Die ersten neunzig Tage – der Nahostkrieg im Spiegel meines Sudelbuchs

Von Helmut Roewer

Am 28. Februar 2026 begann der von der US-israelischen Allianz losgetretene Dritte Golfkrieg. Er dauert jetzt seit 90 Tagen an, und wir haben uns, so scheint’s, daran gewöhnt. Die Aussichten auf einen Frieden, der diesen Namen verdient, sind erbärmlich, denn die Gründe für die Fortsetzung überwiegen, weil die Beteiligten…

… keinen Frieden wollen (Israel),

… keinen Ausweg wissen (USA),

… sich rächen wollen (Persien),

… keinen entscheidenden Einfluss haben (Golfstaaten einschließlich Saudi Arabien), … ein Ablenkungsmanöver für die eigene Misere benötigen (D, F, GB), … ihr eigenes Machtspiel spielen (China, Pakistan).

So  jedenfalls sieht meine Beurteilung am 90. Tag des Krieges aus. Wie ich hierzu komme und wie oft ich mich in den letzten Wochen geirrt habe, kann der Leser, wenn er Lust und Zeit hat, meinen unveränderten Tag-für-Tag Sudelbuch-Aufzeichnungen entnehmen.

28. Februar 2026

            Man wird sich das Datum merken müssen: Heute Nacht führten israelische Streitkräfte einen sog. Präventivschlag gegen den Iran. Im Klartext: Sie bombardierten fünf Städte einschließlich der Hauptstadt Teheran. Dies geschah mit ausdrücklicher US-Unterstützung. Ohne Prophetie wird man annehmen dürfen, dass dieser Angriff nicht ohne Antwort bleiben wird. Sie wird in erster Linie Israel treffen. Das einschlägige Geschrei wird dann wieder ertönen, so wie vor Jahresfrist.

            Nahost (2): Interessant fand ich heute Morgen, die ersten Reaktionen der Leserschaft von Apollo News. Es überwiegen die Stimmen, die ihre Freude über den Angriff zum Ausdruck bringen. Damit nicht genug: Meinungen, die zur Mäßigung aufrufen, werden der Befürwortung des Mullah-Regimes in Teheran bezichtigt. Man kann jetzt die Uhr danach stellen, wann die harten Antisemiten, die sich durch das Geschehen in ihren Ansichten bestätigt fühlen, dies öffentlich zum Ausdruck bringen. Es wird der islamische Pöbel auf unsern Straßen sein, der in Kürze das Wort ergreift und Taten folgen lässt.

1. März 2026

 Erneut ist das Eldorado der Lügen eröffnet. Habe zur Sicherheit in meinen älteren TagebuchAufzeichnungen nachgeblättert. Danach begann der von Israel losgetretene letzte Krieg gegen den Iran am Freitag, dem 13. Juni 2025, und dauerte genau 12 Tage. An deren Ende stand Israel durch massiven iranischen Raketenbeschuss am Rande einer katastrophalen Niederlage. Ich brauchte vor einem Jahr tagelang, um aus den Lügenmeldungen ein einigermaßen zutreffendes Bild rekonstruieren zu können.

            Persien (2): Deswegen bin ich vorsichtig, wie die Lage am Tag 2 des neuerlichen Krieges aussehen mag. Sicher erscheint mir nur, dass der Iran tatsächlich das Feuer auf israelische Ziele eröffnet hat. Ob er daneben auch, wie die West-Medien behaupten, gestern bereits die Golfstaaten angriff, erscheint mir eher eine Zweckmeldung zu sein, hinter der in Wirklichkeit Angriffe auf dortige US-Militärstützpunkte stecken mögen.

            Persien (3): Ob es wirklich so ist, wie Israels Führer Netanyahu triumphierend feststellt, dass man das iranische Oberhaupt Ali Khamenei getötet habe, mag sein wie es will, es zeigt, dass man vor keinem Tabu zurückschreckt, einen Staatsführer gezielt zu töten. Die Annahme, dass die Perser diesen Mord dankbar begrüßen werden, in reine Hybris. Mich würde es nicht wundern, wenn man sich in Teheran mehr als nur Gedanken macht, an Trump oder Netanyahu Rache zu üben.

 

2. März 2025

            Die Siegesfanfaren werden erwartungsgemäß gedämpfter. Der Don kündigt heute Nacht an, dass er noch fünf, sechs Wochen benötigt. Benötigt wozu? Derweil stürzen in Arabien US-Kampfflugzeuge ab. Auch das gibt Rätsel auf, da ich mir nicht vorstellen kann, dass sie in der Luft mit Kamelen zusammenstießen.

            Siegesfanfaren (2): Während in Tel Aviv Gebäude einstürzen, kündigt Netanyahu an, weitere 1000 Ziele im Iran zu treffen. Hat er noch so viele Mittelstreckenraketen? Denn mit Flugzeugen traut er sich offensichtlich nicht in den persischen Luftraum. Zeitgleich greift Israels Luftwaffe Ziele im

Libanon an. So mag Groß-Israel (nicht meine Wortschöpfung) in einschlägigen militärischen

Lagekarten bereits aussehen. Ich bezweifle, dass die davon betroffenen Araber das auch so sehen.        Siegesfanfaren (3): Corona-Gewinner aus meinem Bekannten- (nicht: Freundes-) Kreis haben ihre zusammengerafften Impf-Vermögen nach Dubai geschafft. Zwei von denen sitzen dort jetzt fest. Ich konnte mir trotz des Ernstes der Lage ein Grinsen nicht verkneifen.

            Siegesfanfaren (4): Der Raketenangriff auf einen britischen Stützpunkt auf Zypern sieht weniger nach einer persischen Attacke als nach einer britischen Aktion aus. Ich traue dem strauchelnden Regime in London alles zu, wenn es darum geht, von der eigenen, weitgehend selbstgemachten Misere abzulenken und die Bevölkerung zum Krieg aufzuhetzen.

       Siegesfanfaren (5), mit Dämpfer: Bei Wolfgang Prabel

(https://www.prabelsblog.de/2026/03/details-ueber-die-iranische-konfliktkulisse/) finde ich heute

Morgen Basis-Daten zur religiösen Zugehörigkeit in Persien. Trotz der Spaltung in Sunniten und

Schiiten, für die ich zur Unterscheidung keine Eselsbrücke besitze, bleibt die Erkenntnis, dass das Land fast zu hundert Prozent von Mohammedanern bewohnt wird. Dass es bei diesen Leuten gut ankommt, wenn man deren religiöses Oberhaupt mit Triumpf-Geschrei ermordet, halte ich nicht für ausgemacht.

3. März 2026

            Dem Mutigen gehört die Welt: Das US State Department forderte gestern alle US-Amerikaner auf, den Nahen Osten umgehend mit jeglichem erreichbaren Transportmittel zu verlassen (Americans in Bahrain, Egypt, Iran, Iraq, Israel, the West Bank, the Gaza Strip, Jordan, Kuwait, Lebanon, Oman, Qatar, Saudi Arabia, Syria, the United Arab Emirates (UAE), and Yemen should depart now through any available commercial transportation). Ob sich hierdurch auch die zahlreichen Bewohner Israels mit doppelter Staatsbürgerschaft angesprochen fühlen sollen, bleibt dem Geschmack des Betrachters überlassen. Vor einem Jahr jedenfalls war es so.

            Flucht (2): Man darf kaum annehmen, dass alle betroffenen Amerikaner dies dankbar zur Kenntnis nehmen, selbst wenn sie aus der Propaganda wissen, dass der sog. Präventiv-Krieg dem Schutz Amerikas dient.

            Flucht (3): Die Tanker, die nach der Sperrung der Straße von Hormus nunmehr festsitzen, werden sich kaum im Luftwege absetzen können. Nicht nur, weil die Flughäfen der Region gesperrt sind. Um den Verursachern dieses Desaster auf die Spur zu kommen, genügt es vermutlich, in absehbarer Zeit zu kontrollieren, wer genau auf welche Ölpreisentwicklung gewettet hat. Denn merke: Krieg ist ein tolles Geschäft (für alle, die in einem sicheren Geld-Hafen residieren).       Flucht (4): Wir werden es erleben, wann am Golf das Trinkwasser knapp wird, und wie die verwöhnten Wüstensöhne und ihre bislang willkommen geheißenen ausländischen Gäste das finden werden. Es wird sich rumsprechen, dass Dubai ein point of risk ist.

4. März 2026

            E.S., Tochter eines Danziger Schiffbauers, der zur Zeit ihrer Geburt am Aufbau des kaiserlichen Kriegshafens an der Nordsee, in Wilhelmshaven also, beschäftigt war, wo sie zur Welt kam, hat heute ihren 125 Geburtstag. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn sie nicht meine Großmutter gewesen wäre.

       Persönliches (2): Der frühe Blick aus dem Fenster fällt auf einen dicht verhangenen atlantischen

Himmel, welcher der Sonne das Bestrahlen der äquatorialen Eingeborenen verwehrt. Das juckt diese ebensowenig wie der Umstand, dass ihr Kolonialherr Sanchez im fernen Madrid soeben das Kriegsbeil gegen die Weltmacht USA ausgegraben hat: Keine spanischen Flughäfen für die USKriegsmaschinerie im taufrischen Iran-Krieg, so hatte er vorgestern verfügt. Der Don lässt nicht lange auf sich warten und verhängt gegen Spanien einen Handelsboykott. Der wirkt nicht heute und nicht morgen, aber vielleicht schon übermorgen, wenn hiesige fleißige Bauern mit sonnengegerbten Gesichtern ihr Öl und ihre vorzüglichen Weine auf den Markt bringen wollen, oder die durch grünen Wahn schwer geschädigte spanische Wirtschaft doch abseits aller Klima-Rezepte Öl und Gas aus Übersee benötigt.

            Persönliches (3): Kann mir mal wer erklären, warum Fritz der Kanzler gestern nach DC jettete. Was gab’s da zu besprechen, oder wurde er zur Befehlsausgebe einbestellt? Mit leisem Unbehagen erinnere ich mich an die Befehlsausgabe vor vier Jahren, als Scholz zu Biden reiste und erklärt bekam, dass Nord Stream weg müsse, was bekanntlich kurz drauf passierte. Einfach so.

5. März 2026

            Im Nachklapp zu Fritzens Reise zum Kolonialherrn bleibt im Netz der Erkenntnis hängen, dass dieser sich zur Ostfront äußerte. Es dürfe nicht sein, so begann er, was stets darauf hindeutet, dass es für dieses Dürfen und Sollen keine unumstößlichen Maßstäbe gibt, also nochmal: es dürfe nicht sein, dass der böse Wlad noch mehr kriegen darf, als er ohnehin schon besetzt hat im fernen Land am Dnjepr. Heißt zu deutsch: Das, was er jetzt besetzt hat, das lassen wir ihm. Das ist ziemlich neu in der deutschen Kriegsrhetorik. Bislang wollten wir die Grenzen von 2014 (inklusive Krim) wiederherstellen. Schon vergessen?

            Persienfront: Jetzt will der Don die Kurden gegen Teheran hochmachen, was man aus DC sogleich bestreitet. Kann mir nicht vorstellen, dass der Sultan aus Ankara das unwidersprochen hinnimmt. Im Persischen Golf geht derweil das Schiffeversenken munter weiter. Und schließlich: die aus Nahost verbreiteten Bilder über Raketeneinschläge sehen nicht so aus, als wäre dort nichts passiert. Nur was, das bleibt der Kriegszensur überlassen.

            Nochmal Fritz in Washington: Falls die US-Plattform Bloomberg zutreffend berichtet, war der Kanzler beim Don, um von diesem die Aufhebung des Boykotts von Rosneft (Deutschland) zugesagt zu bekommen. In Klardeutsch: das Russenöl darf jetzt wieder Richtung Schwedt fließen. Wie es dahin kommen soll, ist mir noch nicht ganz klar. Ich habe in Erinnerung, dass 2023 die französischen Eigentümer den Ölhahn der Drushba-Pipeline (nördlicher Zweig) dichtgemacht haben. Bleibt die weitere Frage: bettelte Merz um die Wiederzulassung, oder musste er von Trump hierzu gedrängt werden, weil, wie die Bloomberg-Amerikaner fürchten, die deutsche Wirtschaft zu kollabieren droht?

Schwerdt an der Oder an einem Januarmorgen. Ein Schlot qualmt noch (Aufnahme: HR).

6. März 2026

            Wir erleben im Moment life den nächsten kolossalen strategischen Fehler der amerikanischen Weltbeherrscher mit ihrer angeblich unschlagbaren Militärmaschinerie. Innerhalb weniger Tage wird klar, dass der Angriff auf den Iran Nebeneffekte ausgelöst hat, an die, da wette ich, im Pentagon (nebst angeschlossenen Eierköpfen) niemand gedacht hat. Es sollte offenbar ein EnthauptungsHandstreich à la Venezuela werden, aber hier trat die Wirklichkeit in den Weg. Sie lautet: die Perser wehren sich mit handfesten Mitteln und haben tatsächlich die Öl- und Gasproduktion der USSatrappen am Golf angegriffen, einschließlich der Sperrung der Straße von Hormuz. Im Wertewesten sind daraufhin die Preise für Öl und Gas in die Höhe geschossen. Man kann es an den Tankstellen in D unschwer ablesen. Der Diesel beispielsweise ist gegenüber dem Vorjahrespreis um 60 Cent nach oben geschossen. Es wird nur einige Tage dauern, dann kommt diese gegenleistungslose Verteuerung in der Gesamtwirtschaft an.  Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.

            Irankrieg (2): Ich betrachte mit Staunen, wie die deutschen Meinungsbildner das aggressive Handeln der israelisch-amerikanischen Allianz loben. Sie tun das unter stillschweigenden bzw. lauthals verkündeten Prämissen, die angeblich keine Diskussion gestatten: a) das auf dem alten Testament beruhende Existenzrecht Israels, b) der erklärten Absicht der Mullah-Clique, den Staat Israel zu vernichten. Selbst wenn ich beides einmal als zutreffend unterstelle, bleibt die Frage unbeantwortet, ob die jetzigen Kriegshandlungen geeignet sind, den Premissen a&b gerecht zu werden. Ich vermute, man irrt sich, denn die rassischen und religiösen Differenzen, welche die Feindseligkeiten dominieren, werden durch das Töten der iranischen Führung nicht beseitigt werden, wie sich auch in allen anderen Ländern des Nahen Ostens zeigt. Sicher erscheint mir indessen, dass der jetzige Krieg wesentlich zum Anti-Amerikanismus beitragen wird, vom Anti-Israelismus (bzw.

Antisemitismus) ganz zu schweigen.

            Iran-Krieg (3): Sieht man einmal von den amerikanischen Waffenhändlern ab, schält sich derzeit aus dem Pulverdampf ein Sieger heraus, an den in DC vermutlich niemand gedacht hat: Der böse Wlad im Kreml, der über die Rohstoffe verfügt, die dank amerikanischem Weltmachtwahn derzeit rare Waren sind. Jedoch…  

            Iran-Krieg (4): Im Schatten des ausufernden Krieges in Nahost gibt es heute Nacht einen bemerkenswerten Zwischenfall im Mittelmeer zwischen Libyen und Malta, wo ein russischer Flüssiggas-Tanker – vom Nordmeer kommend auf dem Weg zum Suez-Kanal – Feuer fängt und im Meer versinkt. Die russische Regierung erklärt, es handele sich um einen an der libyschen Küste gestarteten Angriff mit einer ukrainischen Seedrohne

7. März 2026

            Nach einer Woche Krieg in Nahost lässt sich sagen, dass die israelisch-amerikanische Absicht, eine Art Blitzkrieg zu führen, gescheitert ist. Dieser sollte aus einem mit großem militärischen Aufwand durchgeführten Enthauptungsschlag bestehen, von dem man annahm, er werde die iranischen Abwehrmöglichkeiten zusammenbrechen lassen. Das ist, soweit ich mir ein Urteil erlauben kann, nicht der Fall. Vor allem scheinen die Kriegsplaner angenommen zu haben, dass das persische Volk nach Beseitigung einer verhassten Führung die angreifende Allianz als Befreier begrüßen werde. An diesem Gedanken hat man sich vermutlich durch lautstarke Aussagen von Exil-Persern, wie der des Schah-Sohns, berauscht.

            Persien-Krieg (2): Meine vorstehend erörterte Vermutung erhält Nahrung durch das Verhalten des US-Präsidenten. Während er vor drei, vier Tagen noch davon spracht, es werde Zeit, die Auseinandersetzung durch Verhandlungen zu beenden, ist er gestern Abend umgeschwenkt: Nunmehr kämen Gespräche erst nach einer bedingungslosen Kapitulation in Frage. Das ist eine besonders törichte, kriegsverlängernde Aussage, wie wir aus der eigenen Geschichte des Zweiten Weltkriegs wissen, weil sie geeignet ist, die davon betroffene feindliche Bevölkerung zum Kampf zusammenzuschweißen..

            Persien-Krieg (3): Westliche Beobachter versuchen, eine Empörungs-Allianz mit den angegriffenen Golf-Staaten zustande zu bringen. Die hierfür als Argument ins Feld geführten Schäden durch persisches Beschuss lassen sich derzeit nicht annähernd beurteilen. Ich vermute, dass vor allem die durch den Beschuss ausgelöste export-wirtschaftliche Isolierung des Golfs in Kürze ernsthafte Schäden am gewohnten Wohlleben in den vom Export-Stopp betroffenen Staaten herbeiführen wird. Noch ist unklar, auf welche Seite sie sich in naher Zukunft schlagen werden. Sich hierbei auf die Unterschiede von Schiiten und Sunniten zu berufen, finde ich kühn, denn die beiden in diesem Krieg auftretenden Aggressoren sind nichts von beiden, sondern in den Worten der betroffenen Region: Ungläubige.

            Persien-Krieg (4): Militärisch von Gewicht ist allein Saudi-Arabien. Über die Kampf-Moral von dessen Armee ist nichts Verlässliches bekannt. Deren Führung wird vor allem Eigeninteressen vertreten. Wie diese aussehen, wenn der amerikanische Raketen-Schutzschild schwer beschädigt sein sollte, ist völlig offen. 

            Persien-Krieg (5): Leser A. weist mich darauf hin, dass in den russischen Nachrichtensendungen über diese Ereignisse von der Epstein-Koalition gesprochen werde. Man sieht, an der Freude des Russen, zynische Witze zu machen und zu verstehen, hat sich nichts geändert.

9. März 2026

            Im Iran-Krieg hat Israel die Ölraffinerien bei Teheran angegriffen und dadurch angezündet. Einige wenige Kurzvideos zeugen von einer beispiellosen Umweltkatastrophe. Im Gegenzug trifft es unbekannte Ziele in Tel Aviv und in Arabien sowie den Flugzeugträger Abraham Lincoln, der weit vom persischen Kriegsschauplatz zurückgezogen wird, um weiteren Dohnentreffern zu entgehen.          Persien (2): Es wurde ein neuer Ayatollah ernannt. Es ist der Sohn des Ermordeten. Der Vorgang zeigt zweierlei: a) Die Führung in Teheran wurde entgegen der Ansage aus Tel Aviv nicht ausgeschaltet. b) Sie ist – entgegen den Behauptungen des Don, es werde keinen persischen Führer ohne seine Zustimmung geben –  nicht gewillt, sich von Ungläubigen reinreden zu lassen. 

10. März 2026

            Es ist der Krieg des Thomas Morus, so wie der ihn in der Utopia beschrieben hat. Der moralisch überlegene Staat ist befugt, Kriege zur Arrondierung seiner Interessen zu führen. Morus empfiehlt, den gegnerischen Staatsführer töten zu lassen.

            Krieg (2): Die Phase 1 des Morus-Krieges haben wir erlebt, jetzt kommt das Vorgehen gegen die aus Sicht des moralisch überlegenen Angreifers minderwertige Bevölkerung. Der Anfang ist durch die Zerstörung von persische Trinkwasser-Anlagen gemacht. Wohlgemerkt durch US-Truppen. Der persische Außenminister hat auf dieses bislang einzigartige Kriegsverbrechen hingewiesen und angemerkt, dass man einen Rubikon überschritten habe. Persische Angriffe auf MeerwasserEntsalzungsanlagen am Golf folgten auf den Fuß.

11. März 2026

            Mit etwas Verspätung finde ich die Angaben von US CentCom über die Zerstörung von USRadarstationen in Nahost. Falls es stimmt, was darüber zu lesen ist, sind Schäden entstanden, die mittelfristig nicht ersetzt werden können, und die von den USA aufgerüstete Raketenabwehr der gesamten Region nahezu blind macht.

        Eine weitere unbestätigte Meldung geht davon aus, dass persische Raketen und Drohnen wichtige Daten-Zentren in Nahost zerstört haben, zum Beispiel das von Amazon.

12. März 2026

            Jetzt verhängen wir (wer immer das sei) Sanktionen gegen den Iran. Nur nebenbei gefragt: Was genau werfen wir dem Iran vor? Dass er von der israelischen-amerikanischen Allianz militärisch angegriffen wurde? Und was genau erwarten wir von den Sanktionen? Nun, höhere Spritpreise, damit die Leute endlich aufhören, mit ihren Autos herumzukutschen.

 Spritpreise (2): Finde in der Zellerzeitung von heute Nacht das Wesentliche leicht verständlich dargestellt:  

13. März 2026

            Dass alles mit jeden zusammenhänge, ist eine Behauptung, aus der sich dann Beliebiges ableiten lässt. Ich habe soeben eine solche Gedankenkette gelesen, die – in meinen Worten – so arrangiert war: Trump versucht 1983 in South Carolina eine 13jährige aus dem Sortiment von Epstein sexuell zu missbrauchen. Diese wehrt sich, indem sie ihm in den Penis beißt. Ob und wann der Vorgang den Ermittlungsbehörden zu Kenntnis kommt, ist unklar. Jedenfalls untersucht das FBI dann 2019 den Fall durch Vernehmung des möglichen Opfers. Es entstehen 53 Blatt Polizeiunterlagen, die aber den Anfang dieses Jahres veröffentlichten Epstein-Files nicht beigefügt sind.

            Schein und Wirklichkeit (2): Ob der zugrunde liegende Tatvorwurf stimmt, ist völlig offen. Das vermutete Opfer verweigert heutzutage jede Aussage. Ebenso die Anwältin. Wir sind also wieder in jener Grauzone angelangt, die wir aus dem Jahr 2016 kennen, als diverse Damen unterschiedlicher Oberweite behaupteten, von Trump vergewaltigt worden zu sein. Die Sachen gingen aus wie das Hornberger Schießen, da Trumps Anwälte gut dotierte Schweigevereinbarungen schlossen. Ob auch in diesem Fall ist unbekannt.

            Schein und Wirklichkeit (3): Der jetzige Fall erhält seine Brisanz durch den Umstand, dass eine bedeutende parlamentarische Minderheit versucht, Trump mit allen sich bietenden Mitteln um sein Amt zu bringen. Das ist nicht unbedingt neu. Neu ist hingegen, dass das aufgefallene Fehlen der FBIAkten nunmehr mit dem Iran-Krieg in Zusammenhang gebracht wird.

            Schein und Wirklichkeit (4): Selbst Leute, die nicht Trump-feindlich eingestellt sind, fragen sich, ob der Präsident in den israelisch-amerikanischen Krieg hineingezwungen worden sein könnte. Je weniger dieser Krieg –entgegen allem Anfangsgerede – in einen schnellen Erfolg eingemündet ist, desto lauter werden diese Fragen gestellt, obwohl Erfolg und Fremdsteuerung eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Auch in Amerika wird mit dem Finger auf einen erpresserischen Netanyahu gedeutet, wobei leichter Hand hinzugefügt wird, Epstein sei halt ein Einflussagent zur Beschaffung von Kompromaten  bei einflussreichen Zielpersonen gewesen. Klingt einfach, eigentlich zu einfach. Trump 1983 als Zielperson? Da war der Mann ein Bauunternehmer und angehender semibekannter Fernsehstar. Das mit der Politik kam 33 Jahre später.

14. März 2026

            Bei der Betrachtung von Fotos und Videoschnipseln, die den persischen Außenminister Araghchi (Arachtschi) zeigen, gehen mir einige Gedanken durch den Kopf, die ich zur Debatte stellen möchte. Er wirkt auf mich wie ein erfolgreicher und gebildeter persischer Geschäftsmann, dem man nicht ansieht, dass er einem mittelalterlichen religiösen Gewaltregime an prominenter Stelle dient. Seine Gesichtszüge sind sympathisch, sein Auftreten zivilisiert, seine Kleidung maßgeschneidert. Er wirkt, ohne sich das anmerken zu lassen, wenn er gemeinsam mit Presse- oder Administrations-Vertretern der USA zu sehen ist, diesen haushoch überlegen.

            Zwiegesichtigkeit (2): Ich hoffe, mich nicht zu verheben, wenn ich anmerke, dass wir hier einen Prototyp aus der persischen Führungsschicht vor uns haben: Jemanden, der die westliche Denke beherrscht, ohne sie jedoch zu teilen. Wir finden exakt diese Gesichter auch bei anderen Figuren in Politik, Militär und Naturwissenschaften. In diesem Phänomen müssen wir wohl den Ursprung für die erstaunliche Bewaffnung des Iran unter den seit Jahrzehnten schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen suchen. Die jetzt zu Tage tretende Kampfkraft hingegen –von Trump & Co sträflich unterschätzt – entspringt, wie ich annehme, diesen ganz anderen Typen, die bärtig und finster an der Spitze der Revolutionsgarden stehen. Die einen von den anderen zu trennen, ist durch den Angriff vom 28. Februar gründlich misslungen.

            Zwiegesichtigkeit (3): Es ist für die im westlichen Denken verwobenen Zeitgenossen – also Sie, den Leser, und mich, den Schreiber dieser Zeilen – schwierig bis unmöglich, sich in das Denken und vor allem das Handeln dieser oben genannten orientalen Typen hineinzufinden. Sie sind nicht wie wir und wollen es auch gar nicht sein, selbst wenn sie unsere Sprachen perfekt beherrschen. Auf der Gegenseite, also bei uns, wird die angemessene Reaktion nicht nur durch das real existente amtliche Personal, sondern vor allem auch durch die Mär von den Menschenrechten behindert, deren wichtigstes religiöses Element deren weltweite vom Menschen unabhängige Geltung („universale unveräußerliche Menschenrechte“) ist. So kann es leicht passieren, dass wir mit Machthabern konfrontiert werden, die uns überlegen sind, weil sie unser Menschenrechts-Gerede als Macke auffassen und dementsprechend handeln.

15. März 2026

            Man hätte es ahnen sollen: Die iranischen Kampf-Drohnen, die dem Wertewesten in seinem jetzigen berechtigten Krieg gegen das Mullah-Regime so heftig zu schaffen machen, und die man seit Jahren nun schon unter dem Namen Geran2 im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des Wladimir P. in der Ukraine bei der Arbeit hat sehen können, stammen in Wirklichkeit aus Deutschland. Sie wurden in den 1980er Jahren bei der Firma Dornier in Friedrichshafen am Bodensee entwickelt und sind dann schließlich in den USA, dem Iran und Russland als Muster für die moderne Kriegführung kopiert worden.

            Dornier (2): Die Firma, die eine lange Tradition für fliegende Kriegswaffen besaß, machte dann mit dem Ende des Kalten Krieges wg. plötzlich eingetretener weltweiter Friedfertigkeit Pleite. Die Reste wurden vom deutsch-französischen Luftfahrtkonzern Airbus geschluckt, der mit bedeutenden Teilen ebenfalls in Friedrichshafen residiert. Von Dornier ist daselbst nur ein kleines gleichnamiges Museum übrig geblieben.

            Dornier (3): Mir scheint, als habe die deutsche Schuldkult-Fronde von diesem empörenden Umstand der deutschen Vaterschaft noch nicht in gehöriger Form Kenntnis genommen. Ich könnte mir, sobald sich das ändert, vorstellen, dass Fritz der Kanzler seinen Außenzwerg nach Jerusalem entsendet, um dort Abbitte und Wiedergutmachung zu leisten. Sind es doch diese Drohnen, die dem dortigen Staat derzeit so enorme Schwierigkeiten bereiten.

16. März 2026

       Lob der Hässlichkeit: Für das, wie er aussah, konnte er nichts, aber für seine Worte schon:

Habermao, Habermas, Habermat, Habermamus, Habermatis, Habermant… so finde ich ihn in einem Leserbrief der Zellerzeitung lateinisch durchdekliniert. Da hat doch tatsächlich einer einen Zipfel klassischer Bildung dreist raushängen lassen.

       Hässlich (2): Ich hörte von ihm erstmals während des Studiums. Es schwärmte eine

Kommilitonin, wusste aber auch nicht so recht, warum. Genaueres erfuhr ich auch später nicht, denn das, was er schrieb, leuchtete mir nicht ein. Ich fand es unlesbar, aufgeblasen und in selbstgemachten Floskeln stelzend. Später erklärte mir ein weiblicher Fan, der Meister spreche erst durch seine Interpreten zu uns. Aha, das kannte ich bereits von dem zwergenhaften Denker aus Königsberg (womit ich diesen keineswegs auf die Stufe des Frankfurters runterschubsen will). – Jetzt ist er also tot und zum Beleg dessen, was ich mir gemerkt hatte, sah ich am Wochenende in die FAZ.

Und siehe, ich lag richtig, es war ein Hochamt der Interpreten. Die Lektüre sparte ich mir.

            Hässlich (3): Schon mehrfach habe ich mich gefragt, was eigentlich diesen Benjamin N. als Führer auszeichnet. Charisma ist es jedenfalls nicht, Charme auch nicht, Klugheit wohl kaum. Damit wären wir dann bei Eigenschaften angekommen, die man eher als weniger günstig ansieht. – Nachdem er, wie er sich selbst rühmt, den jetzigen Krieg ausgelöst hat, war er auffällig von der Bildfläche verschwunden. Gestern Abend tauchte er via X-Schnipsel auf und dementierte seinen Tod. Für einen Kaffee würde er sterben, gab sich das X-Bild witzig. Er wird wohl einen Vorkoster haben.

            Hässlich (4): Mag sein, dass ich mich aus Ärger über den Nahost-Krieg irre, aber es kommt mir so vor, als habe der Don seine gewohnte äußerliche Überlegenheit eingebüßt. Seine Gesichtszüge hatte er zwar noch nie so richtig unter Kontrolle, doch jetzt den gewohnten Siegertypen zu geben, will ihm nicht gelingen. Er wirkt gehetzt und wirr. Die Auguren wissen es: Er ist bald weg vom Fenster. Das glaube ich zwar nicht, aber der Umstand, dass er nicht mehr allein am Ruder des Raumschiffs Erde steht, macht ihm sichtlich zu schaffen. Er weiß bei aller irrationalen Sprunghaftigkeit, dass Wahlen in den USA innenpolitisch, in der Wirtschaft, entschieden werden. Dort stehen die Preise an den Zapfsäulen im Wege. Die kann auch der Dümmste lesen.

            Hässlich (5): Johann, der deutsche Außenzwerg, will sich nicht an den Patrouillen des Don durch die Straße von Hormus beteiligen. Nun gut, andere, die alle Tassen im Schrank haben, wollen das auch nicht, weil sie sich um ihre Kriegsschiffe Sorgen machen, die dann im scharfen Schuss gegen persisch-russisch-chinesische Drohnen antreten müssten. Da lassen sie dem allmächtigen Kriegsherrn lieber den Vortritt. Doch die Deutschen haben eine andere Ausrede: Die Grünen Winde wehen, wenn sie denn überhaupt wehen, nicht durch die Straße von Hormus.

17. März 202

            Schreibt ein Leser gestern bei ApolloNews zum gerade stattgehabten Gedenktag gegen IslamFeindlichkeit in Berlin: „Man sollte solche Tage gut nützen. An diesem Tag sollten überall öffentliche

Lesungen aus dem Koran stattfinden, über religiös motivierte Pädophilie (Sure 65:4), Polygamie (Sure

4:3), Gewalt gegen Frauen (Suren 2:223, 2:229, 4:11, 4:34, 24:4, etc., etc.), über Antisemitismus

(Suren 2:65, 2:75, 2:87, 2:94, 2:120, 2:135, 4:46, 4:50, 4:155, 4:160, 4:161, 5:41, 5:51, 5:82, 9:30,

62:6, 7:166) sowie über das Verbrennen (Sure 4:56), Auspeitschen, Amputieren und Kreuzigen (Suren

24:2 und 5:33), Enthaupten (Suren 8:12 und 47:4) und überhaupt über das Töten von Ungläubigen

(Sure 9:5).Damit auch jeder  weiß, warum es Islamfeindlichkeit überhaupt gibt.“

            Erst ein Blick auf die Regionalkarte offenbart das Augenfällige zur Frage, warum die Chinesen auf Trumps Sirenen-Gesänge, sich am Aufbrechen der Blockade der Straße von Hormus zu beteiligen, schweigend und mit einem hintergründigen Lächeln reagieren. Sie haben seit dem Beginn der 2020er Jahre für diesen Fall eine Umgehungslösung geplant und in die Tat umgesetzt: den Hafen von Jask, an der Südküste des Golfs von Oman gelegen. Dessen nagelneuer Terminal ist mit einer 1000 km langen Pipeline ins Landesinnere zu den Ölförderstätten verbunden. 

            Der Blick auf die Landkarte (2) macht zudem überdeutlich, wie dicht die Ölstaaten am Golf zum Iran liegen und damit im Bereich seiner Waffenwirkung, und wie sehr diese Staaten, die ihre Existenz allein dem Ölbohren verdanken, von den Schutzversprechungen der Amerikaner abhängig waren und sind, die derzeit nicht eingehalten werden.

            Das Lügen geht weiter (am Nachmittag): Auf einer Festveranstaltung im Kennedy-Center behauptet der Don, es habe über Nacht das umfangreichste und effektivste Bombardement des Iran stattgefunden. Er spricht von der persischen Insel Charg (Kharg), auf der sich der größte Ölterminal des Landes befindet. Der Angriff habe sich allein gegen militärische Ziele dort gerichtet. Ein Blick auf die Insel von oben legt nahe, dass das angesichts der minimalen Größe des Zielgebiets kaum sein kann. Was also wurde getroffen und falls überhaupt zu welchem Zweck?

            Lügen (2): Auf dem Flugzeugträger Gerald Ford brach ein Feuer aus, das 30 Stunden lang nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Ein defekter Wäschetrockner sei die Ursache gewesen. Warum nicht gar ein Joystick für Soldatinnen? Zu gut ist in Erinnerung, dass diese monströse Kriegsmaschine (der Flugzeugträger) vor Tagen erst aus dem Wirkungs-Bereich persischer Waffen reterierte. Also doch ein Treffer? Das mögen die Götter wissen und das Pentagon.

18. März 202

       Es knirscht im Regierungsgebälk in DC. Der Direktor der zentralen US-Behörde für

Terrorismusabwehr Joe Kent hat gestern seine Entlassung verlangt. Der Krieg gegen den Iran, so der Spitzenfunktionär, erfolge nicht, weil dieser die USA bedroht habe, sondern weil Israel und dessen stützende Kräfte in den USA den US-Präsidenten zum militärischen Angriff genötigt hätten. Das ist nun eine öffentliche Stimme aus dem Chorus der amerikanischen Dienste, über die man kaum hinwegsehen kann. Mainstream diesseits und jenseits des Atlantiks versucht, ihn als antisemitischen Verschwörungs-Deppen abzuqualifizieren.

       Es knirscht (2): Als nächste muss sich heute Nacht die Direktorin für die Dienste (DNI) vor den

Parlamentsausschüssen rechtfertigen. Das ist die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Dems (!), Tulsi Gabbard, die vor ihrer Nominierung durch Trump laut und unüberhörbar gesagt hatte, der Iran und dessen geistliches Oberhaupt stellten für die USA kein ernstzunehmendes militärisches Risiko dar. Nur zu deutlich ist (auch mir) ihr taffes Auftreten bei der Bestätigung durch den Senat vor gut einem Jahr in Erinnerung geblieben.

            Es knirscht (3): Jetzt beginnt in DC das Schwarze-Peter-Spiel. Die wie immer unzuverlässigen amerikanischen Auguren deuten mit dem Finger auf den Trump’schen Sondergesandten Steve Witkoff, der vor drei Wochen dem Präsidenten bei seiner Rückkehr aus Nahost den Floh mit der fertigen iranischen Atombombe ins Ohr gesetzt habe. Soll man das wirklich glauben?

19. März 2026

            Die Realität verschwimmt vor unsern Augen, wenn seit Kriegsbeginn der Kriegsherr Netanyahu weg ist vom Fenster. Wenigstens optisch. Jetzt ist er wieder da, und dieselben Leute, die sein Fehlen bemerkten, behaupten nun, dass das, was wir zu sehen kriegen, die pure Fiktion ist. Wie wäre es mit einer neuen Serie bei Netflix (nach einer wahren Geschichte) mit dem Titel Ein Feldherr verschwindet. Ich weiß schon, das erinnert ein wenig an Alfred Hitchcock Eine Dame verschwindet, aber niemand wird behaupten wollen, dass der Benjamin aus Tel Aviv eine Dame sei. Ein Herr übrigens auch nicht.

20. März 2026

            Wir sind mitten drin in der Medienschlacht über den Irankrieg. Wieder ist es so, dass jedermann glaubt, Partei ergreifen zu müssen. Kaum einer stellt die für mich naheliegende Frage: Was ist eigentlich im deutschen Interesse? Die Erklärung für diese Abstinenz ist ziemlich simpel. In einem Land, in dem man sich angewöhnt hat, das nationale Eigeninteresse als Nazikram anzuschwärzen, hält jedermann, der sich einschlägige Gedanken macht, beklommen das Maul.

            Im deutschen Interesse (2): Das vorschnelle Parteiergreifen, zumal wenn es moraltriefend daherkommt, ist nicht im nationalen Interesse. Wer die Angreifer devot lobt, handelt bestenfalls in deren Interesse. Wer die Angreifer verdammt, handelt in niemandes Interesse, nicht einmal in dem des schauerlichen Regimes in Teheran.

            Im deutschen Interesse (3): Das Einsortieren des Krieges in ein Pro oder Con verkürzt die Sicht auf die wahren Probleme des Landes. Sie sind durch Kräfte herbeigeführt worden, denen es daran gelegen ist, ihre Verursacher-Stellung zu vertuschen. Diese Kräfte befinden sich innerhalb und außerhalb des Landes. Sie spiegeln sich in den Konfliktparteien des jetzigen Krieges wider. Auf der einen Seite eine absolut egomanisch handelnde Geldelite, die ihren Hauptsitz in den USA hat, auf der anderen Seite religiöse Eliten, die einer boshaften Unterdrückungsreligion zur Weltherrschaft verhelfen wollen. Beide Seiten, die eindeutig nicht im Interesse Deutschlands liegen, werden hierzulande ignoriert, weil die beiden feindlichen Parteien eine unermessliche Zahl von

Kollaborateuren auf ihre Seite gebracht haben. Den von ihnen verursachten Riss durch die deutsche Gesellschaft beobachte ich mit steigender Neugierde.

       Im deutschen Interesse (4): Wer die Frage aufwirft, warum eigentlich hierzulande bislang

Gewalttaten ausgeblieben sind, verkürzt die Wirklichkeit. Erstens gab es bereits hinreichend viele Gewalttaten, wie die Anschläge auf die Energieversorgung in der Ostsee (Nord Stream) und Berlin sowie die tägliche Messerroutine in ganz Deutschland, zum andern schätze ich es so ein, dass die staatlichen Gewaltakteure derzeit Deutschland als Ruheraum nutzen. Das mag sich je nach Lageentwicklung von einem Tag auf den andern ändern.

            Kriegsgebiete: Der Krieg in der Ukraine ist in der öffentlichen Wahrnehmung so weit Routine geworden, dass er keines Wortes mehr wert zu sein scheint. Nach meiner Vermutung findet hinter diesem Vorhang des Desinteresses die Konsolidierung der russischen Macht statt.

            Kriegsgebiete (2): In Nahost hingegen hat Israel durch den erfolgreichen Luftangriff auf die Gasfelder in Südwesten Persiens zu einer möglicherweise entscheidenden Eskalation der Gewalt beigetragen. Das zugrundeliegende Kalkül könnte aufgehen: Europa und China sollen die Folgen dieses Krieges unmissverständlich zu spüren bekommen. Ob die Rechnung aufgehen wird, die bislang abseits stehenden Länder Europas und Asiens zu eigenen Kriegsgenossen zu machen, halte ich nicht für ausgemacht. Selbst die Staaten am Golf zögern.

22. März 2026

            Das hier sieht nicht nach einem großen Erfolg der Weltmacht und ihres getreuen NahostVasallen aus. Die Stadt Dimona beherbergt das Zentrum des israelischen Atomstaates, dessen Bombe wir bislang nur vom Hörensagen kennen. Wenn dort die Perser ohne erkennbare Gegenwehr hineinzuschießen vermögen, kann das für die Israeli und deren bislang nicht vorhersehbare Reaktionen nur alternativ bedeuten: a) Atombombeneinsatz jetzt, solange das noch geht, oder b) dies zu unterlassen, weil jeder einschlägige Versuch, ja schon jede einschlägige Drohung, zu nicht kalkulierbaren Verheerungen am Abschussort führen kann. Ich bin im Zweifel, ob es an Ort und Stelle genügend einflussreiche nüchterne Strategen gibt, dies zu verhindern. Auf ein amerikanisches No angesichts der derzeitigen intellektuellen Bocksprünge zwischen Florida und DC würde ich mich lieber nicht verlassen wollen.

            Auch nicht gerade freundlich: Die britische Zeitschrift The Economist machte mich am Wochenende in Madrid mit diesem Titel auf sich aufmerksam. Die Verhohnepiepelung der israelischen-amerikanischen Operations-Namens Epic Fury in Blind Fury (Blinde Wut) spricht für sich, ein vortreffliches Beispiel für den beißenden englischen Wortwitz.

            The Economist (2): Die Autoren des Blattes weisen schonungslos darauf hin, was in diesem Krieg trotz flächendeckender Propaganda bislang alles schief gelaufen ist, vor allem was für katastrophale wirtschaftliche Folgen ins Haus stehen. Ja, da kennt die City of London keinen Spaß.

24. März 2026

           Die Achterbahnfahrt geht weiter. Gestern verkündete der Don, dass sein Ultimatum an den Iran, in 2-Tages-Frist die Straße von Hormuz zu öffnen, aufgeschoben sei, weil er mit einem hochrangigen Iraner übers Kriegsende im Gespräch sei. Davon glaube ich kein Wort, betrachte aber mit Muße das Gesicht des Präsidenten während seiner Ausführungen dort neben dem Großflugzeug. Der Mann wirkt plötzlich steinalt und verbraucht. Nun, in seinem Fall gilt: Krieg ist offenbar doch kein Jungbrunnen.

            Die Macht der Bilder (2): Die israelische Propaganda entlässt derweil Kurzfilme über Drohnenangriffe in stark belebten städtischen Verkehrsadern mit bombastischen Texten, dass auf diese Weise die oppositionellen Kräfte des Iran gestärkt würden. Abgesehen von der Frage, ob die Bilder überhaupt die behaupteten Ereignisse zeigen, lässt sich sagen, dass solche Angriffe das

behauptete Ziel mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen werden, da sie eher einen Solidarisierungseffekt auslösen werden.

25. März 2026

            Cui-bono? (wem nützt das?), fragt mich mit gutem Grund J., dem ich gestern den Aufsatz von Walter Post über den Iran-Krieg übermittelt hatte. Er gibt auch gleich die Antwort: Einigen Reichen und Superreichen. Soll ich mich dadurch trösten, dass unter der Masse der Leute, denen dieser Krieg massive Verluste bringt, auch etliche Reiche und Superreiche sein werden? Ich zweifele, denn der Unterschied liegt auf der Hand: Der Milliardär, der ein paar Millionen verzockt hat, bleibt hernach immer noch Milliardär, der Normalverdiener hingegen, der Strom und Sprit nicht mehr bezahlen kann, rutscht in die Armut.

            Sehe ein Interview (wenigstens die ersten 14, 15 Minuten) mit dem jungen Mann Artur Abramovych an, der dem Club Juden in der AfD vorsteht. Der gebürtige Ukrainer sagt, die Stimmung

in Israel sei gut und man sei eher erleichtert, dass es jetzt endlich zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung komme, denn man befinde sich seit Jahrzehnten im Krieg.

            Abramovych (2): Folgt man diesem Mann, so ist damit der Kriegsgrund geklärt, aber was ist das Ziel des Krieges? Die Vernichtung des Iran mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern? Oder glaubt man ernsthaft, dass, selbst wenn man eine Kapitulation erzwingen kann, der Friede in Nahost einschließlich des Existenzrechts Israels gesichert sei.

       Das Existenzrecht Israels beruht auf einer Schenkungserklärung 1917 des damaligen britischen

Außenminister Lord Balfour, ein Land betreffend (Palästina), was ihm nicht, sondern zum

Osmanischen Reich gehörte. Nach der Niederlage der Türkei wurde das betreffende Land britischer Kolonialbesitz, das nach dem alten erfolgreichen Prinzip des Teile und Herrsche geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Fortan wollte das Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende

Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das Reich der Perser älter ist.

26. März 2026

            Stellvertreter im Stellvertreterkrieg: Während Trump öffentlich verkündet, dass der Iran dringend einen Dealzum Ausstieg aus dem Krieg wünsche und hierfür einen 15-Punkte-Plan vorgelegt hat, melden sich nicht näher bestimmbare persische Stimmen über die arabischen Kanäle zu Wort, dass dies keineswegs der Fall sei. Derweil hat Trump eine hochrangige Delegation unter der Leitung des Vizepräsidenten in Richtung Pakistan in Marsch gesetzt.

            Stellvertreter (2): Das unerwartete Wiederauftauchen von Vize Vance in der ersten Reihe der Aufmerksamkeit, lässt den Verdacht dahinwelken, er habe sich in den letzten drei Wochen absichtlich rausgehalten. Selbst wenn, jetzt schiebt ihm der Don die Verantwortung für ein mögliches Scheitern zu.

            Stellvertreter (3): Währenddessen meldet das in Deutschland beheimatete US Central Command, das die Kriegführung in Nahost lenkt, dass man jetzt das zehntausendste Ziel in Persien getroffen habe. Das mag sein. Nur was kaum sein kann, ist die Behauptung, dass ganz oben auf der Agenda die erfolgreiche Zerstörung der iranischen Raketenabschussrampen stand, denn über Nacht schlugen erneut eine nicht genannte Zahl von Raketen in Israel ein. Dass diese Ereignisse überhaupt den Weg in die Schlagzeilen finden, deutet darauf hin, dass wir uns nunmehr eilig in die von mir bereits im vorigen Jahr beobachtete Phase des israelischen Wehgeschreis bewegen.

27. März 2026

            Seit Tag und Nacht ist es bitterkalt im Ländchen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Perser völkerrechtswidrig die Straße von Hormus sperren. Und das, nachdem der Don ihnen für das jetzt kommende Wochenende das Öffnen der Höllen-Tore angekündigt hatte.

            Hormus (2): Heute Nacht wurde die Hölle auf den 6. April verschoben, denn die Mullahs hätten, sagt der Don, guten Willen gezeigt und 10 Großtanker durchgewunken. Frage mich allerdings, wie das mit den Aussagen aus Teheran (oder wo auch immer) zusammenpasst, dass man Tanker von nicht-feindlichen Nationen durchlasse. 

            Hormus (3): Ich tippe mal auf China, zumal sich amerikanische Börsianer heute Früh beunruhigt geben, dass ab sofort die einschlägigen persischen Öl-Ausfuhren in chinesischen Yuan abgerechnet werden, weil die völkerrechtswidrigen Perser keine Dollars mehr annehmen. Liege ich falsch mit meiner Vermutung, dass diese Maßnahme den US-Boys mehr schadet als ein Drohnenangriff auf die Scheichtümer am Golf?

            Hormus (4): Apropos Ausstieg aus dem Dollar, das Thema hatten wir schon mehrfach. Den Diktator Libyens Gaddafi kostete die Ankündigung vor Jahr und Tag den Kopf, als eine angloamerikanische Allianz des Land zerbombte. Im Unterschied zu damals laufen in Persien die Dinge in umgekehrter Reihenfolge ab: Erst Land zerbombt und Führer getötet, dann aus dem Dollar ausgestiegen.

            Hormus (5): Weltweit versuchen die Öl-abhängigen Länder der Preisexplosion an den Zapfsäulen durch Steuersenkungen gegenzusteuern. Nur Fritz der Kanzler beschreitet den deutschen

Sonderweg. Der heißt: Mehrwert-Steuer rauf. Das wird sicher helfen, das Land weiter zu ruinieren. 

            Hormus (6): Derweil findet in D eine Ablenkfütterung für die Mainstream-Idioten statt. Man plärrt auf allen Kanälen, dass Frauen virtuell und, oh Gott, sexuell-virtuell missbraucht würden. Mit größtem Widerwillen betrachte ich die dazu präsentierten Bilder. Augenblicke später: Wie komme ich bloß auf solch diskriminierende Gedanken, dass es sich hier um Frauen handeln könnte, denen das katholische Gurkenfechten keine Befriedigung mehr verschafft.

30. März 2026

            Die Ereignisse im Nahostkrieg geben zu denken. Bei allen Lügen hin und her wird klar, dass die persische Fähigkeit, den Angreifern substanzielle Verluste beizubringen nicht abgenommen hat. Ganz im Gegenteil, die Attacke auf den US-Militärstützpunkt Prinz Sultan in Saudi Arabien, bei der punktgenau US-Aufklärungsflugzeuge (einschließlich der nach dort beorderten AWACS) zerstört wurden, lässt erkennen, dass die Perser nicht nur präzise, sondern auch aus deren Sicht gut überlegt schießen, denn dieser Schlag ist ein weiteres Puzzle-Teil, die US-Streitkräfte blind zu machen.

            Schlag (2): Es ist zu bezweifeln, dass diese Ausschaltung von Luftaufklärung durch die USSatelliten-Beobachtung kompensiert werden kann. Dieser Angriff reiht sich in eine nun erkennbare persische Verteidigungs-Strategie ein, die nach erfolgreicher Zerstörung der ortsfesten USRadarstationen und dem Abschießen von US-Tankflugzeugen den Offensivkräften der US Air Force die logistische und operative Basis entzieht.

            Schlag (3): Das hier besprochene iranische Vorgehen erfolgt nicht von selbst, sondern ist offenbar sorgfältig geplant worden. Ob es auf die Dauer funktioniert, muss sich erst noch erweisen. Auf jeden Fall bedeuten die jetzigen Ereignisse einen schweren Schlag gegen den Mythos der amerikanischen Unbesiegbarkeit.

       Schlag (4): Der Entzug des Mythos wirkt sichtlich in die arabische Region hinein. Die lautstarke

Ankündigung aus Saudi Arabien von letzter Woche, sich mit seiner beträchtlich großen Armee am Krieg gegen den Iran zu beteiligen, wurde am Wochenende liquidiert. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Soso. 

       Schlag (5): Trump kündigt gestern an, die Straße von Hormus nach ihm selbst umzubenennen.

Wie wäre es mit Don’s Drive oder so? Die erneut ausgestoßene Drohung, die Erdöl-Verlade-Insel

Charg (Kharg) amphibisch zu besetzen, veranlasst mich, einen Blick auf die Karte zu werfen. Die Inseln liegt, vom Persischen Golf aus betrachtet, hinter der Straße von Hormus. Die Invasionsflotte muss da also durch. Viel Vergnügen.

 Schlag (6): Seit dem Wochenende beteiligen sich die Houtis nunmehr offiziell am Krieg an der Seite des Iran.

       Schlag (7): Der seit Beginn des Krieges parallel stattfindende Angriff der Israelis gegen den

Libanon scheint alles andere als ein Osterspaziergang zu werden. Laut Jerusalem Post warnt der Generalstabschef –Eyal Zamir heißt der Mann –, dass ihm die Leute ausgehen. Dafür gibt es eigentlich nur zwei unterschiedliche Gründe: a) unerwartete Verluste, b) überdehnte Fronten. Ich tippe auf beides.

            Schlag (8): (Angeblich) iranische Hacker sind in den E-Mail Account von FBI-Chef Kash Patel eingedrungen und machen diesen öffentlich lächerlich.

Bilder: depositphotos  / ki

Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3 (1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“