A handout picture made available by the Arctic Council shows Senior Arctic Officials (SAO) Chair Vincent Rigby (R) and German ambassador to Canada Joern Rosenberg (L) during the 9th Ministerial Meeting of the Arctic Council in Iqaluit, Nunavut, Canada, 24 April 2015. ( dpa)

Ministertreffen begonnen - USA übernehmen Vorsitz im Arktischen Rat

«Die Menschen in der Region sind unsere größte Priorität», sagte US-Außenminister John Kerry, dessen Land nach zwei Jahren turnusgemäß den Vorsitz von Kanada übernimmt, zum Auftakt des Treffens am Freitag in Iqaluit. «Sie sollen unserenVorsitz prägen.» Es sei eine «entscheidende Zeit» für die Arktis und den Arktischen Rat, sagte Kerry weiter.

Neben Kanada und der USA gehören dem Gremium auch Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland und Schweden an. Bis Samstag wollen ihre  Vertreter unter anderem über Wirtschafts-, Umwelt- und
Infrastrukturthemen sprechen. Deutschland ist als Beobachter dabei.

„Historisch betrachtet, schlugen mit Änderungen der wirtschaftlichen und politischen Machtverhältnisse stets auch die Handelsrouten neue Richtungen ein. So ist es nur konsequent, dass mit dem Rückgang des arktischen Eises ein Streit um die Arktis als Territorium selbst begann. Die Arktis eröffnet neue Perspektiven für Seewege, die Erkundungen und Ausbeutungen unentdeckter Bodenschätze, den kommerziellen Fischfang und die industrielle Entwicklung neuer Gebiete. Die rekordverdächtige Eisschmelze in den zurückliegenden Jahren in der Arktis hat zahlreiche Nationen geradezu aufgefordert, die jeweiligen Interessen und politischen Zusagen zur Arktis zu überarbeiten“, - schreibt Rechtsanwalt Philipp Hermes (BHM Penlaw, Hamburg).

<link http: www.world-economy.eu details article die-nordostpassage-eine-geopolitische-betrachtung-1>www.world-economy.eu/details/article/die-nordostpassage-eine-geopolitische-betrachtung-1/

Die acht Mitgliedsstaaten des Arktischen Rates wollen  sich gemeinsam für Frieden und Stabilität in der Arktis einsetzen. Vertreter Kanadas, der USA, Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens, Russlands und Schwedens unterzeichneten am Freitag (Ortszeit) in der nordkanadischen Stadt Iqaluit ein entsprechendes Dokument. Darin sprechen sie sich für «konstruktive Zusammenarbeit» in dieser Hinsicht aus. Die Abkommen des Rates sind jedoch lediglich  Empfehlungen und nicht bindend. 

In der an Bodenschätzen reichen Region, die mit fortschreitendem Klimawandel innerhalb der nächsten zwei bis drei  Jahrzehnte im Sommer eisfrei sein könnte, werden große unerschlossene Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Quelle: dpa