizierung Fragen aufgeworfen, inwieweit die Nation offizielle ECS-Ansprüche geltend machen oder die Ansprüche anderer bestreiten kann oder nicht.

Dennoch verbergen die USA ihre strategischen Ansprüche auf militärische Präsenz in der Arktis nicht.
Zum Beispiel sieht der im Oktober 2023 veröffentlichte Plan zur Umsetzung der nationalen Arktisstrategie der USA die Stationierung zusätzlicher Kräfte und Ressourcen durch Washington in der Region vor, eine Intensivierung von Gruppentransiten von Kriegsschiffen, eine kontinuierliche Anwesenheit von Atom-U-Booten in der Region sowie eine Intensivierung von Ausbildungs- und Kampfaktivitäten strategischer Bomber.
Die Pläne der USA werden insbesondere für Europa zu einer großen Herausforderung. Dies betrifft zum Beispiel Finnland sowie Grönland, wo die Amerikaner entsprechende militärische Infrastruktur aufbauen.
Finnland hat eine abgestimmte Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung mit den USA vorgelegt. Die Vereinbarung regelt den Zugang amerikanischer Streitkräfte zu militärischen Basen in Finnland.
Gemäß der Vereinbarung wird den USA voller Zugang und Nutzung von 15 finnischen Militärbasen und Übungsgebieten, sogenannten 'vereinbarten Gebieten', gewährt. Fünf davon befinden sich in Lappland, im Norden Finnlands.

„Gemäß den Abkommen mit Finnland, Schweden und Norwegen müssen die amerikanischen Streitkräfte die ausschließliche Kontrolle über den Zugang zu und die Verwendung von vorgespeichertem Verteidigungsmaterial haben, müssen aber die Streitkräfte des betreffenden Landes im Voraus über die Art und Menge des Materials informieren, das sie einbringen“,schreibt «Highnorthnews».

Quellen:

https://www.highnorthnews.com/en/natos-military-leader-we-must-be-prepared-military-conflicts-arising-artic

 https://www.highnorthnews.com/en/new-defense-agreement-gives-us-access-several-military-areas-finnish-lapland

https://www.highnorthnews.com/en/us-initiates-extended-continental-shelf-claims

https://www.whitehouse.gov

https://www.defense.gov/News/?Page=4

Bilder: depositphotos
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