Bundeskanzlerin Angela Merkel in New York / dpa

Merkel: Welt muss Ursachen von Flucht und Vertreibung beseitigen

New York (dpa) - Die Weltgemeinschaft muss nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Ursachen der Flucht aus ärmeren Ländern bekämpfen. «Millionen sehen sich zur Flucht gezwungen, durch Krieg und Vertreibung und auch durch mangelnde Zukunftsperspektiven und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage», sagte Merkel am Freitag vor der UN-Vollversammlung in New York. «Es gibt dafür nur eine Lösung: Wir müssen die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen.»

Merkel sprach auf dem UN-Gipfel zu den sogenannten Nachhaltigkeitszielen, mit denen bis 2030 Hunger und extreme Armut beseitigt werden sollten. «Die Agenda 2030 ist das richtige Mittel», um Fluchtursachen anzugehen. «Die Weichen sind gestellt», sagte Merkel. Jetzt müssen wir daran arbeiten; regional, national und global.»

Die 17 Nachhaltigkeitsziele sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen. Bis 2030 sollen extreme Armut und Hunger auf der Welt besiegt werden. Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser, einer hygienischen Erfordernissen genügenden Toilette und einer kostenlosen Grundschulausbildung garantiert werden. Es geht aber auch darum, die Wirtschaften auch der entwickelten Länder umweltschonend und klimafreundlich zu machen.

«Deutschland steht zur Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen», versicherte die Bundeskanzlerin. «Unser Etat für Entwicklungshilfe wird in den nächsten Jahren jedes Jahr substanziell steigen», sagte sie.

Greenpeace begrüßte die Rede zwar, zeigte sich aber skeptisch. «Merkels zukunftsweisende Rede wird erst glaubwürdig, wenn sie in Deutschland Ernst macht und den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle einleitet», sagte Karsten Smid von der Umweltschutzorganisation. «Die von ihr skizzierte Vision, langfristig aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen, kann den Menschen vor allem auf der Südhalbkugel neue Hoffnung geben.» Es müsse aber auch eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien geben, alles andere hätte katastrophale Folgen für Millionen Menschen.