ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine griechische Euro-Münze spiegelt sich am 13.03.2015 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) im Wasser. Foto: Federico Gambarini/dpa

Einigung im Schuldendrama: Gipfel gelingt Kompromiss nach 17 Stunden

Brüssel (dpa) - Im griechischen Schuldendrama haben die Staats- und
Regierungschefs der Eurozone den Weg für Verhandlungen über ein
drittes Hilfspaket geebnet. EU-Ratspräsident Donald Tusk berichtete
am Montag, der Krisengipfel in Brüssel habe sich einstimmig auf ein
umfangreiches Spar- und Reformpaket für das Krisenland verständigt.
Vorausgegangen waren intensive Beratungen seit Samstag, die am Ende
in einen 17-stündigen Verhandlungsmarathon auf der Ebene der Staats-
und Regierungschefs gipfelten.

Details über die Inhalte des Kompromisses wurden zunächst nicht
bekannt. Als offen galt zuletzt noch die Frage eines griechischen
Privatisierungsfonds. Der griechische Premier Alexis Tsipras hatte
sich hartnäckig gegen diese Kernforderung der Europartner gewehrt.

Der Privatisierungsfonds sollte nach ursprünglichen Plänen einen
Umfang von rund 50 Milliarden Euro haben und außerhalb Griechenlands
angesiedelt werden. In diesen Fonds sollen staatliche Vermögenswerte
übertragen werden.

Auch die finanzielle Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds
beim neuen Hilfspaket der Europäer war von Athen kritisiert worden.
Laut Diplomaten wurde dieser Streit mittlerweile beigelegt.

Der Gipfel war in der Nacht häufiger unterbrochen worden, um Zeit für
Beratungen in kleiner Runde zu geben. Zuletzt trafen sich am
Montagmorgen Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef François
Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk mit dem griechischen
Ministerpräsidenten Alexis Tsipras im kleinen Kreis. Die Staats- und
Regierungschefs der 19 Euro-Länder waren am Sonntag um 16.00 Uhr
zusammengekommen und verhandelten seitdem über einen Kompromiss für
ein Spar- und Reformpaket für Athen.

Das Krisentreffen dreht sich darum, ob Verhandlungen über ein drittes
Hilfspaket aufgenommen werden. Nach dem vorgelegten Plan der
griechischen Regierung soll es über drei Jahre laufen. Der
Finanzbedarf wird auf bis zu 86 Milliarden Euro geschätzt. Athen
braucht laut einem Papier der Finanzminister bis zum 20. Juli rund
sieben Milliarden Euro. Von Athen wird im Gegenzug verlangt, einen
vierseitigen Forderungskatalog der Euro-Finanzminister in die Tat
umzusetzen. Dabei geht es neben den Privatisierungen von Staatsbesitz
unter anderem auch um eine Verwaltungsreform.