Rom (dpa) - Nach dem Nein der Griechen bei dem Referendum über die
Sparpolitik hat der italienische Staatspräsident zu
Verantwortungsbewusstsein und Solidarität aufgerufen. «Die
griechischen Bürger haben mit dem Referendum eine Entscheidung
gefasst, die respektiert werden muss», erklärte Sergio Mattarella am
späten Sonntagabend. Dies bedeute für die EU bisher «unbekannte
Szenarien». «Griechenland ist Teil Europas und gegenüber seinem Volk
darf nicht die Solidarität der anderen Mitglieder der Union
wegfallen.»
Italiens Außenminister Paolo Gentiloni sprach sich für eine neue
Vereinbarung mit Griechenland aus. «Wir haben ein Interesse daran,
einen Vermittlungspunkt mit Griechenland zu finden. (...) Das
politische Ziel muss sein, eine Schnittstelle zu finden», sagte er
dem Rundfunkprogramm «Agorà» am Montag. Die Griechenlandkrise bedeute
keine Ansteckungsgefahr für Italien. «Unser System ist in
Sicherheit.»
Premierminister Matteo Renzi wollte sich am Montag mit Finanzminister
Pier Carlo Padoan treffen, um das weitere vorgehen der Regierung zu
besprechen.
Italien ist selbst hoch verschuldet und hat erst vor kurzem die
schlimmste Rezession der Nachkriegszeit hinter sich gelassen.