Berlin (dpa) - Die Hacker-Attacke auf das Computer-Netzwerk des
Bundestags war nach Einschätzung der Grünen ein «hochkarätiger
Angriff von geheimdienstlicher Qualität». Das sagte der
netzpolitische Sprecher der Partei, Konstantin von Notz, am
Donnerstag dem Sender rbb. Trojaner seien tief in das Netzwerk
eingedrungen und hätten gravierende Probleme verursacht.
Wer hinter dem Cyber-Angriff stecke, sei nur sehr schwer
festzustellen: «Sie können in der digitalen Welt die Spuren eines
solchen Angriffs maximal verwischen. Wenn Sie in irgendeinen
Quellcode drei chinesische Schriftzeichen reinsetzen, dann ist das
eben gerade kein Beweis dafür, dass das nun aus China kommt»,
erläuterte von Notz. Er kritisierte zugleich die Informationspolitik
der Parlamentsverwaltung. Die interne Kommunikation sei nicht gut
gelaufen: «Da muss man künftig vieles besser machen.»
Mit dem Hacker-Angriff wird sich an diesem Donnerstag der Ältestenrat
des Bundestags befassen. Nach einem Bericht der Sender NDR und WDR
sowie der «Süddeutschen Zeitung» ist der Angriff so gravierend, dass
das Parlament sein gesamtes Computer-Netzwerk neu aufbauen muss. Das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem
Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff
verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Einem Bericht
von «Spiegel Online» zufolge fließen noch immer Daten in unbekannter
Richtung ab.