Kiew (dpa) - Im Kriegsgebiet Ostukraine sind bei neuen Gewaltexzessen
zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten mindestens
acht Menschen getötet worden. Beobachter der Organisation für
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seien nach Gefechten
im Ort Horliwka eingetroffen, wo vier Zivilisten ums Leben gekommen
seien, teilten die Aufständischen am Mittwoch örtlichen Medien
zufolge mit. Separatistenführer Eduard Bassurin gab der Armee die
Schuld am Tod der Menschen. Innerhalb von 24 Stunden seien zudem zwei
Aufständische getötet und mindestens vier weitere verletzt worden.
Die prowestliche Führung in Kiew wies die Vorwürfe zurück. Die Armee
reagiere nur auf Provokationen der Separatisten, hieß es. Die an der
Seite des Militärs kämpfenden Freiwilligenbataillone sprachen von
mindestens zwei Toten und zudem mehreren Verletzten in ihren Reihen.
Präsident Petro Poroschenko bekräftigte unterdessen die Absicht der
Ex-Sowjetrepublik, sich stärker an Nato und EU anzubinden. Dazu
unterzeichnete der Staatschef ein entsprechendes Strategiepapier.
Russland kritisiert die Nähe des Nachbarlands zur Nato scharf.
Angesichts zunehmender Gewalt in der Ukraine sprach sich
Generalstaatsanwalt Viktor Schorkin für ein liberales Waffengesetz
aus. Jeder Bürger müsse das Recht auf Selbstverteidigung haben.