Bagdad (dpa) - Bei einem der tödlichsten Anschläge der vergangenen
Monate sind im Irak mindestens 86 Menschen ums Leben gekommen. Auf
einem belebten Markt in Bani Saad rund 35 Kilometer nordöstlich der
irakischen Hauptstadt Bagdad sei am Freitagabend eine Autobombe
explodiert, berichtete die Polizei am Samstag weiter. Mindestens 120
Menschen seien dabei verletzt worden, meldete die Nachrichten-Website
Almada Press unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich über den
Kurznachrichtendienst Twitter zu dem Anschlag. Ein
Selbstmordattentäter habe sich in einem mit fast drei Tonnen
Sprengstoff beladenen Fahrzeug in die Luft gesprengt. Die sunnitische
Terrororganisation erklärte nach Angaben des US-Senders CNN, das
Attentat habe einer Zusammenkunft schiitischer Milizen gegolten.
In Fernsehbildern waren Leichen inmitten der Trümmer total zerstörter
Gebäude und brennender Fahrzeuge zu sehen. Die Menschen waren
zusammengekommen, um das Eid-al-Fitr-Fest zum Ende des muslimischen
Fastenmonats Ramadan zu feiern, als der Sprengstoff explodierte. Die
örtlichen Behörden in der Provinz Dijala sagten nach dem Anschlag die
Eid-Feierlichkeiten ab und riefen eine dreitägige Trauer aus.
Die betroffene Region steht zu weiten Teilen unter Kontrolle des IS.
Während der Kämpfe zwischen irakischen Regierungstruppen und
IS-Extremisten wurden im Irak seit Anfang 2014 nach UN-Angaben
mindestens 15 000 Zivilisten getötet und 30 000 verletzt.