Berlin (dpa) - Die Europäische Union plant einem Zeitungsbericht zufolge nun auch die Umsiedlung von Flüchtlingen, die sich in Kroatien und Slowenien befinden. Die EU-Kommission und die luxemburgische Ratspräsidentschaft arbeiteten an einem entsprechenden Plan, meldete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» unter Berufung auf einen Entwurf für das Krisentreffen der EU-Innenminister am kommenden Dienstag. Bisher waren Notumsiedlungen von weiteren 120 000 Flüchtlingen geplant, die sich derzeit in Ungarn, Griechenland und Italien befinden. Formell beschlossen ist derzeit lediglich ein Plan zur EU-internen Umverteilung von 40 000 Migranten.
Eine Bestätigung für die neuen Überlegungen war am Sonntag bei der EU in Brüssel zunächst nicht zu erhalten. In dem Entwurf heißt es der Zeitung zufolge, dass Umsiedlungen auch aus jenen «Mitgliedstaaten im Südosten, die am stärksten vom Flüchtlingsstrom auf der Westbalkanroute betroffen sind», möglich sein sollen.
Anfang vergangener Woche hatten die Innenminister der EU-Staaten im Grundsatz über die Verteilung gesprochen. Unklar blieb bisher, welches Land wie viele Menschen nimmt. Beim Krisentreffen der EU- Innenminister am kommenden Dienstag können die Minister eine Mehrheitsentscheidung treffen. Für den kommenden Mittwoch ist außerdem ein EU-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs angesetzt.