Deutschland treibt den Ausbau der Ökoenergie

Brüssel (dpa) - Deutschland treibt den Ausbau der Ökoenergie
schneller voran als von der Europäischen Union gefordert. Im Jahr
2013 kamen 12,4 Prozent der verbrauchten Energie aus Quellen wie
Solar- oder Windenergie. Das zeigt ein am Dienstag veröffentlichter
Bericht der EU-Kommission in Brüssel.

Als Zwischenziel angepeilt waren nur 9,5 Prozent; bis 2020 soll der
Anteil der Erneuerbaren in Deutschland auf 18 Prozent wachsen. Das
soll helfen, die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und damit den
Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu senken.

Mit Großbritannien, den Niederlanden und Luxemburg verfehlten nur 3
der 28 EU-Staaten ihre aktuellen Zwischenziele. Aber auch Frankreich
und Malta, die die Marken knapp erreichten, müssten ihre bisherige
Politik überprüfen, um die Umstellung wie gefordert voranzutreiben,
heißt es. Auch für Ungarn und Polen sei ein Erfolg nur bei
optimistischen Annahmen zur weiteren Entwicklung wahrscheinlich.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich vor sechs Jahren darauf geeinigt,
den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf EU-weit mindestens 20
Prozent zu erhöhen. Für 2014 wurde in dem neuen Bericht bereits ein
Durchschnittswert von 15,3 Prozent angegeben.

Im internationalen Vergleich - etwa zu den USA oder China - nehme die
EU damit eine führende Position ein, hieß es weiter. Davon profitiere
auch die Industrie: Bei der Herstellung von Windturbinen kämen Firmen
aus der EU auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent weltweit. «Bei
uns arbeiten mehr als eine Million Menschen in der
Erneuerbare-Energien-Branche, in der ein Umsatz von über 130
Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet wird», erklärte
EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete.

Langsamer als geplant schreitet die Umstellung indes im
Verkehrssektor voran. Bis 2020 sollen dort 10 Prozent des Verbrauchs
mit Erneuerbaren gedeckt werden - zum Beispiel mit Biosprit. Für 2014
wird laut Bericht aber mit einem Anteil von erst 5,7 Prozent
gerechnet. Das Ziel sei «anspruchsvoll, jedoch nach wie vor
erreichbar», meint die EU-Kommission.