Former Georgian President Mikheil Saakashvili speaks to media during his news conference in Kiev, Ukraine, 07 December 2013. He was attending a pro-European protest rally at Independence Square in Kiev.EPA/ZURAB KURTSIKIDZE dpa

Georgiens umstrittener Ex-Präsident Saakaschwili Gouverneur in Odessa

Odessa (dpa) - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den
umstrittenen georgischen Ex-Staatschef Michail Saakaschwili zum
Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa ernannt. Georgien, wo gegen
Saakaschwili ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch
vorliegt, kritisierte den Schritt. Ablehnung kam auch aus Russland
und von den moskautreuen Separatisten in der Ostukraine.

Poroschenko verteidigte die Ernennung. Saakaschwili habe Georgien
modernisiert - das Gleiche erwarte er von dem 47-Jährigen in Odessa,
dem wichtigsten Hafen der Ex-Sowjetrepublik. Saakaschwili sagte am
Sonntag, er wolle besonders gegen den wuchernden Schmuggel in der
Region vorgehen.

Der in den USA ausgebildete Politiker war von Beginn an aktiv bei den
prowestlichen Maidan-Protesten in Kiew im Einsatz. Er trat immer
wieder auch im Fernsehen auf. Beobachter in Kiew schließen nicht aus,
dass das Amt für ihn als Sprungbrett für einen Regierungsposten nach
der Kommunalwahl im Herbst dienen könnte. Poroschenko hat schon
mehrere Schlüsselposten der krisengeschüttelten Ukraine mit
Politikern besetzt, die nicht im Land geboren wurden - auch, um
Korruption zu bekämpfen. Saakaschwili erhielt den ukrainischen Pass.

Der georgische Präsident Georgi Margwelaschwili sprach von einem
unwürdigen Verhalten. Karriere sei seinem Vorgänger wohl wichtiger
als Werte wie etwa die Staatsangehörigkeit Georgiens. Konstantin
Dolgow vom russischen Außenministerium sagte, das Engagement von
Saakaschwili werde im Fiasko enden. Die moskautreuen Aufständischen
im Donbass sprachen von einer «Ohrfeige» für Millionen Ukrainer.

Saakaschwili hat in der Ukraine studiert und dort zu Sowjetzeiten
seinen Militärdienst geleistet. Nach der Rosenrevolution von 2003 war
er Präsident geworden. Er verlor die Macht in dem in die EU und Nato
strebenden Georgien 2013 wegen einer zunehmend autoritären Politik.
2008 hatte die Südkaukasusrepublik Krieg gegen Russland geführt und
die abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien verloren.