Neutralität und Nachbarschaftspolitik

Von  Dr. Norbert van Handel      

Die Situation in der EU und die Ereignisse im mittleren Osten müssten endlich der österreichischen Regierung zeigen, dass nur die Neutralität und eine enge Nachbarschaftspolitik mit Ungarn, Tschechien, der Slowakei und anderen Ländern für Österreich notwendig sind.

Man sollte sich deutlich vor Augen halten, dass nur Viktor Orban bzw. Ungarn seit eh und je Mitteleuropa vor dem türkischen Ansturm im 16. und 17. Jahrhundert und auch später bewahrt hat. Heute ist es nicht viel anders. Jeder, der in Budapest ist, sieht eine mitteleuropäische Stadt, die nicht von fremden Identitäten politisiert ist.

Die derzeitige Außenministerin Österreichs ist leider eine Frau, die die Geschichte oder auch die zukünftigen Entwicklungen unserer Heimat Österreich nicht versteht. Der Bundeskanzler sollte heute buchstäblich alles tun, um unsere Freunde in Ungarn und vor allem Viktor Orban für die nächste Wahl im April 2026 entsprechend zu unterstützen. Er wird in der FPÖ einen Partner finden. 

Ihre Verantwortung, Herr Bundeskanzler, ist in der jetzigen Zeit ganz besonders groß, denn die Neutralität hatte uns 46 Jahre nach Ende der österreichischen-ungarischen Monarchie die Möglichkeit gegeben wieder ein bisschen in der Weltpolitik anzukommen: als Brückenbauer, als Konferenzort, als Mittler zwischen verschiedenen Gesellschaftssystemen.

Hat Frau Meinl-Reisinger als Außenministerin dies überhaupt verstanden? Wir glauben, dass dies nicht der Fall ist.
Gerade nach Ihrem Regierungsjubiläum heuer, ist es wichtig für Österreich:

  •  mit seinen Nachbarländern eine Gruppe in der EU zu bilden, die möglicherweise von den – leider müssen wir hier sagen – Kriegstreibern in Deutschland Frankreich und Großbritannien abrückt.

  •  Haben Sie, Herr Bundeskanzler, keine Angst, dass die Patriots for Europe aus der EU austreten wollen. Sie wollen lediglich ein Vaterland der Vaterländer, wie auch die EU seinerzeit konzipiert wurde.

  •  Kein Superstaat, sondern ein Vaterland der Vaterländer.

Viktor Orban ist für Mitteleuropa schlechthin die Gallionsfigur, an der sich jene mitteleuropäischen Länder, die früher in Österreich-Ungarn verbunden waren, orientieren können, vor allem dann, wenn sie ihre kulturellen-, traditionellen- und religiösen Identitäten nicht verlieren wollen.

Wenn das bei uns und vor allem auch in Wien nicht verstanden wird, dann wird Österreich, nicht als Name, sondern als Jahrtausendjährige Geschichte verschwinden.

Bilder: depositphotos

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