Sehr geehrte Damen und Herren,
obwohl ich AfD-Sympathisant bin, habe ich vor, demnächst die WELT zu abonnieren. Die Tatsache, daß Sie das Parteiprogramm kürzlich in komprimierter Form vorgestellt haben, zeigt, daß Sie der innenpolitischen Realität in Deutschland mehr und mehr ins Auge sehen. Das beeindruckt mich.

Es haben sich aber in den letzten Jahren und auch schon in länger zurückliegender Zeit politische Rahmenbedingungen in unserem Land entwickeln können, die man wohl eher mit realitätsverweigernd, illusionär, utopisch und auch ideologisch festgefahren umschreiben kann. Unter der Ägide der Nochkanzlerin Merkel hat die Politik der Regierung, trotz Beteiligung der SPD, Eigenschaften angenommen, die eher an die Verwaltung eines Wirtschaftsgebietes (indem viele "schon länger wohnen") erinnert, als an die berechtigte Wahrnehmung originärer nationaler und damit natürlich auch gesamteuropäischer und interkontinentaler Interessen. Das dringend erneuerunsgbedürftige Verhältnis zu Rußland und zu China sowie einigen anderen Staaten sind Ziele, die in diesen Themenkreis gehören. Zur Zeit herrscht dort Stillstand und Vernachlässigung, offensichtlich, weil man wohl immer noch auf die entsprechenden Signale aus den USA glaubt warten zu müssen. Dort aber haben sich die Dinge inzwischen verändert. Dort regieren jetzt zwei: Der Präsident und der Kongreß und sie sind keineswegs immer einer Meinung. Überhaupt wäre es an der Zeit, wenn die bisher hier herrschenden Parteien zur Kenntnis nehmen würden, daß man Geopolitik, Europapolitik und Deutschlandpolitik selbst gestalten muß, anstatt sie sich von sogenannten atlantischen Kreisen oder gar von einer sogenannten "open-society-foundation" eines George Soros vorgeben zu lassen. Was sich dahinter verbirgt, dürfte Ihnen bekannt sein. Die Rechnung dafür werden wir in Kürze präsentiert bekommen. Lesen Sie dazu das Buch der Amerikanerin Kelly Greenhill über erzwungene Masseneinwanderung oder auch die Bücher von Jean Ziegler, Naomi Klein oder John Perkins. Auch empfehle ich die kritische Lektüre der Bücher eines Zbigniew Brzezinski oder Thomas Barnett.
Hinzu kommt die seltsame Verwandlung aller bisher geltenden Werte und Maßstäbe in egalisierende globalistische Denkmuster.
Der billige Trick mit dem "niemand kommt an den globalen Herausforderungen vorbei" und ähnlichen Suggestionen zieht nur bei denen, die an diesen Geldmustern verdienen. Diejenigen, die unter Globalismus leiden, wissen genau, daß sie darauf nicht hereinfallen werden. Welthandel hat es immer gegeben, aber er sollte nicht mit einer vereinheitlichenden Globalisierung verwechselt werden, die sich lässig über nationale und kulturelle Vielfalt der Völker hinwegsetzt und ihre jeweiligen Traditionen danach beurteilen will, ob sie zum "core" oder zur "gap" (O-Ton Barnett) gehören. Die Welt ist keineswegs ein Marktplatz multinationaler Interessen, auch wenn immer so getan wird. Und auch der Frieden wird nicht zunehmen, indem man die unartigen Kinder der Erde zu neuen Lebensgewohnheiten und Glaubensbekenntnissen verdonnert. Im Gegenteil. Frieden ist in erster Linie die Funktion einer gerechten politischen Behandlung a l l e r . Davon sind wir jedoch weit entfernt. Sogenannte Nahostkonflikte und Nordsüdkonflikte lassen sich nicht auf Gutsherrenart lösen nach dem Motto "wir fördern die, die uns mögen und die das Dollarsystem akzeptieren". Afrika und Südamerika werden nicht zu eigenständigen und funktionierenden Volkswirtschaften kommen können, wenn man ihnen von nordamerikanischer oder auch Brüsseler Seite neoliberale "Reformen" aufzwingt, die in erster Linie dazu geeignet sind, nicht rückzahlbare Schulden zu machen. All dies wird diese Länder weiterhin in einem Zustand der Schwäche halten und das Problem des neuen Jahrhunderts - die Massenwanderungen - weiter beschleunigen.
Die AfD hat nun nach mehrjähriger Reifung und verschiedenen innerparteilichen Häutungsprozessen einen Status erreicht, den man ernstnehmen kann. Dem Bürger werden Antworten auf die Fragen gegeben, die er bei den anderen Parteien vergeblich sucht. Meine eigenen Kontaktversuche mit den verschiedenen Alt-Parteien beweisen mir das hinreichend. Wenn aber der politische Gegner der AfD - die Altparteien also - zu Mitteln der Auseinandersetzung greift, die weder politisch noch gesellschaftlich akzeptabel sind, manövriert er sich selbst ins Aus. Kein ernstzunehmender Wahlbürger wird auf die "Nazi- und Populisten-Etikettierungen" hereinfallen, die von diesen Parteien verbreitet wurden und noch werden. Er weiß nämlich, daß alle "die hier schon länger leben", gar keine Nazis sein können. Das muß garnicht näher erklärt werden, sondern es ergibt sich als Folge des logischen Denkens. Diese Kampfbegriffe zeigen vielmehr die ganze Hilflosigkeit und Ratlosigkeit, die im Lager der nach links bis marxistisch abgedrifteten C-Parteien und der ebenso in Berlin vertretenen anderen Altparteien. Er ist der politische Offenbarungseid einer sich etabliert habenden politischen Klasse, die den Bodenkontakt zur Realität verloren hat und die Probleme des Souveräns souverän übergeht. Hierzu muß ich keine Beispiele aufzählen.Die offene Verachtung, die einige hochrangige Vertreter der regierenden Parteien den in Sachsen, Sachsen-Anhalt und anderswo friedlich auf die Straße gehenden Bürgern entgegengebracht haben, zeigt, daß diese Damen und Herren wohl im falschen Beruf gelandet sind. Folglich wird von dieser Seite, wenn keine stichhaltigen Argumente vorhanden sind, nach Stellvertretern, gesucht, und die findet man in den allseits bekannten, wohlbewährten und auf die deutsche Seele nach wie vor markant wirkenden Totschlagsvokabeln aus der Epoche der Hitlerzeit, wohlwissend (!), daß unser Staat bis heute eine beträchtliche Anzahl von Gesetzen aufrechterhalten hat, die zwischen 1933 und 1945 von den damaligen politischen Gremien beschlossen wurden. Sie gelten bis heute, obwohl sie es nicht dürften. Siehe dazu das Tillessen-Urteil.
Wer im Glashaus sitzt, sollte also nicht mit Steinen werfen.
Ich wünsche mir jedenfalls sehr, daß sich die politische Kultur in Deutschland für alle, die "hier schon länger leben" und vor allem auch für die "Bio"-Deutschen bald ändern wird. Daß es dazu der Gründung einer solchen Partei wie der AfD bedurfte, ist an sich schon erstaunlich.Die wohlverwahrten Denkverbote werden vermutlich nach und nach auf die Tagesordnung kommen und es wird sich eine Politik entwickeln, wie man sie in jedem normalen Land findet. Patriotismus wird nicht mehr als eine Form der Aussätzigkeit behandelt werden und die Einteilung der Welt in Schurkenstaaten und Nichtschurkenstaaten wird obsolet sein, denn niemand hat das Recht, die internationale Vielfalt der Länder dieser Erde gewissermaßen von höherer Warte zu beurteilen und die Völker zu bevormunden. Eine solche Instanz gibt es nicht und darf es auch nicht geben. Gleichberechtigung aller in Vielfalt muß die oberste Prämisse bleiben, ohne wenn und aber. Jedes Volk muß seinen Weg suchen und gehen dürfen. Wir sollten übrigens nicht vergessen, daß sich unsere Normalität bisher immer unter den Rahmenbedingungen des Art. 133 GG vollzogen hat, in dem es heißt daß wir - der Bund - die Rechte und Pflichten der Verwaltung des vereinigten Wirtschaftsgebietes wahrnehmen. Daß sich dieses alliierte Wirtschaftsgebiet "Bundesrepublik Deutschland" nennen durfte, ist ein Zugeständnis der Amerikaner, die es vermeiden wollten, unser Land vollkommen zu annektieren, obwohl sie es gekonnt hätten. Dafür sollten wir dankbar sein, aber wir sollten nun nach 72 Jahren auch die Konsequenz daraus ziehen dürfen, zu voller Souveränität zu gelangen und uns nicht von US-Geheimdiensten auf der Nase herumtanzen zu lassen. Ich bin sicher: Das deutsche Volk wird eines Tages befragt werden dürfen, welche Verfassung es sich geben will und welchen Weg es gehen will und sich nicht mehr damit abspeisen lassen, daß andere dafür schon Sorge tragen werden, welchen Weg es zu gehen hat. Lernende müssen - wie alle erwachsen werdenden Kinder - irgendwann in die volle Freiheit entlassen werden, um zu zeigen, welchen Reifegrad sie in der Völkergemeinschaft erreicht haben. Für Bevormundungen ist die Zeit dann zu Ende.
Mit frdl. Gruß
Ulrich F. Sackstedt, Autor
(Orthographie und Interpunktion des Autors wurden beibehalten)
Bilder: @depositphotos
Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen.
Info:
Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3
(1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“
