Friedensgerede und Bombenstimmung: Der Orient bleibt das Pulverfass – mein Sudelbuch im Juni 2026

Von Helmut Roewer

7. Juni 2026

Nach einwöchiger Abstinenz vom Bedudelt-werden durch den Nachrichtenmüll fege ich am Sonntagmorgen ein paar Staubflocken zusammen. Das Häuflein ist kaum beeindruckend zu nennen: a) Geschrei aus Kiew über Russlands angebliche Niederlage, b) gutbesuchtes Wirtschaftsforum in St. Petersburg, auf dem Putin moderate Töne anschlägt, während eine Drohne kurz zuvor daselbst in einen Öl-Terminal einschlägt, so dass eine schwarze Wolke am Sommer-Himmel unübersehbar aufsteigt, c) iranische Drohnen, die den Flughafen von Kuweit ruinieren, d) israelische Luftangriffe auf den Süd-Libanon, e) Mitteilung iranischer hoher Offizieller via Pakistan, man werde auf eigenem Territorium die Bombe zünden, f) Pressegeschwätz über den angeblichen Verfall der CDU, g) wüste Justiz-Attacken gegen Kritiker von Fritz dem Kanzler. – Zu jedem dieser Themen lässt sich ein Roman schreiben, aber man muss nicht, und ich schon gar nicht.

Schreiben (2): In derselben Woche lösche ich in einem Gewaltakt 200 von 500 Manuskript-Druckseiten von Mein Abendland in der Erkenntnis, dass das, was ich zum Ausdruck bringen will, zwischen zwei verkaufbare Buchdeckel passen sollte. Am vergangenen Sonntag begann ich diesen Ritt ins Dickicht der eigenen Gedankenwelt, gestern schloss ich ihn ab. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung.

9. Juni 2026

Ob man einen Schriftsteller schätzt, ist häufig einem Zufall geschuldet, nämlich ob einen ein Text, den man – was nicht sein muss – bewusst mit seinem Namen verbindet, denn normalerweise ist es so, dass mich die Information interessiert, womöglich sogar fesselt. Die verbreitete Information ist das, was im Gedächtnis haften bleibt, nicht jedoch der Autorenname, falls ich den überhaupt zur Kenntnis nahm. Nun ja, nur eben manchmal, da ist das anders. So ein glückliches Zusammentreffen geschah nach der geradezu atemlosen Lektüre des Romans Niemandszeit, den ich geschenkt bekam. Die Lektüre fand an jenen Tagen statt, als ich in Kamenz mit der Leiterin des dortigen Lessing-Museums ein wundersam abschweifendes Gespräch über das skandalöse Abräumen von Jörg Bernig als dem gerade frisch gekürten Kulturamtsleiter von Radebeul (an der Elbe gelegen) führte. So wurden bei mir der Name des Romanautors und der Roman selbst in meinem Aufmerksamkeits-Kosmos zusammengeführt.

Bernig (2): Ob man einen Autor schätzt, ist nicht nur vom gerade geschilderten Zufall abhängig, sondern auch davon, ob der Text, der hierfür verantwortlich ist, diesen Toller-Text-Effekt ausgelöst hat. Danach will man dann mehr von dem Autor lesen.

Bernig (3): Vor Wochenfrist frage ich die Buchhändlerin in Loschwitz, ob sie noch was von Bernig hat, was ich noch nicht gelesen habe. Hat sie. Es ist die Erzählung Die ersten Tage, deren 352. handnummeriertes Exemplar (von 500) den Besitzer wechselt. Heute, sehr früh, im noch diffusen Licht eines verhangenen Juni-Morgens habe ich das Buch gelesen. Als ich schließlich nach 50 Seiten hochblicke, hat sich die Sonne durchgekämpft. Ich brauche ein Weilchen, um wieder in der Wirklichkeit anzukommen, mache das Leselicht aus und gehe in die Küche, um den ersten Tee des Tages zu kochen. – Jetzt beim Niederschreiben dieser Notiz, unterbreche ich mich mehrfach, da mir das Gelesene durch den Kopf geht. Es ist die Sicht auf die Dinge, und wie sie sich mit der vorherrschenden Beleuchtung verändern. 

8. Juni 2026

Letzte Nacht hat der Iran Raketen auf Israel abgeschossen, die auch angekommen sind. Von dort hören wir die üblichen Reaktionen: Alle anfliegenden Raketen wurden abgeschossen. Gleich anschließend wurden israelische Raketen auf Teheran abgeschossen, die ebenfalls angekommen sind. Über die angerichteten Schäden ist noch nichts bekannt. Wieder einmal versuche ich, einen Schritt zurück zu machen. Bereits letzte Woche kündigte der Iran an, sich für die israelische Bombardierung von Beirut zu rächen. Dieser Bombardierung war die israelische Ankündigung vorausgegangen, der Krieg gegen den Libanon werde weitergeführt, solange es die Hamas gebe, die bekanntlich von Persien unterstützt werde. Die Lage dort ist völlig verfahren. Immer gibt es irgendwen, der sich berechtigt glaubt, auf irgendwas reagieren zu müssen.

Noch einen Schritt zurück: Bis gestern war ich der Meinung, die USA könnten, was ihr Mündel in Tel Aviv anbelangt, den Teufelskreis durchbrechen, aber es aus mancherlei Gründen nicht zu wollen. Seit heute Nacht bin ich mir nicht mehr so sicher, nachdem das Weiße Haus sich mit seiner Forderung an Netanyahu nicht durchsetzen konnte, neuerliche Gewalt zu unterlassen. Die dortige Führung zeigt, dass sie sich sicher ist, das Votum von Trump gefahrlos ignorieren zu können. Der Kreis der amerikanischen Entscheider wächst, die das nicht hinzunehmen bereit sind. In diesem Sinne verstehe ich das mehrheitliche Votum aus dem Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche, den Präsidenten zum Rückzug aus dem Iran-Krieg zu zwingen. – Egal, was die Trump-hörigen Medien dazu verbreiten, Trumps Kriegsführung ist spätestens jetzt nach amerikanischem Recht illegal.

Geschichtsunterricht: Bis gestern nahm ich an, dass bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Neugründung CDU das größte der möglichen Sammelbecken für ehemalige NSDAP-Mitglieder in Westdeutschland gewesen ist (In der SBZ waren es NDPD und SED). Nun weiß ich durch Fritz den Kanzler, dass es die AfD ist, die der NSDAP unmittelbar nachfolgte. Das ist eine originelle Idee, und ich nehme an, dass sie von einem Prädikats-Juristen aus dem BMI stammt, der mal in die alten Gesetze kuckte. Da hat der wackere Mann festgestellt, dass man in Berlin für das Verbot von NSDAP-Nachfolgeorganisationen das Bundesverfassungsgericht nicht benötigt.

10. Juni 2026

Nein, so geht es jedenfalls nicht. Während gestern Früh der Don mit dem üblichen Bombast ankündigt, dass in Nahost ein Big Deal unmittelbar vor dem Abschluss steht, muss er Stunden später ansagen, dass das große und gute Amerika nicht dulden könne, wenn fast zeitgleich ein Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus vom Himmel geholt werde. Was der da zu suchen hatte, sagt er nicht extra, aber ich weiß es: Er sollte die völkerrechtswidrige Sperrung des persisch-omanischen Seeweges beenden helfen. Dabei kam er zu Schaden. Innerhalb von Stunden übten die US-Streitkräfte Rache und bombardierten eine Insel und einen persischen Hafen in den Straits, was den persischen Außenminister noch heute Nacht veranlasste, hierfür eine Rache anzukündigen. Man sieht, das schaukelt sich jetzt wieder hoch.

Hochschaukeln (2): Da wagten sich doch gestern Bürger dieses Landes mit der gewagten Parole Merz muss weg auf die Straßen mitten in Berlin. Befürworter und Vertuscher streiten noch, wieviele Hanseln das gewesen seien. Die Zahlen schwanken zwischen einem Menschenhäuflein und einer fünfstelligen Massen-Zusammenkunft. Aus Erfahrung gewitzigt, zieht der Kopf mit Hilfe seiner verblassenden Erinnerungen Parallelen zu den Ereignissen von 1989, als das Volk damit begann, die Straße zu erobern. Es waren Arroganz und Trotz, die sich da begegneten. Leute, wie ich einer war, sagten: Das wird nichts werden. Ich irrte mich. Und wie.

Hochschaukeln (3) Man wird mir nachsehen, wenn ich mich vergnüge, was ich stattdessen über Nacht bei Zeller las: Verfassungsschutz stuft Verfassungsschutzdesinteresse als neuen Extremismus ein.

Vormittags um elf: Das ging schneller, als von mir erwartet. Der Iran übt Vergeltung für das, was Washington Selbstverteidigung der US-Streitkräfte in der Umgebung der Straße von Hormus nennt. Wie angekündigt trifft es US-Unterstützerstaaten. Die persischen Ziele liegen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Das letztgenannte nach meinem Eindruck zum ersten Mal.

11. Juni 2026

Nein, ich werde nicht plötzlich zum Lokalpatrioten. Fürs Örtliche interessiere ich mich erst, wenn ich die Bemühungen der Obrigkeit, den Verkehr zu behindern, ausbaden muss und verzweifelten Touristen dabei zusehe, wie sie von ihren Handys verlangen, durch die ganz sinnlos angeordneten Umleitungen geschleust zu werden. Bei soviel mit einem schiefen Grinsen ertragenen Ortsinteresse entgeht es mir leicht, dass wir an der Spitze des Zwergstaates über einen Denker von Format verfügen, den die boshaften Mit-Ignoranten als Doktor mett. zu bezeichnen belieben. Dabei sagt der Sachen, bei denen man ins Grübeln gerät, zumindest berichten überörtliche Postillen wie Apollo News darüber: „Buchenwald liegt nicht zufällig bei Weimar. Diese Nähe verweist auf eine Spannung, die sich nicht auflösen lässt. Hier die Stadt der Kultur, des Humanismus, der deutschen Klassik, dort ein Ort der Barbarei, der systematischen Entmenschlichung. Diese Konstellation ist kein Widerspruch. Sie ist eine Warnung, denn sie zeigt, dass Bildung und Kunst, ja sogar moralische Selbstvergewisserung, nicht immun machen gegen das Böse.“

Doktor (2): „Auf dem Ettersberg wie an all den anderen Orten, überall wurde die Menschlichkeit nicht nur verletzt, sondern methodisch, bürokratisch, industriell verleugnet. Es waren keine Orte, an denen man zufällig die Augen verschloss. Das Wegsehen war die einfachste Form der Verleugnung der Menschlichkeit. Und diese Unmenschlichkeit ist es, die uns bis heute fassungslos macht.“

Doktor (3): „Ich trete nicht nur in das Amt eines Vorgängers, sondern in das Vermächtnis eines Anspruchs.“ … „Doch was ihn prägte, waren nicht nur die Trümmer der Städte. Es waren die Trümmer der Ordnung: ein Vaterland ohne Verlässlichkeit, ein politisches System ohne den Wert der Menschlichkeit.“ … „Wo Politik sich überhöht, verliert sie ihre Menschlichkeit. Wo sie Vollkommenheit behauptet, zerstört sie die Freiheit. Für Bernhard Vogel hieß Verantwortung: die Grenze des Machbaren zu achten – und darin das Eigentliche zu erkennen.“

Doktor (4): Es gibt Leute, die behaupten, der Doktor Voigt habe seine Kuriosa von der KI formulieren lassen. Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Selbst wenn, so würde das zeigen, dass er das, was er ausspricht, intellektuell nicht überblickt. Man stelle sich vor, das Wort Intellekt hieße Interlekt (= zwischen dem Gelesenen), dann gebe das mit Blick auf den Thüringer Denker und sein Gerede einen heiteren Sinn.

12. Juni 2026

Heute Nacht war wieder mal so ein Moment, an dem ich dachte, der Nahostkrieg laufe jetzt endgültig aus dem Ruder, nachdem der Don gestern Abend angekündigt hatte, es folge jetzt das schwerste Bombardement des Iran seit Kriegsbeginn. Um zwei Uhr (MEZ) blies er das ab und sprach von verheißungsvollen Verhandlungen fürs Wochenende.

Nahost (2): Wie oft will der US-Präsident diese Nummer noch durchziehen? Fakt ist – wie man hier im ehemaligen Osten sagte –, dass seine Zeit abgelaufen ist. Jedenfalls was einen Sieg des großen und guten Amerika anbelangt. Der Einbruch der Welt-Öl-Produktion wird die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929 auslösen. Jeder, der noch alle Tassen im Schrank hat, weiß es: dieser Krieg muss beendet werden. Sofort.

Nahost (3): Man könnte lachen, weil es an Absurdität kaum zu überbieten ist: Der Schlagabtausch in dieser Woche wurde angeblich durch den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers in der Straße von Hormus ausgelöst. Die Rettung der Besatzung durch eine unbemannte Wasserdrohne dominierte die West-Presse. Unerörtert blieb meistens, was der Hubschrauber dort zu suchen hatte. 

Nahost (4): Der persische Außenminister fasste die Ereignisse rund um den Hubschrauber-Abschuss in wenigen Worten zusammen: Fremde Streitkräfte in der Nähe unseres Landes unterliegen einem andauernden Risiko. Die beste Lösung, dieses Risiko zu verringern, ist, dass sie verschwinden.

Nahost (5): Jetzt folgten zwei voneinander unabhängige Handlungsstränge: a) Das US-Bombardement der persischen Küstenbefestigungen mit unbekanntem Ergebnis, auf das im Stundentakt persische Raketen- und Drohnen-Angriffe auf US-Stützpunkte im Golf und Jordanien folgten, auch diese mit umstrittenen Ergebnissen. b) Im Nachrichtenschatten davon neuerliche israelische Luftangriffe im Südlibanon, die, wie mehrfach angekündigt, eine massive persische und jemenitische Raketensalve Richtung Israel auslösten. Über die Ergebnisse dieses Luftschlages wird striktes Schweigen gebreitet. Arabische Kanäle mutmaßen, dass die beiden wichtigsten Basen der israelischen Luftwaffe getroffen worden seien.

Nahost (6): Trotz Ankündigung aus Tel Aviv unterblieb ein israelischer Luftschlag gegen den Iran. Die Auguren murmeln, dass dies an einer Intervention des Don liege. Wir wissen zumindest aus seinem Mund, dass er auf wenig schmeichelhafte Art am Telefon mit dem Führer Israels sprach. Die amerikanische Reporterin, die den Präsidenten mit wiederholten Fragen belästigte, warum er sich von Netanyahu am Nasenring durch die Arena schleifen lasse, beglückte er mit der Antwort, dass ihm niemand was zu sagen habe, auch Netanyahu nicht, und dieser froh sein müsse, dass er, der Don, ihn vor dem Gefängnis (jail) bewahrt habe. Na sowas, das hatten bislang nur Verschwörungs-Spezialisten vertreten.

13. Juni 2026

Das sind irritierende Meldungen aus Islamabad zu Stand und Fortgang der amerikanisch-persischen Gespräche über ein Ende des Krieges in Nahost. Nehmen wir mal an, dass es stimmt, was der pakistanische Moderator sagt, nämlich dass sich die Experten beider Seiten sehr nahe gekommen sind, so belehrt jedoch ein Blick auf die jeweiligen Führer, dass dies nichts bedeuten muss. Trump fährt weiter Zickzack, Teheran hüllt sich in Schweigen, und aus Tel Aviv ist das Übliche zu hören. Hieraus destilliere ich die Kernaussage von Kriegsminister Israel Katz: Man behalte sich vor, was immer dort vereinbart werde, den Iran anzugreifen, wenn dort am Atomprogramm weitergearbeitet werde, und man habe keineswegs die Absicht, aus den neuerlich besetzten Gebieten im Gazastreifen, in Syrien und im Libanon wieder abzuziehen.

Große Worte (2): Sieht das alles nach Friedenswillen aus? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Da sitzen welche auf turmhohen Rössern. Wir Deutsche füttern sie artig aufgrund von zwei Basisannahmen: Holocaust und Existenzrecht Israels. Das letztere beruht auf einer gewaltsamen Landnahme in den späten 1940er Jahren, deren Einzelheiten man am besten ausblendet, wobei uns in Deutschland seit Jahrzehnten der drohende Hinweis auf den Holocaust das Maul verbietet. Nun stellen wir erstaunt fest, dass das Nahost-Gewaltproblem außerhalb unserer Grenzen ganz anders gesehen wird.

Große Worte (3): Diesmal von Fritz dem Kanzler. Er hat verfügt, dass heutige Reformen viel schwieriger seien, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Falls er damit Deutschland meint, dessen Namen in seiner Erklärung nicht extra vorkommt – jedenfalls nicht, soweit ich in der Presse darüber lesen konnte –, darf angemerkt werden, dass er darüber aus eigenem Erleben nichts wissen kann. Das, was in unserm Land den Boom auslöste, war vor seiner Zeit, und ob seine Vorfahren im Hochsauerland hierzu Entscheidendes beisteuerten, müsste wohl noch extra beleuchtet werden. Ich bekenne freimütig, dass mir hierüber nichts bekannt ist. Bekannt ist mir hingegen, wie meine Eltern schuften mussten, um nach ihrer Vertreibung und Flucht wieder auf die Beine zu kommen. Dass sie Freude an diesem Tun empfunden haben könnten, kann nur ein Idiot behaupten.

14. Juni 2026

Die Direktorin für die Koordination der Geheimdienstarbeit der USA (Director of National Intelligence – DNI), die zum Monatsende ausscheidet, hat mit dem Bericht 10/26 vorgestern ihre Abschiedsvorstellung gegeben. Was Tulsi Gabbard da vorgelegt hat, ist ein Paukenschlag: „Bislang wurden dem amerikanischen Volk Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser [Bio-] Labore bewusst vorenthalten. Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Personen absichtlich verschleiert, indem sie fälschlicherweise behaupteten, diese existierten nicht, und alle, die etwas anderes sagten, beschuldigten, ausländische Agenten und Verräter Amerikas zu sein. Viele dieser von der US-Regierung finanzierten Biolabore betreiben derzeit oder haben in der Vergangenheit Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern betrieben, in einigen Fällen einschließlich gefährlicher „Gain-of-Function“-Forschung, und das bei äußerst geringer Transparenz und Kontrolle.“ Auf die Täterschaft von Antony Fauci & Konsorten wird ausdrücklich hingewiesen, auch darauf dass ein Teil dieser kriminell betriebenen Labore nach wie vor in der Ukraine liegt.

Der Kolonialherr (2): Gestern trudelte dessen Mai/Juni-Heft der Foreign Affairs bei mir ein. Ich fasse mal grob zusammen, was beim ersten Überfliegen hängen geblieben ist: a) Krieg in Nahost bereits nach ein paar Tagen militärisch gewonnen, nur leider ist das Hormus-Straßen-Problem noch nicht ganz gelöst. Muss es aber in naher Zukunft. b) Israel auf bestem Wege, den Nahen Osten neu zu gestalten. c) Der Diktatur in Nord-Korea muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. – Wirklich kurios, und kurios genug: fast alle Autoren waren mal in der Obama-Regierungszeit dort auf außenpolitisch bedeutsamen Funktionen. Mein Eindruck: die sehen zuviel fern.

Der Kolonialherr (3) heute Nacht: Wenn die Perser am heutigen Sonntag nicht unterschreiben, wird weiter gebombt. Man tut gut daran, sich von diesem Nervenkrieg, der im Weißen Haus erzeugt wird, nicht überwältigen zu lassen. Betrachte mit Muße die mitgelieferten Pressebilder. Neben dem Don die beiden üblichen Verdächtigen als Staffage: der Kriegsminister und der Außen-Italo-Hispano. Beide glotzen mit leeren Augen geradeaus. Nirgendwo zu sehen: der Vize Vance.

Ostfront: Ursel von der EU bietet der Ukraine und Moldawien Sonderkonditionen für den Beitritt an. Was genau das bedeuten soll, wird nicht berichtet. Nur dass beim kleinen Mann aus Kiew wieder das Geld alle ist. Jetzt fordert er weitere 20 Milliarden an, um Russland zerstören zu können. Hatte er nicht gerade erst 90 Milliarden erhalten? Wo zum Teufel ist das ganze Geld hin? Niemanden scheint das zu interessieren, und wie passt das mit der Meldung zusammen, dass die EZB die Zinsen erhöhen will?

Ostfront (2): Der neue Mann aus Ungarn widerspricht Fritz dem Kanzler auf offener Bühne in Berlin über die Notwendigkeit der Kriegführung gegen Russland. Ja, der tut Dinge, vor denen Kritiker bereits vor dessen Wahl gewarnt haben: Er verschärft den Kurs von Orbán.

15. Juni 2026

Das wäre, wenn es stimmt, zu schön, um wahr zu sein: Nach Posaunentönen aus dem Weißen Haus von heute Nacht soll es so sein, dass die Hauptkontrahenten USA und Iran den Krieg mit sofortiger Wirkung ad acta legen, damit, wie Trump es ausdrückt, ab sofort das Öl wieder fließen kann. Am kommenden Donnerstag, 19.6.2026, soll der Vertrag zwischen beiden Staaten formell unterzeichnet werden.

Kriegsende (2): Ich will nicht unnütz nörgeln, denn das Ende des Tötens ist die einzig vernünftige Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass es auch wirklich geschieht. Die Zweifel rühren daher, dass Israel den Samstag noch nutzte, um mit dem Töten im Süd-Libanon und Beirut fortzufahren. Immerhin entfuhr es Trump, dass er dies für kontraproduktiv halte. Da Persien, wie man vom Vermittler aus Pakistan hört, darauf besteht, dass auch der Libanon in den Waffenstillstand einbezogen ist, und sich die USA angeblich darauf eingelassen haben, sieht man in aller Deutlichkeit die Sollbruchstelle dieses neuerlichen Abkommens.

Kriegsende (3): Wir erinnern uns an den April, als dieselbe Konstellation vorlag, und die Amerikaner, als die Israelis einfach weiter bombten, sich so vernehmen ließen, vom Libanon sei nie die Rede gewesen. Das war eine faustdicke Lüge, wie die Vermittler aus Pakistan offenlegten. Danach ging das Gemetzel bis zu diesem Wochenende weiter, wenn auch auf abgesenktem Niveau. Und vor allem: die Straße von Hormus blieb unter persischer Kontrolle geschlossen. Die heutige Öffnung kann also, wenn es in Tel Aviv die Falken wieder jucken sollte, morgen erneut rückgängig gemacht werden.

Kriegsende (4): Es mag ja verrückt klingen, aber der Schlüssel zum Frieden in Nahost liegt in Tel Aviv. Es bleibt eine never-ending Story, da sich an der Grundkonstellation des Konflikts nichts geändert hat, in dem beide Seiten auf einer 100 Prozent-Lösung bestehen.

Und zum Schluss noch was Unernstes: Am Samstag fand in München – einst die Hauptstadt der Bewegung – eine Demo mit bemerkbar vielen Leuten unter dem Motto Merz muss weg statt. Ich dachte, dergleichen sei ein Privileg jener Landsleute, bei denen Unseredemokratie immer noch nicht angekommen ist.

16. Juni 2026

Beim Schreiben meines jüngsten Opus habe ich mich Jahr und Tag mit den Problem der Abgrenzung von Weltmacht, Realpolitik und Größenwahn herumgeschlagen. Heute Morgen fällt mir wie aus dem Nichts eine Definition für Weltmacht ein: Es ist die Fähigkeit, weltweit ungestraft Kriegsverbrechen begehen zu können. Die USA fallen ohne weiteres unter diese Definition. Die Frage wäre: auch Israel? Ich weiß schon, jetzt werden die üblichen Befürworter empört die Hände heben. – Jungs, beruhigt euch, ich probiere lediglich aus, ob meine Definition tragfähig ist. Ist sie nicht, denn die USA begehen keine Kriegsverbrechen, sondern sorgen mit Nachdruck dafür, dass die Menschenrechte beachtet werden, und Israel verteidigt lediglich mit geeigneten Bandagen sein Existenzrecht.

US-Israel (2): Ich verkneife es mir, auf den Bombast anlässlich des Achtzigsten im Weißen Haus einzugehen. Die Schlagzeilen überdecken etwas mühsam, dass der angeblich ausgehandelte Deal mit dem Iran, der am 19. unterzeichnet werden soll, von einer der Kriegsparteien, der in Tel Aviv, in Bausch und Bogen abgelehnt wird.

US-Israel (3): Die einschlägigen Erklärungen aus Tel Aviv lassen keinen Zweifel zu. Israel wird sich aus den neuerlich besetzten Gebiete in Gaza/Palästina, Syrien und dem Libanon nicht zurückziehen. Das Töten dort wird weitergehen. Offen ist lediglich, wann der Iran die nächste Raketensalve auf Israel abfeuert.

US-Israel (4): Mittlerweile sickern Satelliten-Bilder ins Internet durch, die Schäden aus dem Beschuss von Israel und den Golfstaaten in der vergangenen Woche zu dokumentieren scheinen. Ich bin skeptisch, ob das, was wir zu sehen meinen, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Zu strikt ist die Nachrichtenzensur, als dass sich eine Inlandsquelle an die Sonne wagen würde. Hier zeigt sich ein spaßiger Effekt jeglicher Zensur: Die Leute fangen an, sich ihr eigenes Bild von der Wirklichkeit zu malen. Ich stelle bei mir selbst ähnliche Tendenzen fest.

US-Israel (5): Mittlerweile werden auch die treuesten Unterstützer Israels in den Medien bei uns zulande unsicher, und sie schweigen in der Mehrzahl beklommen. Vielleicht gibt ihnen ihr Leib- und Magen-Blatt New York Times mit seiner speziellen Eigentümerschaft zu denken, wo vor Tagen ausführlich dargelegt wurde, dass für die föderal organisierte US-Spionageabwehr die größte Bedrohung der amerikanischen Entscheidungsstrukturen aus… – na? falsch geraten – Israel herrührt. Das kann natürlich ein Schuss ins Blaue sein, um die Reihen wieder fest zu schließen. Auch muss die Zeitung auf die Leserschaft Rücksicht nehmen, die im Moment mit besorgniserregenden wirtschaftlichen Verlusten infolge des Krieges zu kämpfen hat. Aber ebenso ist es möglich, dass die grundsätzlich Trump-feindliche Zeitung hier das Spiel Trump-ist-eine-Marionette spielt. Da muss man auch ein Wort zum Spieler sagen. Ein amüsantes Dilemma.

18. Juni 2026

An den beiden letzten Tagen trafen sich die G 7 an der französischen Seite des Genfer Sees. Wie ich es auch drehe und wende, auf den von der Presse übermittelten Fotos sind stets mehr als 7 Personen zu sehen. Ich versuche, die Nasen zuzuordnen und komme auf USA, CAN, D, F, GB, I und JAP sowie einige, die ich nicht genau zuordnen kann. Wenn man denkt, dass dies die Versammlung der sieben mächtigsten Industrienationen sein soll, stellt sich mir die Frage: Wo sind RUS, CH und IND? Mir schwant, dass hier ein Modell aus der guten alten Zeit konserviert werden soll, oder anders ausgedrückt: die gegenwärtige dynamische Moderne ist nicht mit am Tisch, stattdessen ein Mummenschanz der absterbenden Volkswirtschaften.

Mummenschanz (2): Die Vereinbarungen zwischen Iran und USA, die beabsichtigte Beendigung des Kriege betreffend, wird heute Nacht von den USA veröffentlicht. In der Westpresse lese ich, wie wir es den Mullahs gegeben haben. Soso. Der dort genannte Wiederaufbaufonds, zu dem sich die Amerikaner verpflichtet haben, riecht eher nach Reparationszahlungen als nach dem Sieg der democracy. Noch ein paar Streiflichter: Die Durchfahrt von Hormus wird zur Sache von Iran und Oman erklärt. Der Pakt soll auch den Libanon umfassen. Die amerikanische See-Blockade Persiens wird aufgegeben, auch alle Sanktionen. Der Atom-Streit wird in die Gremien verschoben.

Mummenschanz (3): Das alles soll für die Unterzeichner (also US und Persien) „und für deren Verbündete“ gelten. Das kann nichts werden. Spätestens beim nächsten Bombenregen im Südlibanon, kommt es zum Schwure. Israel weiß das, und seine Regierung will es auch so.

Mummenschanz (4): Der Don erklärt vor lauter Wonne, dass er, weil das Öl jetzt wieder fließt, ab sofort wieder Raum hat, um neuerliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Der beim Gipfel anwesende kleine Mann aus Kiew wird das sicher gerne gehört haben. Dass der zu G 7 gehört, war mir bis gestern nicht geläufig. Man muss die Sache vielleicht neu definieren: Es war ein Treffen der größten Schuldenmacher. Da passt die Ukraine ohne weiteres ins Bild.

19. Juli 2026

Die deutschen Pressejubilanten des US-israelischen Interventionskrieges gegen Persien bemerken erschrocken, dass ihre Favoriten den Krieg überhaupt nicht gewonnen haben, wie sie seit Wochen behaupteten. Jetzt sind sie beim Zusammenzählen der Erbsen ärgerlich, dass nicht einmal der status quo ante erreicht wurde. Die Grundprobleme der Amerikaner werden auf Fußspitzen umgangen: Verbrauch der nationalen Ölreserve bis auf einen schäbigen Rest und die Unfähigkeit, den Kriegshelden in Tel Aviv unter Kontrolle zu halten. Dass bei dem weiterhin die Dollars sprudeln, bewirken die Spielhöllen von Las Vegas. Verrückter Zusammenhang, aber trotzdem wahr

Presse (2): Selbst bei Tichy und bei Apollo News bemerkt man, dass da was schief gelaufen ist. Ich betrachte mit Genuss die einschlägigen Reporter-Namen und vergleiche sie mit meinen Notaten im Geheimdienstlexikon. Schräges Tun ist offenbar vererblich.

Presse (3): Ein Fernsehgesicht des ZDF namens von Ungern-Sternberg hat, wie ich mit Vergnügen lese, an Elon dem Wunderkind Maß genommen und ihm Mitverantwortung für die Gewaltausbrüche auf den britischen Inseln unterstellt. Doch, oh Schreck, der wehrt sich. Hier gilt die Regel: Prüfe, bevor du in den Ring steigst, dein Gewicht. Auch in diesem Fall kennt mein Geheimdienstlexikon potente Namensträger der Presse-Baronesse, zum Beispiel den baltendeutschen Kavalleristen in russischen Diensten, der im Verlauf der russischen Revolution zu einer Art kurzfristigem Herrscher (Khan) in der Mongolei aufstieg, bevor ihn die Roten ergriffen und hinrichteten.

 

 

Presse (4): Die Bilder vom polnischen Amerikaner Sikorski, der zur Zeit beim Nachbarn der Außenminister ist, und seinem deutschen Pendant, Johann das Nordmännlein, dienen der Illustration eines soeben abgeschlossenen deutsch-polnischen Verteidigungsbündnisses. Bei Zeller lese ich hierzu heute Morgen den zynischen Kommentar: Polen gibt Autos an Deutschland zurück. – Mir geht das britisch-polnische Verteidigungsbündnis vom Frühjahr 1939 durch den Kopf, das auf geradem Weg in den Zweiten Weltkrieg führte. Das Bündnis von gestern ist indessen glänzend geeignet, in den notwendig kommenden, bislang lediglich aufgeschobenen polnisch-ukrainischen Konflikt hineinzuführen. Nun, Außenpolitik ist tückisch. Ob der kleine Mann vom Werderschen Markt das auch schon mitgekriegt hat? Kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen.

20. Juni 2026

Dass es so schnell gehen würde mit dem von mir gestern dunkel gemutmaßten polnisch-ukrainischen Konflikt, das hatte ich nicht geahnt. Wie dem auch sei, während ich noch grübelte, entzog der neue polnische Präsident seinem Gegenüber in Kiew den höchsten polnischen Orden wg. dessen Nähe zu den traditionellen Waffen-SS-Heerscharen. Zeitgleich forderte Selenskyj eine Sondereinfädelspur in die EU. Blick nach Berlin: Fritz der Kanzler sitzt mal wieder zwischen den Stühlen.

SS (2): Die Abkürzung steht für Schutzstaffel (des Führers). So war‘s anfangs gedacht, in kürzester Zeit kam 1933 ff. mehr und anderes dazu. Ich zähle das jetzt nicht alles auf, um nicht Gefahr zu laufen, irgend eine Scheußlichkeit nicht erwähnt zu haben und damit dem Verharmlosungsverdikt zu unterfallen. Merkwürdig ist allerdings die Bewunderung durch das Ausland (speziell Nordamerika), die noch heute einem markanten Teil der SS gezollt wird: der Waffen-SS.

Auch nicht schlecht: Nachdem selbst der Don mitgekriegt hat, dass ihm die Reps wg. seines Nahost-Deals davonrudern, hat er heute Nacht erklärt, dass das Regime in Teheran am Ende sei. Na gut, das ist eine Schlagzeile, an die sich schon morgen keiner mehr erinnern wird. Zwischenzeitlich versuche ich, die Meldungen Vize-Vance-fliegt-in-die Schweiz und Vize-Vance-fliegt-nicht-in-die-Schweiz in meinem bescheidenen Kopf zu koordinieren.

21. Juni 2026

Das understanding war nur kurz, denn gestern hat der Iran die Straße von Hormus wieder dicht gemacht. Der Grund: die Israelis holzen weiter im Südlibanon – genau wie sie das angekündigt hatten. Jetzt allerdings berufen sie sich darauf, von der bösen Hisbollah angegriffen worden zu sein. Nur mal am Rande bemerkt: Israel pocht auf seinem guten Recht, den Südlibanon besetzt zu halten. Empörender Weise gibt es dort lebende Palästinenser, die sich dagegen zur Wehr setzen. Alle wissen das, nur Israel, die USA und Deutschland nicht.

Gutes Recht (2): Leise, leise mehren sich die Stimmen in Deutschland, die die systematische Vernichtung der Palästinenser nicht bejubeln mögen. Man muss es ja nicht gleich so deutlich machen wie der Bundesparteitag der Linken, der gestern beschloss, dass es sich beim israelischen Vorgehen im Gaza-Streifen um Völkermord handele. Der Chor der Begleitpresse begnügt sich mit der Feststellung, das sei Antisemitismus, was sicher Quatsch ist. Doch will ich nicht ausschließen, dass echte Antisemiten die Aussagen der Linken behaglich goutieren werden.

29. Juni 2026

Der Iran betätigt nach seinem Belieben die Pforte zur Straße von Hormus und belehrt Seefahrer, die es nicht glauben wollen, mit Hilfe seiner Drohnen. Die USA reagieren prompt durch Luftschläge gegen die persische Küste, und die Israelis führen weiterhin Krieg zur Vernichtung der Palästinenser in Gaza, auf der Westbank und im Libanon – soviel Existenzrecht muss sein. Das lohnt sich offenbar, denn Israels Wirtschaft boomt, wie ich bei Godel Rosenberg auf Tichys Einblick lese.

Nichts Neues (2): Die US-Boys versuchen, durch Reisediplomatie die Staaten am Golf gegeneinander aufzubringen, nachdem sich die Schwergewichte dort – Saudi Arabien und Oman – der pakistanischen Initiative, gemeinsam mit Persien und der Türkei, eine komplett neue Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten zu schaffen, anzuschließen scheinen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ami go home. Ja, das wäre dann, wenn man den jüngsten Krieg daselbst und sein mutwilliges Auslösen durch die amerikanisch-israelische Allianz dagegenhält, etwas anderes als die im März 2026 voreilig verkündeten Siegesnachrichten.

Nichts Neues (3): Bill Gates musste vor dem Epstein-Untersuchungsgremium des Kongresses aussagen. Nein, erpresst worden sei er durch den langjährigen flüchtigen Bekannten nicht (womit auch?). Er habe sich lediglich gewundert, dass dieser in Emails auf Affären, die er nunmehr bedauere, unbegreiflicher Weise unschön angespielt habe. Er habe daraufhin, wie bei solchen Fällen gute Gepflogenheit, seine Anwälte beauftragt, sich um die Sache zu kümmern.

Nichts Neues (4): VW, BMW, Mercedes melden schlechte Zahlen – sehr schlechte Zahlen sogar. Es lohnt sich nicht das Einlesen ins veröffentlichte Betriebswirtschafts-Chinesisch. Und die Bahn schafft es, bei einem Software-Update das Gesamtunternehmen radikal zum Stillstand zu bringen. Es soll sich um die Komponente Zugfunk gehandelt haben. Nach dem Motto: Alle Räder stehen still | wenn’s die Cloud nun mal so will.

30. Juni 2026

Ich hatte gar keine Vorstellung, dass China so groß ist. 42.000 Porsche wurden 2025 im Vorjahresvergleich weniger abgesetzt. Und auch dies: Ich habe noch nie einen Chinesen im 911 gesehen. Wird Zeit, dass ich das Land der Mitte, um diesem Manko abzuhelfen, bereise. Daneben bleibt die Erkenntnis: Die Absatzkrise, die sich zur Existenzkrise auswächst, wurde elektrisch betrieben.

Ich hätte nach meiner Wehrdienstzeit Scheidungsanwalt werden sollen. In Stade wurde gestern der Sorgerechtsstreit durch einen T-stämmigen mit dem Revolver gelöst: 6 Tote. Die Polizei spricht von einer Familienangelegenheit, die von der Herkunft des Täters ganz unabhängig sei. Sehr richtig bemerkt, denn wir sind – je nach Standpunkt – alle Allahs Kinder. – Greife zum Talmud, der immer noch als Fenster-Stopper im Wohnzimmer liegt (aber nicht gebraucht wird, da nicht mal ein laues Lüftchen weht): Seinerzeit gab es noch keine Revolver, jedenfalls wurden keine solchen als Wiedergutmachung in den Orient geliefert, soweit ich weiß. Dafür aber gab’s das Steinigen und das Anzünden. Steinigen, so schreiben die Autoren, sei die mildere Tötungsform für aufsässige Weiber. – Nicht, dass jemand auf blöde Gedanken kommt, das hier sind nicht meine Ideen, ich gebe nur wider, was manche Zeitgenossen heute noch für Gottes Wort halten.

inde angesichts der Nachrichtenflaute des Nachts die Zeit, meine Reisefotos durchzumustern, um den Knips-Schrott zu löschen. Bei einigen wenigen zuckt der Löschfinger zurück. Die Kirche als Trutzburg. Ja, so waren sie, die Vorfahren der Ostsee-Anrainer: Sie kannten ihre Feinde.

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