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Kommentar: Poroschenkos Zugzwang

Von Jan Tscherny, Journalist, Politologe

Die Finanzministerin Natalija Jaresko - die sowohl in den USA als auch in Europa als Expertin hohes Ansehen genießt - würde als potentielle Chefin einer neuen Regierung als solche anerkannt. Sie betont bei jeder Gelegenheit, ihr Land sei nicht Bankrott, befinde sich aber in einer denkbar schwierigen Situation. Poroschenko kann es drehen und wenden wie er will, im Endeffekt muss er sich dorthin orientieren, wo er mit einer zuverlässigen, nachhaltigen Lösung des jahrelangen Finanzproblems rechnen kann. IWF und EU werden, so wie sie es immer tun, nur step by step helfen. Erinnert sei an das monatelange Tauziehen mit Griechenland, welches nach mehreren nächtelangen „Gipfeln“ letztendlich erfolgreich zu Ende ging. So wird es auch in der Ukraine der Fall sein – können, wenn sich Poroschenko für seine Finanzministerin entscheidet. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten hat sie keine „so östlich geprägte“ Vergangenheit, die von Vornherein misstrauisch macht. Jaresko ist westlich orientiert und besitzt nicht nur den ukrainischen Pass sondern auch amerikanischen. Ob es nun hilft die ukrainische Finanzen und das Budget zu konsolidieren ist sehr fraglich. Eher wird sie gerade wegen ihrer westlichen Orientierung nicht von allen politischen Kräften als Regierungschefin anerkannt werden.

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Poroschenko gerät zweifellos unter Zugzwang. Und hat kein Ersatzschachbrett.