Ein Signal leuchtet am 22.04.2015 in Berlin auf einem Bahnsteig im Bahnhof Friedrichstraße rot. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Lokführer und Lokrangierführer

Berlin (dpa) - Bei der Deutschen Bahn sind rund 20 000 Lokführer
angestellt. Sie steuern ICE-, Intercity- und Regionalzüge sowie
S-Bahnen und Güterzüge. Außerdem arbeiten etwa 3100 Lokrangierführer
für das bundeseigene Verkehrsunternehmen. Die siebte Streikwelle der
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sie in den
Blickpunkt gerückt. Denn diesmal war die Einordnung der
Lokrangierführer in das Bahn-Tarifgefüge nach Darstellung der GDL der
Hauptgrund für das Scheitern der Tarifverhandlungen.

Was unterscheidet die beiden Berufe?

Die Lokführer sind auf dem gut 33 400 Kilometer langen Schienennetz
in ganz Deutschland unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, Personen oder
Güter sicher von A nach B zu transportieren. Gut 75 Prozent von ihnen
sind nach Angaben der GDL Mitglied bei dieser Berufsgewerkschaft.

Die deutlich größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
wiederum reklamiert für sich, dass etwa 75 Prozent der
Lokrangierführer bei ihr organisiert sind. Diese Mitarbeiter bewegen
Eisenbahnwagen auf einem Gleisvorfeld, oft per Funkfernsteuerung. Sie
sind also zuständig für das Auflösen, Zusammenstellen oder Umsetzen
von Zügen sowie für das Kuppeln oder Entkuppeln von Fahrzeugen.
Sofern sie eine Zusatzqualifikation besitzen, dürfen sie auch
Lokomotiven zum Rangieren bewegen.

In der jüngsten GDL-Mitteilung vom Montag hieß es: «Seit Jahren
verlagert die DB Arbeitsplätze der Lokomotivführer auf
Lokrangierführer. Diese Kollegen machen die gleiche Arbeit, werden
aber deutlich schlechter bezahlt und haben viel schlechtere
Arbeitszeitregelungen.»

Die EVG hält das Engagement der GDL für die Lokrangierführer für
unglaubwürdig. Sie führt parallel zur GDL Tarifverhandlungen mit der
Bahn. Dabei strebt die EVG nach Angaben eines Sprechers an, das neue
Berufsbild eines Transportlogistikers einzuführen. Damit solle der
Tatsache Rechnung getragen werden, dass Lokrangierführer inzwischen
immer mehr Zusatzaufgaben erfüllen.