Der Vorsitzende der Jungen Union hat vor den Folgen
des Mitgliederschwunds der Parteien gewarnt. «Es droht uns ein
Szenario, was keiner haben will: Dass Parteien zu reinen
Funktionärsorganisationen verkommen», sagte Paul Ziemiak der
Deutschen Presse-Agentur. «Das ist etwas, was nicht gut ist.» Nach
Zahlen des Parteienforschers Oskar Niedermayer hat die CDU etwa seit
1990 mehr als 40 Prozent ihrer Mitglieder verloren, die SPD etwa 50
Prozent.
«Wenn wir eine Volkspartei bleiben wollen - das ist ja unser Anspruch
- dann müssen wir etwas verändern», sagte JU-Chef Ziemiak.
«Parteimitgliedschaft muss an sich attraktiver werden.» Eine
CDU-Kommission erarbeitete nun Vorschläge, um mehr Anhänger zu
gewinnen. Ziel ist es, mehr junge Menschen, mehr Leute mit
Migrationshintergrund und mehr Frauen anzuwerben. Über Eckpunkte der
Reform soll der Parteivorstand an diesem Montag abstimmen. Endgültig
entscheiden wird der Bundesparteitag im Dezember.
dpa
