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Ein Jahr danach: „Joschka Özdemir“ kommt

Im kommenden Jahr steht bereits die nächste Wahl zum Bundestag an. 

Aktuell liegt die CDU im Rating bezüglich der Präferenzen der Wähler bei den jeweiligen Umfrageinstituten als stärkste Kraft vorn, doch die Zustimmung zur Partei und vor allem zur Kanzlerin ist in den letzten Monaten deutlich gesunken. Nicht wenige in der CDU haben deshalb schon das Gedankenspiel begonnen, dass es vielleicht besser wäre, mit einem anderen Kanzlerkandidaten in die kommende Bundestagswahl zu gehen. Doch erfolgsversprechende Alternativen zu Angela Merkel sind rar gesät. 

John Brankly, Politologe

Die Bösen 

Eine Option stellt Wolfgang Schäuble dar, der aktuell das Bundesministerium für Finanzen leitet. Doch Schäuble ist 74 Jahre alt und hatte in der Vergangenheit schon diverse gesundheitliche Probleme. Der Politiker aus Baden-Württemberg gehört dem Bundestag seit knapp 45 Jahren an und es ist fraglich, ob er bereit ist, in seinem fortgeschrittenen Alter nun schlussendlich noch das Amt des Kanzlers auszufüllen. Auch Volker Kauder, der die Bundestagsfraktion der CDU/CSU anführt, erscheint kaum als Alternative. Der Politiker hält zwar seit mehr als zehn Jahren die Fraktion auf Kurs, doch es ist schwer vorstellbar, dass er sich um die Kanzlerschaft im Lande bewerben würde. Am ehesten wäre noch möglich, dass Ursula von der Leyen die Nachfolge von Merkel antreten könnte. Immerhin hat die Politikerin, die aktuell Verteidigungsministerin ist, bereits verschiedene Ministerposten in den Kabinetten von Merkel eingenommen und verfügt dementsprechend über ein hohes Maß an Erfahrung in der Politik. Zudem hat die zwischenzeitliche Krise aufgrund der Plagiatsvorwürfe rund um ihre Doktorarbeit ihrem Standing in der Politik nicht nachhaltig geschadet. 

Die Selbstverliebten

Aufgrund der politischen Differenzen in der Flüchtlingspolitik hatte sich die CSU, die Schwesterpartei der CDU aus Bayern, in der Vergangenheit noch nicht festlegen wollen, ob sie Angela Merkel bei einer erneuten Kandidatur unterstützen würde. Doch mittlerweile nehmen die Anzeichen zu, dass der zwar immer noch schwelende Streit, wohl doch nicht zu diesem Schritt vonseiten der CSU führen wird. Eine Unterstützung der CSU für Merkel im anstehenden Wahlkampf wird immer wahrscheinlicher. Selbst hat sich die Kanzlerin bezüglich einer erneuten Kandidatur noch nicht offiziell geäußert. Allerdings geht man allgemein davon aus, dass Merkel durchaus bereit ist, ein weiteres Mal für die CDU als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf zu ziehen.

Die Sozialschwachen

In der SPD steht ebenfalls noch nicht fest, wer als Kanzlerkandidat antreten wird. Eigentlich würde alles für Sigmar Gabriel sprechen, da der Vizekanzler momentan der Parteichef der SPD ist. Allerdings weiß Gabriel um seine eher geringen Sympathiewerte in den Wahlumfragen, weshalb er sich noch ziert. Im Gespräch ist darüber hinaus Martin Schulz, der im Moment als Präsident des Europäischen Parlaments agiert. In Deutschland ist der EU-Politiker jedoch weniger bekannt, weshalb eine Kandidatur von Schulz recht unrealistisch ist.

Der Joschka

Aufgrund des Aufkommens der AFD in Deutschland als politische Kraft, die mittlerweile in diversen Landtagen sitzt, hat sich das Spektrum an Parteien vergrößert, die aller Voraussicht nach in den Bundestag einziehen werden. Eine Entwicklung, die die Bildung von Koalitionen natürlich nicht einfacher macht. Neben einer Fortführung der Großen Koalition aus CDU und SPD ist ebenso eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linkspartei und den Grünen denkbar. Für diesen Zusammenschluss müsste aber wohl die Linkspartei einige Positionen in ihrem Parteiprogramm, wie die kategorische Ablehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, räumen.

Ob sich bei einem innerparteilichen Rating über den genannten Punkt eine Mehrheit für eine Kursänderung ergibt, bliebe aber abzuwarten. Möglich ist ferner eine schwarz-grüne Koalition aus dem Parteien CDU und den Grünen. Hierbei könnte zum Beispiel Cem Özdemir den Posten des Außenministers oder sogar Vizekanzlers mit Supervollmächten übernehmen. Damit wäre er nach Joschka Fischer der zweite Politiker aus dem Lager der Grünen, der diese Funktion übernehmen würde.

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