Während sich das britische Weltreich mit der Herrschaft über die Meere zufriedengeben konnte, solange sich dieser Streit auf dem Kontinent halten würde, bedeutete dies die bekannte "balance of power". Heute aber, wo diese maritime Oberaufsicht verschwunden ist, muß mit anderen Mitteln gearbeitet werden.Die einstige Oberhoheit auf dem Meer wird nun zu einer Oberhoheit der Geldgewaltigen auf dem Lande und dem Meer kombiniert: Globalisierung, die den Völkern des Westens als unvermeidliche, aber glücksbringende Ideologie verkauft werden und die Nationen überflüssig machen soll.
Ulrich F. Gerhard
Die korporativen Kräfte von Politik, NGOs, Geheimdiensten und Globalkapital, mit denen die City of London aufs Engste zusammenarbeitet, haben es im Verbund mit den Massenmedien geschafft, eine neue französische Elitefigur aus dem Hut zu zaubern: Emanuelle Macron, früherer Sozialist (!) und nun millionenschwerer Investmentbanker. Wie schnell man die beiden Weltbilder doch zusammenführen kann, wenn der Rückenwind aus der richtigen Richtung weht. Nicht anders ist zu erklären, daß dieser Mann derart viele Stimmer hinter sich brachte. Man muß eben das politische Marketing beherrschen, auf die richtige Pauke hauen und die richtigen Freunde bei den Medien haben, um Gehör und schließlich auch Stimmen zu bekommen. Die eigene politische Vergangenheit spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen die nationalkonservative Marine LePen beträchtliche Stimmenzahlen erreichte. Sogar der linke Sozialdemokrat Jean-Luc Mélenchon sammelte beträchtliche Prozentsätze. Beide aber hatten als die Vertreter bekannter politischer Positionen nicht mehr den Hochglanz einer brandneuen Spielfigur im Poker um die Macht aufzuweisen. Ihr Programm war bekannt. Die Endwahl wurde somit überwiegend von den anderen Wählern entschieden, die keine feste politische Überzeugung haben, sondern lieber einer unverbrauchten "Winner"-Figur die Stimme geben.
Fazit: Das oder der Neue kommt immer an, ganz gleich, was sich dann aus ihm entwickeln wird. Vergessen wir nicht:
Macrons Programm lautet auf Einsparung von 60 Mrd. Euro Staatsausgaben, auf das Zurückfahren von Sozialleistungen, auf die Streichung von 120.000 Stellen des öffentlichen Dienstes, die faktische Beendigung der 35-Std-Woche, das Hochfahren des Renteneintrittsalters sowie - note bene - die Schaffung von 10.000 Polizistenstellen und 15.000 neuen Gefängnisplätzen. Damit hat er nichts anderes anzubieten als die Rezepte der neoliberalen Staats- und Landaufkäufer. Von der Akzeptanz der Multikultur garnicht zu reden.
Вer Weg in den nationalen französischen Ruin und die Europäisierung des Schuldendienstes zu Lasten der Völker wäre damit vorprogragmmiert. Dies wäre dann auch ein Weg, über die verselbständigte EU-Bürokratie ("EU-Finanzminister") Deutschland als Zahler heranzuziehen. Die ersten Umrisse dieser Strategie sind schon erkennbar.
(Orthographie und Interpunktion des Autors wurden beibehalten)
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