Berlin (dpa) - Im Schuldenstreit mit Griechenland hat der
Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, das
hochverschuldete Land aufgefordert, sich an seine Verpflichtungen zu
halten. Die Kommission arbeite weiterhin an dem Szenario, wonach
Griechenland in der Eurozone bleibt und das Rettungsprogramm
erfolgreich beendet, sagte der lettische Politiker am
Donnerstagmorgen im ARD-«Morgenmagazin». Um aber das Geld aus dem
Rettungsprogramm zu bekommen, müsse Griechenland die Bedingungen
erfüllen.
Die technischen Gespräche über das Reformpaket seien im Gange, aber
die Fortschritte noch nicht ausreichend, fügte er hinzu. Deshalb
rechne er erst im Mai mit einem Ergebnis. Ursprünglich sollten die
Gespräche Ende April abgeschlossen sein. Ohne eine Verständigung auf
die Reformliste können rund 7,2 Milliarden Euro blockierte
Hilfsgelder nicht fließen. Bei den Reformen geht es unter anderem um
einen verstärkten Kampf gegen die Steuerflucht oder die
Privatisierung von Flughäfen oder Häfen.
Die Euro-Finanzminister wollen am diesem Freitag in der lettischen
Hauptstadt Riga über das griechische Schuldendrama beraten.
