Frankfurt/Main (dpa) - Mehrere belastenden Faktoren - von Asien bis
Zinswende - dürfte in der neuen Börsenwoche für eine angespannte
Stimmung sorgen. Experten stellen sich auf einen stark schwankenden
Dax ein. Nach den Verlusten der abgelaufenen Woche rücke beim
deutschen Leitindex «die psychologisch wichtige Marke von 10 000
Punkten ins Visier der Anleger», schrieb Expertin Claudia Windt von
der Helaba. Robert Halver, Chefanalyst der Baader Bank, geht davon
aus, dass der Dax mit Gegenbewegungen versuchen wird, sich gegen
weitere Verluste zu stemmen und daher schwankungsfreudig entwickele.
Auch am Freitag drückten schlechte Nachrichten zur chinesischen
Wirtschaft, eine schwache Wall Street und ein erstarkter Euro den
Dax. Positive Konjunkturdaten aus Europa konnten den deutschen
Leitindex nicht nachhaltig stützen. Der Dax beendete den Handel nach
den verlustreichen Vortagen mit einem Minus von 2,95 Prozent auf
10124,52 Punkte. Auf Wochensicht büßte er damit 7,83 Prozent ein. Das
ist der größte Wochenverlust seit vier Jahren.
Insgesamt dürfte auch die kommende Woche unter schlechten Sternen
stehen. Wegen der Ferienzeit seien die Wochen um August und September
für die Börse ohnehin schwierig, sagte Halver. Im Sommerloch wird
weniger gehandelt und bei einem schwachen Volumen können die Börsen
von vergleichsweise wenigen Marktteilnehmern stark bewegt werden. Zu
dem saisonalen Effekt gesellen sich aber nun Sorgen um die
Weltkonjunktur wegen der schwächelnden Wirtschaft Chinas,
Unklarheiten zum Zeitpunkt der Zinswende in den USA und Befürchtungen
wegen der sich eintrübenden Verbraucherstimmung in Deutschland.
Politische Unsicherheiten aus Griechenland seien in dem Zusammenhang
zwar nicht der wichtigste Punkt, erläutert Halver. Allerdings
bestünden nun wegen der Neuwahlen Ängste, dass der zurückgetretene
Ministerpräsident Alexis Tsipras am 20. September mit einer absoluten
Mehrheit wiedergewählt werde und danach den Reformprozess
verlangsame. Auch die Entwicklung des Eurokurses gegenüber dem
US-Dollar dürfte den Dax bewegen.
Die Anleger dürften daher auf die Vorgaben der asiatischen Märkte
sowie Konjunkturdaten aus Europa und den USA sensibel reagieren - und
dafür gibt es in der kommenden Börsenwoche ausreichend Gelegenheit:
Am Dienstag veröffentlicht das Münchener Ifo-Institut seinen
Geschäftsklimaindex für August und damit den wohl prominentesten
Stimmungsindikator für die deutsche Volkswirtschaft.
