Zusammen mit dem bisher gebauten zweiten Strang hat die Gas-Trasse
eine jährliche Transportkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern.
Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist die 1224 Kilometer lange
Pipeline von Wyborg nach Lubmin bei Greifswald strategisch enorm
wichtig. Denn mit ihrer Hilfe kann sibirisches Erdgas direkt zu den
westeuropäischen Abnehmern gelangen - Transitländer wie die nach
Westen strebende Ukraine oder Weißrussland werden so umgangen.
Eine Machbarkeitsstudie zu einem möglichen dritten und vierten Strang
hatte das Nord-Stream-Konsortium bereits 2012 angestoßen. Mitte Juni
kündigte nun das Mitglied Gazprom - Russland staatlicher Monopolist -
als Mehrheitseigner an, die Erweiterung zusammen mit Deutschlands
größtem Energiekonzern Eon, der britisch-niederländischen Shell und
der österreichischen OMV in Angriff nehmen zu wollen. Der Kasseler
Gasförderer Wintershall, der wie Eon stark in Russland engagiert ist,
erwägt eine mögliche Beteiligung auch an dieser Ausbaustufe.
Die südlich um die Ukraine herum verlaufende Pipeline Turkish Stream
gilt als Nachfolgeprojekt der früheren South-Stream-Pläne, die
infolge der Spannungen mit Moskau in der Ukraine-Krise gescheitert
waren. Statt bis nach Bulgarien soll die vom russischen Küstenort
Anapa durch das Schwarze Meer und die Türkei geführte Leitung nun bis
nach Griechenland weitergebaut werden. Pro Jahr soll die Trasse bis
zu 63 Milliarden Kubikmeter schaffen, zunächst sind von 2017 an knapp
15,6 Milliarden Kubikmeter für den Eigenverbrauch der Türkei geplant.
Quelle: dpa
Foto: ARCHIV - Die Anlandestelle der Ostsee-Erdgaspipeline der Firma Nord Stream, aufgenommen am 23.03.2012 in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: Stefan Sauer/dpa
