Die Ukraine - von der Regierungskrise zum Krieg

Kiew (dpa) - Nach dem Sturz des moskaufreundlichen Präsidenten Viktor
Janukowitsch eskalierte die Krise in der Ukraine zum Krieg der neuen
prowestlichen Führung mit prorussischen Separatisten. Ein Rückblick:

November 2013: Janukowitsch kippt ein EU-Assoziierungsabkommen. Es
kommt zu Massenprotesten, die immer gewalttätiger werden.

Februar 2014: Janukowitsch flieht, das Parlament setzt ihn ab.

März: Die ukrainische Krim stimmt für einen Beitritt zu Russland. Das
Referendum wird vom Westen nicht anerkannt.

April: Die Übergangsführung in Kiew beginnt einen militärischen
«Anti-Terror-Einsatz» gegen Separatisten in der Ostukraine.

Mai: Separatisten in Donezk und Lugansk sagen sich von Kiew los. Der
prowestliche Milliardär Petro Poroschenko wird Präsident der Ukraine.

Juli: Beim Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der
Ukraine sterben 295 Menschen. Kiew und die Separatisten werfen sich
gegenseitig den Abschuss vor.

September: Die Konfliktparteien einigen sich im weißrussischen Minsk
auf eine Waffenruhe, die aber nicht durchgesetzt wird.

12. Februar 2015: Nach Vermittlung Frankreichs und Deutschlands
einigen sich Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin in Minsk auf
ein Waffenstillstandsabkommen. Die Waffenruhe ist brüchig.

18. Februar: Poroschenko schlägt eine internationale Friedensmission
im Donbass vor. Prorussische Separatisten hatten zuvor trotz der
Waffenruhe weite Teile der Stadt Debalzewo eingenommen.

25. Juni: Die OSZE zieht eine düstere Bilanz der jüngsten Kämpfe in
der Ostukraine. Trotz jüngster Vermittlungsbemühungen von Deutschland
und Frankreich würden wieder viele Tote und Verletzte registriert.

26. Juni: Erstmals seit Februar beraten US-Präsident Barack Obama und
Putin über den Ukraine-Konflikt. Obama fordert Putin zum Abzug
russischer Truppen und Waffen aus dem Kampfgebiet auf.


16. Juli: Auf Druck des Westens fügt Poroschenko in den Text der
neuen ukrainischen Verfassung einen Passus ein, der dem russisch
geprägten Konfliktgebiet Donbass künftig Sonderrechte zubilligt.

19. Juli: Nach internationaler Kritik an immer neuer Gewalt kündigen
die Separatisten den Abzug schwerer Waffen an. Russland fordert die
Ukraine auf, sich ebenfalls von der Frontlinie zurückzuziehen.

21. Juli: Die Konfliktparteien verständigen sich grundsätzlich auf
den Abzug schwerer Waffen. Im Donbass geht der Beschuss mit schwerem
Kriegsgerät zunächst allerdings weiter.