Berlin (dpa) - Der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sieht trotz der
gescheiterten Verhandlungen noch Chancen auf einen Verbleib
Griechenlands in der Euro-Zone. Sollte das Referendum der Griechen am
kommenden Sonntag eine Einigung mit den Geldgebern billigen, dann
hätte «die griechische Bevölkerung der eigenen Regierung doch klar
die Grenzen aufgezeigt», sagte Oppermann im Deutschlandfunk. «Dann
müsste diese Regierung wieder verhandeln, wenn sie denn überhaupt
noch legitimiert wäre, solche Verhandlungen zu führen.»
Auf die Frage, ob die Europäische Zentralbank weitere Notkredite an
griechische Banken überweisen sollte, blieb der SPD-Politiker
zurückhaltend. Das müsse vernünftig im «geltenden rechtlichen Rahmen
entschieden werden, unter Berücksichtigung dessen, was jetzt
passieren kann». Die Ankündigung des griechischen Regierungschefs
Alexis Tsipras, die Verhandlungen zu beenden, habe schon zu
panikartigen Reaktionen geführt. «Jetzt muss man einen Weg finden,
wie man wieder Ruhe in den ganzen Prozess bringen kann, um die Panik
nicht noch zu vergrößern», forderte Oppermann.