Notopfer Joe Biden

Von Willy Wimmer

Der Sommer ist unwirklich, jedenfalls im politischen Zusammenhang. Während man sich um jeden einzelnen Kubikmeter Gas, die Wiederauferstehung der Atomkraft oder die Inbetriebnahme von Kohlekraftwerken geradezu wie die Kesselflicker schlägt, werden den Menschen bislang unfassbare Belastungen auferlegt. Schlimmer noch, wie der durchschimmernde Zusammenbruch Deutschlands und die von der grünen Kriegstrommlerin, Frau Baerbock, in Aussicht gestellten Volksaufstände deutlich machen.
Die abstruse Geschwindigkeit, mit der der deutsche Bundespräsident Steinmeier versucht, zwischen sich und einer vernünftigen Nachbarschaftspolitik mit Russland, eine Brandmauer zu ziehen. ist atemberaubend. Dieses präsidiale Verhalten zerstört jedwedes Vertrauen in deutsche Politik. Das gilt für das Inland und das Ausland. Damit wird die deutsche Staatsraison, die auf Willy Brandt zurückgeht, ins Gegenteil verkehrt. Es war Willy Brandt, der davon sprach, dass wir ein Volk der „guten Nachbarschaft“ in Europa sein müssten und sollten. Das heutige Berlin zeichnet sich dadurch aus, die letzten Jahrzehnte zu verleugnen. Dieses abstoßende Verhalten macht mehr als alles andere deutlich, was Tributzahlungen an Washington und einen offenbar kriegslüsternen Präsidenten Joe Biden anbelangt. Wir werden nach einem europäischen Ministerpräsidenten nicht nur auf Kriegswirtschaft gebürstet. Wir werden geradezu auf globalen Krieg gegen alle diejenigen eingestellt, die sich amerikanischer Vorherrschaft und Kontrolle entgegenstellen und über ihr Schicksal selbst bestimmen wollen.

Und wofür das alles? Es wird uns über die Medien tagaus, tagein eingebläut. Keine Kochsendung vergeht ohne das immerwährende Mantra vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vom 24. Februar 2022. Kein Wort vom ukrainischen Angriff am 16. Februar 2022 auf der ganzen Front gegen den Donbass. Kein Wort davon, dass das Elend des westlichen Beziehungen mit Russland eine jahrzehntelange Vorgeschichte hat und darin gipfelte, Russland das Gespräch über seine berechtigten Belange ebenso zu verweigern wie den europäischen Kernsatz der unteilbaren Sicherheit auf dem gemeinsamen Kontinent zu verleugnen. Nicht zu reden von der Nuland-Aufforderung an Moskau vom Oktober 2021 auf „bedingungslose Kapitulation Russlands“ für die amerikanischen Welteroberungsüberlegungen. Washington ist auf dem direkten Weg von Moskau nach Beijing, wie Singkiang und Taiwan, nebst Hongkong, zeigen. Der Westen ist Gefangener der amerikanischen Planungen über mehr als ein Jahrhundert und der amerikanischen Kriegs-Endlosgeschichte, kein Zweifel. „Mourir pour Kiev“, das ist das jetzige, westliche Motto, aber auch die Gewissheit, es nicht mit einem Krieg zu tun zu haben, der „unser Krieg“ sein könnte, weder in der Ukraine noch global.

Bilder: depositphotos

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