Tiflis (dpa) - Trotz Kritik aus Russland will die Südkaukasusrepublik
Georgien ihre Annäherung an die Europäische Union vorantreiben. «Wir
wollen uns Europa anschließen», sagte der georgische Europaminister
David Bakradse der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Regierungschef
Irakli Garibaschwili hatte nach dem EU-Ostgipfel in Riga am Freitag
mitgeteilt, das Treffen habe gezeigt, dass Europa hinter den
östlichen Partnern stehe.
Georgien strebt ebenso wie die Ukraine einen Beitritt zur EU und zur
Nato an. Die Annäherung der sechs östlichen Partnerschaftsländer -
Ukraine, Weißrussland, Moldau, Armenien, Aserbaidschan und Georgien -
an die EU hat einen Streit zwischen Moskau und Brüssel ausgelöst.
Russland sieht die früheren Sowjetrepubliken als Teil seiner
Einflusssphäre.
Georgien wolle weiter die Aufhebung der Visapflicht erreichen, sagte
Bakradse. Die EU hatte dieser Hoffnung beim Gipfel in der lettischen
Hauptstadt Riga einen Dämpfer erteilt und zunächst Reformen bis Ende
2015 gefordert. Sein Land habe diesbezüglich schon große Fortschritte
gemacht, meinte der Staatsminister. Bis zum Herbst sollten die
Reformen umgesetzt sein, kündigte er an.