Berlin (dpa) - Auch eine Ausweitung der Militäroperationen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird die Terrorgefahr nach Ansicht des Sicherheitsexperten Karl-Heinz Kamp nicht bannen. «Dass Frankreich jetzt seine Luftangriffe ausgeweitet hat, ist nachvollziehbar, aber dies muss nicht zwingend Nato-Aktivitäten nach sich ziehen», sagte der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (Baks) der Deutschen Presse-Agentur.
Begrenzte Luftangriffe gegen den IS seien sinnvoll, weil sie die Organisation zwängen, sich zu verstecken. «Alle, die mit einem Jeep und einer schwarzen Fahne durch die Wüste gefahren sind, die sind jetzt tot», sagte Kampf. Damit seien die Terroristen aber noch nicht handlungsunfähig. «Wir werden mit dem Problem des islamistischen Terrors noch sehr lange Jahre zu tun haben», prognostizierte der Baks-Präsident. Daher sei es wichtig, Gesellschaften gegenüber diesem Phänomen widerstandsfähig zu machen.
Zur Frage nach regionalen Partnern im Kampf gegen den Terror sagte er: «Die Türkei ist ein schwieriger, und Saudi-Arabien ist ein noch schwierigerer Partner.» Russland habe sein Ziel, durch eine Intervention in Syrien das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stützen, nur teilweise erreicht. Dies liegt laut Kamp unter anderem daran, dass die Golfmonarchie Katar Assads Gegner erneut aufgerüstet habe.