Archiv . A handout photograph provided by the Italian Navy shows a boat with 200 migrants, off the coast of Lampedusa, Italy, 22 January 2014. The Italian navy said on 22 January it has sent a frigate and helicopter to rescue some 200 migrants onboard a boat in the central Mediterranean. (dpa)

Flüchtlingsdramen im Mittelmeer

Seit Jahren kommen im Mittelmeer immer wieder
Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa um. Beispiele:

April 2015: Vor den libyschen Küsten kentert ein voll besetztes
Flüchtlingsboot. Zunächst können nur 28 Menschen gerettet werden, die
Einsatzkräfte befürchten bis zu 700 Tote. Erst wenige Tage zuvor
waren laut Überlebenden 400 Menschen nach einem Unglück vermisst
worden.

Februar 2015: Vor der italienischen Insel Lampedusa kommen
möglicherweise mehr als 330 Flüchtlinge ums Leben. Mindestens 29 von
ihnen sterben während der Überfahrt von Libyen nach Italien in kaum
seetüchtigen Schlauchbooten an Unterkühlung.

September 2014: Nur zehn Menschen werden gerettet, als ein Boot mit
angeblich mehr als 500 Migranten im Mittelmeer untergeht. Überlebende
berichten, dass Menschenschmuggler das Schiff mit Syrern, Ägyptern,
Palästinensern und Sudanesen auf dem Weg nach Malta versenkt hätten.

Juli 2014: Bei einer Flüchtlingstragödie vor Libyens Küste ertrinken
mindestens 150 Menschen. Die libysche Küstenwache findet Leichen und
Wrackteile eines Schiffes vor der Stadt Khums.

Oktober 2013: Mindestens 366 Flüchtlinge ertrinken bei Lampedusa. Ihr
Boot fängt Feuer und kentert. Die Küstenwache kann 155 Menschen in
Sicherheit bringen. Sie stammen überwiegend aus Somalia und Eritrea.

Juni 2012: 54 Flüchtlinge sterben, als sie bei starken Winden in
einem Schlauchboot von Libyen aus Italien erreichen wollen. Ohne
Vorräte trinken sie Meerwasser. Ein Mann aus Eritrea überlebt.

August 2011: Ein Boot erreicht mit 270 überlebenden Afrikanern
Lampedusa. Unter Deck liegen die Leichen von 25 Männern, die
vermutlich an Abgasen erstickt sind. 100 Tote seien zudem über Bord
geworfen worden, sagt ein Überlebender.

Juni 2011: Vor der Küste Tunesiens gerät ein Boot mit Flüchtlingen
aus Afrika und Asien auf dem Weg nach Italien in Seenot. Nur wenige
können gerettet werden; bis zu 270 Menschen bleiben verschollen.

(dpa)