Zürich (dpa) - Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt am Montag über die
Bemühungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Griechenland in der
Eurozone zu halten:
«Die häufigen Telefonate und Treffen (Bundeskanzlerin) Merkels mit
dem griechischen Regierungschef haben auch noch einen anderen Grund.
Auf keinen Fall soll in Europa und vor der Weltöffentlichkeit der
Eindruck entstehen, Deutschland sei schuld an den unabsehbaren Folgen
eines möglichen «Grexit». Allein schon deshalb wird Merkel bis zur
letzten Minute darum kämpfen, Griechenland auf irgendeine Weise doch
noch im Euro zu halten. In der politischen Klasse Berlins schliesst
man nicht aus, dass sich nach einem Staatsbankrott eine starke
antideutsche Stimmung in Griechenland entwickelt, die auch auf andere
Länder überschwappen könnte. Eine nahezu bedingungslose Fortsetzung
der Finanzhilfen für Athen, wie sie Tsipras verlangt, kommt für
Merkel aber nicht in Betracht und wäre in der eigenen
Bundestagsfraktion auch nicht durchzusetzen.»