Berlin (dpa) - Das in Berlin geplante Museum der Moderne kann nach
Einschätzung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bis zum Jahr
2021 fertig sein. «Wir streben diesen Termin an, Voraussetzung ist
natürlich, dass alles glattgeht», sagte die CDU-Politikerin in einem
Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Nach der Freigabe der ersten Mittel im Haushaltsausschuss des
Bundestags vergangene Woche könne voraussichtlich noch im August der
Ideenwettbewerb beginnen. «Bis Mitte nächsten Jahres startet dann der
Realisierungswettbewerb. Wir sind jetzt auf einem guten Weg.»
Das ambitionierte Projekt soll die Kunst des 20. Jahrhunderts und
drei hochkarätige Sammlungen von privaten Mäzenen aufnehmen. Der auf
200 Millionen Euro veranschlagte Bau ist zwischen der Neuen
Nationalgalerie und der Berliner Philharmonie geplant - zwei
Architektur-Ikonen in der Nähe des Potsdamer Platzes.
Grütters verteidigte die Entscheidung, sich schon jetzt auf einen
Standort festzulegen. Das war unter anderem bei der Architektenkammer
auf Kritik gestoßen. Die Potsdamer Straße biete eine höhere
städtebauliche Qualität und ein größeres Baufeld, sagte sie. Es habe
deshalb von Anfang an eine deutliche Mehrheit für diesen Standort
gegeben.
Der Erwerb des von drei Besitzern gehaltenen dortigen Grundstücks ist
ihren Angaben zufolge bereits weitgehend verhandelt. «Das Land Berlin
überträgt seinen Anteil kostenneutral. Die Evangelische Kirche
verkauft uns ihren Teil zu einem festgesetzten, marktüblichen Preis.
Und mit dem privatem Besitzer soll es einen Tausch geben - die
Stiftung Preußischer Kulturbesitz stellt ein großes Grundstück in der
Nachbarschaft zur Verfügung», erläuterte sie. Parallel dazu habe das
Land Berlin das Baurechtsverfahren bereits eingeleitet.
Auch die Jury zur Beurteilung der Entwürfe steht ihren Angaben
zufolge weitgehend fest, Namen sollen aber erst bei der Vorstellung
genannt werden. «Wir haben sehr hochkarätige Leute, obwohl uns viele
Architekten abgesagt haben, weil sie sich selbst an der Ausschreibung
beteiligen wollen», so Grütters.
Der für Herbst geplante Ideenwettbewerb steht auch jungen und bisher
mit Großprojekten noch unerfahrenen Büros offen - «wir erhoffen uns
davon viele kreative und mutige Entwürfe». An dem folgenden
Architektenwettbewerb sollen sich - voraussichtlich im ersten
Halbjahr 2016 - dann insgesamt rund 40 Büros beteiligen, darunter
auch die Preisträger des Vorentscheids.
Ob das Projekt tatsächlich, wie von Grütters vorgeschlagen, in
öffentlich-privater Partnerschaft läuft, ist nach ihren Angaben noch
offen. «Dazu wird gerade eine Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt»,
sagte sie. «Das ist keine ideologische Frage, es geht nur darum, was
kostengünstiger ist.»
